Dirk Lange und das Vorzeigemodell Steiermark

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Die Steiermark mausert sich im Schwimmsport immer mehr vom früheren Entwicklungsgebiet zum Vorzeigemodell.

Die Leistungen der vor acht Jahren zurückgetretenen Judith Draxler waren noch primär auf ihre Eigeninitiative und der ihres Umfelds zurückzuführen, mittlerweile steckt ein größeres System hinter der Arbeit an Erfolgen.

Mit dem im Februar 2011 in Graz-Eggenberg eröffneten modernen Schwimm-Zentrum "Auster" war ein Anfang gemacht worden, ehe nun ein Star-Coach geholt wurde.

Große Pläne von Lange

Dirk Lange ist seit 1. November Cheftrainer des steirischen Landesleistungszentrums und hat mit seinen neuen Schützlingen viel vor.

Etliche hat der Deutsche in seiner Trainerkarriere zu Weltmeistern und Olympiamedaillen-Gewinnern gemacht und es gibt für ihn keinen Grund, warum er das nicht auch mit Österreichern erreichen soll.

"Mein Eindruck ist sehr positiv", meinte Lange zur "APA". "Ich habe selten gesehen, dass eine gesamte Region so in eine Richtung denkt."

Trio zur Kurzbahn-EM

Derzeit hat der Familienvater acht Athleten in seiner Obhut. Mit Christian Scherübl, Martin Spitzer und Uschi Halbreiner hat es ein Trio davon zu den am Donnerstag in Chartres beginnenden Kurzbahn-Europameisterschaften geschafft.

Dazu kommen Markus Scherübl, Eva und Sebastian Chaves-Diaz, Christina Nothdurfter und Dominik Unger. Für jeden der acht hat Lange ein maßgeschneidertes Training.

"Ich versuche Programme zu kreieren und zu designen für die Fähigkeiten des einzelnen."

Positiver 'move'

Die Vergangenheit gibt ihm recht, verteilen sich die vom ehemaligen deutschen Bundestrainer erreichten Medaillengewinne doch auf alle Lagen und über alle Distanzen.

Die Athleten nehmen die neue Herausforderung an. "Es ist ein positiver 'move' im Team zu erkennen. Es haben alle eine klare Zielsetzung, die Charaktere passen", sagte Lange.

"Wir werden Kleingruppen zusammenführen und eine sehr hohe Trainingsqualität in Form von Zeiten, Technik und physischer Ausbildung haben."

Internationale Topleute

Diese Kleingruppen bilden sich durch die Mitwirkung von internationalen Topleuten. Lange wird sie vielleicht schon ab heuer aber zumindest ab Beginn nächsten Jahres mit deren Trainern in die "Auster" holen.

Mit der Klasse dieser Schwimmer sollen dann auch die steirischen Athleten reifen.

Der 49-jährige Vater zweier Buben im Alter von sieben und elf Jahren wollte noch keine Namen nennen, einer von ihnen wird aber der südafrikanische Brustlagen-Olympiasieger Cameron van der Burgh sein.

Ziel: Barcelona

Spitzer kannte Lange von früheren Kooperationen, für die anderen sind dessen Ansätze aber neu.

"Das sind komplett neue Reize", erklärte Christian Scherübl und Eva Chaves-Diaz sprach von einer tollen Sache. Speziell Halbreiner ist wieder obenauf, nachdem die Kärntnerin nach dem Umzug ihrer USC-Graz-Trainerin nach Kanada am Boden zerstört war.

Dass es nach kurzer Zeit mit Lange schon in Chartres hinhaut, ist fraglich. Das Ziel aller ist die Barcelona-WM im Juli/August auf der Langbahn.

Begeisterte Franzosen

Nach der am Dienstag erfolgten Anreise standen beim zehnköpfigen OSV-Team in der 2009 eröffneten Halle "L'Odyssee" von Chartres am Mittwoch zwei Trainingseinheiten auf dem Programm.

Die Wettkämpfe sind ausverkauft, schließlich waren die Franzosen bei Olympia in London beste europäische Schwimmnation.

Neu im EM-Programm sind die Mixed-Staffeln mit je zwei Damen und Herren in beliebiger Aufstellung. Damit werden insgesamt 40 Medaillensätze vergeben.

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