Wenn lieber die Präsidenten-Gattin akkreditiert wird

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Auch in Zeiten der Krise und der medialen Kritik scheint sich der heimische Schwimm-Verband (OSV) nicht zu schade zu sein, ein Fettnäpfchen auszulassen.

So wurden zur Weltmeisterschaft in Barcelona nur ausgewählte Trainer mitgenommen und akkreditiert.

Warum man bei lediglich vier Schwimmern nicht wollte, dass der jeweilige Heim-Trainer die Reise nach Katalonien mitmacht? „Eine Grundsatzentscheidung“, lautet die kryptische Antwort von Verbandsseite.

An den Kosten kann es nicht liegen, denn die hätten die Coaches bei Bedarf selbst aufgebracht. Stattdessen fanden es die OSV-Verantwortlichen offenbar wichtiger, Karin Meidlinger, die Frau des Präsidenten Christian Meidlinger, zu akkreditieren. Kein Scherz.

Not Amused

Ein Foto, welches in der heimischen Schwimmer-Szene gerade die Runde macht, zeigt das Paar auf der Tribüne sitzend beim Verfolgen der Wettkämpfe (siehe Bild oben). Gut erkennbar ist, dass auch der Präsidenten-Gattin eine Akkreditierung um den Hals baumelt. Offiziell werde sie als „Support Staff“ geführt, heißt es.

Der Gesichtsausdruck der beiden auf dem Foto wirkt nicht gerade amüsiert, was möglicherweise an den bisherigen OSV-Leistungen im WM-Becken liegen könnte.

Ein 19. Rang von David Brandl über 400m Freistil ist bisher der einzige Top-20-Platz. Naheliegend, dass da selbst auf der Tribüne wenig Freude aufkommt.

Schaler Beigeschmack

Für wenig Freude wird freilich auch das Foto des Präsidenten-Paares, das am Dienstag aus Barcelona abgereist ist, im ohnehin schon zerrütteten Schwimmer-Lager sorgen.

Gemäß der WM-Internetseite kostet eine zusätzliche Akkreditierung 130 Euro. Ein Betrag, für welchen hoffentlich auf keine Verbands-Gelder zurückgegriffen wurde.

Doch selbst ohne den bleibt die schiefe Optik, dass der OSV lieber die Präsidenten-Gattin als die Trainer der Sportler akkreditiert. Eine Grundsatz-Entscheidung eben.
 

Reinhold Pühringer/Stephan Schwabl

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