Skurril: Miklauz noch Präsident

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Skurril: Miklauz ist noch immer Präsident

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Die ersten Folgen des Pressekonferenz-Fiaskos des Schwimm-Verbandes (OSV) vom Dienstag haben nicht lange auf sich warten lassen.

Der verbale Keulenschlag von Nadine Brandl traf die Führungsriege wie ein Hammer.

Dies ruft nun Stefan Miklauz auf den Plan. Der Unternehmer, der vor knapp drei Wochen seinen Rücktritt als OSV-Präsident erklärte, fordert in einer E-Mail den Vorstand auf, ihn wieder in alle Entscheidungen und Vorgänge im OSV einzubinden.

Was nach einem vorgezogenen April-Scherz klingt, ist in Wahrheit die genaue Auslegung der OSV-Statuten.

Eine Frage des Nachfolgers

In Paragraph 29, Absatz acht steht geschrieben, dass ein Mitglied jederzeit schriftlich seinen Rücktritt erklären kann. Aber: „Der Rücktritt wird erst mit der Wahl bzw. Kooptierung (…) eines Nachfolgers wirksam.“

Sprich: So lange der OSV keinen neuen Präsidenten gewählt hat, ist dies nach wie vor Miklauz. Gegenüber LAOLA1 erklärt er, dass es ihm keineswegs um einen Rücktritt vom Rücktritt gehe, sondern vielmehr um die baldige Einberufung einer Neuwahl und um Selbstschutz.

Schließlich haftet er gemäß der Verbands-Richtlinien nach wie vor mit seinem Vermögen. Nicht unwesentlich, wenn man bedenkt, dass dem OSV aktuell Schadenersatzklagen in Höhe von rund 380.000 Euro drohen und Rechtsreferent Arno Pajek erst am Dienstag erklärte, dass man im Falle einer kompletten Schadenshöhe nicht wisse, woher man das Geld nehmen solle. Pajek, der bislang alle OSV-Prozesse verlor, zeigt sich allerdings fest davon überzeugt, dass nicht die gesamte Summe fällig werde.

Sollte dem nicht so sein, könnte alsbald der Exekutor bei den haftbaren Vorstandsmitgliedern vorstellig werden.

„Unaufhaltsame Selbstzerstörung“

Nach dem desaströsen öffentlichen Auftritt der OSV-Führung meldet Miklauz nun Bedenken an. „Aufgrund der Handlungen des OSV seit meinem Rücktritt sowie der eingeleiteten, unaufhaltsamen Selbstzerstörung muss ich die Notbremse ziehen. Ich appelliere an die Vernunft des Vorstandes“, hofft der Ex-Präsident, der sich selbst in seiner Amtszeit nicht mit medialem Ruhm bekleckerte, auf ein rasches Einlenken.

Bereits zu Wochenbeginn hatte Miklauz den gesamten Vorstand zum sofortigen Rücktritt aufgefordert. Eine Bitte, der laut Vize-Präsident Peter Rothbauer die besagten Herren aber nicht nachkommen werden. Mit seiner neuen Forderung wolle Miklauz die Einberufung einer Neuwahl beschleunigen. Dann könnte er sich eine neuerliche Kandidatur mit einem verändertem Team vorstellen.

Rothbauer kam am Dienstag nicht umhin, zu erklären, dass der OSV aktuell keinen Nachfolge-Kandidaten parat habe. Auch die interimistische Führung wolle keiner der drei Stellvertreter (Stefan Opatril, Gerd Lang, Rothbauer) übernehmen. Gemäß besagter Statuten muss ein neuer Präsident innerhalb eines Jahres gewählt werden.

Eine Zeitspanne, die zumindest nach Ansicht von Miklauz nach viel zu lange wäre: „Es kann nicht sein, dass der OSV führungslos dahintümpelt. Ein Verbandstag samt einer Wahl gehört innerhalb der nächsten Wochen gemacht.“

Entgegen ursprünglicher Aussagen war der OSV dann doch am Mittwochabend noch zu einem Statement bereit. Pajek: "Die Rechtsmeinung sagt klar, dass das Ansinnen von Stefan Miklauz falsch ist."

Reinhold Pühringer

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