"Ich war so aufgedreht"

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"Nur, wenn sich zwei den Haxen brechen"

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Die Bronze-Medaille von Berlin über 200 m Lagen macht Lisa Zaiser zu Österreichs aktueller Vorzeige-Schwimmerin.

Die 19-Jährige will sich im Langbahn-EM-Erfolg aber keineswegs sonnen, sondern möglichst bald nachlegen.

Dazu passend lehnte sie es am Donnerstagabend ab, ihren größten Karriere-Erfolg gleich groß zu feiern. Schließlich hatte sie noch zwei Bewerbe vor sich.

Auch am Geburtstag keine Pause

Und ihr Trainer Marco Wolf liegt mit der Kärntnerin da ganz auf einer Linie. "Über 200 m Kraul gibt es gleich noch einmal volle Kanne", sagte er in Bezug auf ihren Einsatz am (heutigen) Freitag.

"Ich hoffe auf ein Semifinale. Und dann am Nachmittag noch einmal voll." Auch an ihrem 20. Geburtstag steht Zaiser auf der Nennliste, nämlich im Brustsprint.

Ein Geburtstag ohne Rennen würde nicht zu ihr passen. Erst nach diesem Einsatz darf dann gefeiert werden.

"Ich war so aufgedreht"

Dann wird auch eine EM-Woche zu Ende sein, die die Athletin von SV Spittal gar nicht mehr erwarten konnte.

Bei den Staatsmeisterschaften Anfang August in St. Pölten hatte sie die Form schon gespürt, die Zeiten dort waren besser als erwartet. Am Tag vor dem EM-Auftakt war die Ungeduld am größten.

"Ich war so aufgedreht, am liebsten wäre ich die 200 m Lagen da gleich geschwommen." Vorerst musste sich Zaiser aber noch mit Nebenbewerben zufriedengeben.

SMS von Jukic

Am Mittwoch durfte sie endlich über ihre Paradedisziplin ran. "Ich weiß nicht, wie oft ich die 200 m Lagen in der letzten Woche in Gedanken durchgegangen bin. Ich hatte schon Angst, dass die Form nicht hält."

Dann überzeugte sie aber mit Vorlaufrang zwei und Semifinalplatz fünf. An die Medaille hat aber selbst Wolf nicht so geglaubt.

"Die war nicht so realistisch. Eigentlich ist es Lisa im Vergleich zum Training nicht leicht, sondern ziemlich zäh gegangen."

Am Finaltag war aber die Nervosität verflogen. Dafür sorgte auch eine SMS von Mirna Jukic.

Zaiser: "Sie hat mir zum Finaleinzug gratuliert und alles Gute gewünscht. Bei ihr merkt man, dass sie es ehrlich meint." Der Nachmittagsschlaf fiel ausgiebig aus. "Ich war dann eigentlich gar nicht so aufgeregt."

Die Medaille überraschte sie dann aber doch: "Ich hätte vor der EM gedacht, dass das nur möglich ist, wenn sich zwei den Haxen brechen und eine disqualifiziert wird."

Blick auf WM gerichtet

Große Ruhepause gibt für Zaiser nach ihrem Coup nicht.

Im Anschluss an die EM wird sie bei den Kurzbahn-Weltcups in Doha und Dubai bis inklusive 1. September Top-Plätzen und den Limits für die WM vom 3. bis 7. Dezember in Doha nachjagen, für danach ist gerade eine Woche Ruhe eingeplant.

"Ich habe meinem Papa zum Fünfziger vier Tage in London geschenkt. Die werden da konsumiert." Die Eltern Zaiser waren übrigens beim Triumph ihrer Tochter dabei.

Das nächste große Ziel hat sich die Wahl-Linzerin schon zum Ziel gesetzt, und zwar das WM-Finale auf der olympischen Langbahn Anfang August 2015 in Kasan.

Wolf zieht da natürlich mit: "Das Bronze von Berlin kann nicht alles gewesen sein, das war erst der Anfang." Limits an sich dürfen Zaiser demnach nicht mehr beschäftigen, das für Kasan hat sie in Berlin gleich dreimal klar unterboten.

Und nächste Woche in Doha dürfte es nicht viel anders werden.

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