Miklauz bringt Klarheit über OSV-Finanzen

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Der vor einer Woche zurückgetretene Präsident Stefan Miklauz konkretisiert in einem Interview mit der "Sportwoche" den Fehlbetrag des heimischen Schwimm-Verbandes (OSV).

"Im ungünstigsten Fall 300.000 Euro. 150.000 sind einmal fix, wobei wir 50.000 für die Abfertigung von Ex-Generalsekretär Gangel zurückbekommen. Der Rest ist von ein paar Variablen abhängig", verweist er auf die noch ausstehenden Schadenersatz-Prozesse.

Die Altlasten bezeichnet Miklauz als "Damoklesschwert".

Kein realer Gewinn aus Verbandsranking

Die dem OSV drohenden Schadenersatzforderungen, die sich auf rund 385.000 Euro belaufen werden, stuft der 35-Jährige trotz der bislang desaströsen OSV-Performance vor Gericht als nicht zu tragisch ein.

"Selbst wenn man so ein Verfahren gewinnt, bekommt man einen Bruchteil der Forderungen zugesprochen", rechnet Miklauz nicht mit dem vollen Betrag.

Die 335.000 Euro, die der OSV aus dem Verbands-Ranking des Bundessport-Förderfonds haben sich indes als Nullsummenspiel entpuppt. "Fakt ist: Wir hatten ein Budget von 1,3 Millionen, jetzt sind es 1,21. Sieht so aus, als wäre diese Neuverteilung gründlich in die Hose gegangen."

Bereits beim Veröffentlichen des umstrittenen Förderrankings hatten Insider befürchtet, dass die Verschiebungen bei Grundförderung bei der damals noch ausstehenden Maßnahmenförderung ausgeglichen werden. Etwas, das sich im Falle des OSV, der hinter Ski, Volleyball und Wettklettern Vierter wurde, offenbar bewahrheitet hat.

Problem mit Spesenritter

In Bezug auf die 8.000 Euro teure Funktionärs-Klausur in Kitzbühel rechtfertigt sich Miklauz, dass dies die auf den Wunsch seines Vorstandswidersachers Stefan Opatril hin geschehen sei. "Dass dann etliche Spesenritter 3.500 Euro für die Fahrtspesen abrechnen würden, habe ich so nicht erwartet."

Rückblickend bewertet Miklauz seine Arbeit im OSV als positiv. "Ich habe 100.000 Euro in der Administration eingespart, sodass wir im Tagesgeschäft kein Minus mehr machen. Und dann kommt ein anderer Funktionär und interveniert, um sich einen Vorteil zu verschaffen?", spielt er auf besagten Vize-Präsidenten Opatril an.

Den Tiroler hatte Miklauz zum Rücktritt aufgefordert. Da sich das Gros des Vorstandes jedoch hinter Opatril stellte, zog der Präsident selbst die Konsequenzen.

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