Für Jukic ist im Halbfinale Schluss

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Der Wiener Dinko Jukic hat bei den Langbahn-Europameisterschaften der Schwimmer in Debrecen sein zweites Delfin-Finale verpasst.

Nach Platz vier am Vortag über 200 m schied der 23-Jährige am Freitag über die 100-m-Distanz als Semifinal-Elfter aus.

In 52,91 Sekunden war er um 18/100 langsamer als am Vormittag im Vorlauf, auf den Aufstieg fehlten 26/100. Rund eine Viertelstunde davor war der Oberösterreicher David Brandl über 800 m Kraul in 8:03,28 Minuten Achter geworden.

"Mitschwimmen, so lange es geht"

Der 25-Jährige hatte in der ersten Medaillen-Entscheidung des Tages stark losgelegt, nach 50 Metern geführt. "Wie im Vorlauf habe ich die Sprintwertung gewonnen", sagte der Perger lachend.

Aber auch danach hielt der Kraulspezialist sehr gut mit dem Feld mit, zur Halbzeit lag er nur 1,3 Sekunden hinter Rang drei. Danach kam jedoch der zu erwarten gewesene Einbruch.

"Mitschwimmen, solange es geht", erklärte Brandl seine Taktik. "Jetzt Konzentration auf die Staffel, vielleicht geht es besser als Platz fünf unserer Damen."

Nur wenige Vorgänger

Nach Hannes Kalteis im Jahr 2000 in Helsinki über 1.500 m war vom OSV nur Dominik Koll 2006 in Budapest über 200 m in einem Kraul-EM-Finale auf der Langbahn gestanden.

In diesen drei Fällen wie auch in dem davor über 1.500 m durch Roland Brunner 1995 in Wien wurde es jeweils Rang acht.

Jukic dagegen hat schon etliche bessere EM-Platzierungen eingefahren, diesmal aber nicht. Da dem 23-Jährigen 100-m-Distanzen allerdings grundsätzlich zu kurz sind, ist Platz elf ein durchaus respektables Abschneiden.

Im Finish noch Aufholbedarf

"Bei einem 100-m-Rennen musst du Start, Wende und Tauchphase genau treffen", meinte Jukic nach dem Rennen. "Auf diesem Level habe ich da nicht so viel Erfahrung."

Dass er die Distanz nicht so gewohnt wie die 200 m ist, wirkte sich auch auf eine seiner Meinung nach zu hohen Arm-Frequenz aus. Dadurch fehlte im Finish das entscheidende Etwas.

Durch das Verpassen des Endlaufs kann sich der Athlet des SC Austria Wien jedoch nun am Samstag auf die Staffel über 4 x 200 m Kraul konzentrieren.

"Kampf der Giganten" an Magnini

International holte Filippo Magnini mit den 100 m Kraul einen der bedeutendsten Titel. Der Italiener siegte in 48,77 Sekunden zum dritten Mal nach 2004 und 2006, löste den 2008 und 2010 siegreich gebliebenen Alain Bernard ab.

Der Franzose wurde in 48,95 Zweiter. "Es war ein Kampf der Giganten", sagte Bernard danach.

"Und es war für mich mit großer Emotion verbunden, da es mein letztes internationales Finale war." Der 29-Jährige hatte die London-Qualifikation verpasst. Sein größter Erfolg war Olympia-Gold 2008.

Gold-Doppel für Norwegen

Während das 800-m-Finale in 7:49,46 an Gergo Kis ging und Ungarn damit die Führung in der Medaillenwertung ausgebaut hat, gab es in den beiden Damen-Entscheidungen des Tages ein norwegisches Doppel.

Über 200 m Brust setzte sich Sara Nordenstam in 2:26,91 durch, über 100 m Delfin Ingvild Snildal in 58,04 Sekunden. Für beide ist es das erste EM-Gold.

Die bis 2002 für Schweden geschwommene Nordenstam hat aber schon Olympia-Bronze geholt, als sie Mirna Jukic 2008 um 22/100 auf Rang vier verwies.

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