"From hero to zero" und wieder zurück

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Markus Rogan hat am Donnerstag seine insgesamt dritte Kurzbahn-EM-Medaille über 200 m Lagen geholt.

Bei der Premiere 2004 hatte er in der Wiener Stadthalle zugeschlagen, 2009 in Istanbul - jeweils mit Gold. Nun in Szczecin (Stettin) wurde es Silber.

Dreimal das gleiche Rennen, und doch waren es immer total unterschiedliche Rahmenbedingungen.

In jedem Fall hat sich der Wiener aber sehr gut aus der Affäre gezogen, 2/10 Sekunden fehlten ihm in Polen auf eine sogar perfekte Serie.

Gewachsene Erwartungshaltung

Vor sieben Jahren war Rogan als wohl zu diesem Zeitpunkt neben Ski-Ass Hermann Maier prominentester österreichischer Sportler zu den Heim-Titelkämpfen angetreten.

Gerade erst war er zu Österreichs "Sportler des Jahres" gewählt worden, geehrt für zwei in Athen errungene olympische Silber-Medaillen sowie zweimal Gold und einmal Silber bei den Langbahn-Europameisterschaften in Madrid.

Erstmals stand Rogan so richtig unter dem von der öffentlichen Erwartungshaltung ihm auferlegten Erfolgsdruck.

Starker Doppelschlag

Die Gesamtleistung des damals 22-Jährigen war erstaunlich. In ein und derselben Finalsession gewann er zunächst den Titel über 200 m Rücken und nicht einmal eine Stunde später eben jenen über 200 m Lagen.

Am Finaltag der Konkurrenz ließ er binnen nur gut einer halben Stunde Silber über 100 m Lagen und 100 m Rücken folgen.

Mit dem Gewinn von insgesamt neun Medaillen schloss Rogan sein bisher sportlich bestes Jahr ab, war damit zum erfolgreichsten Athleten der österreichischen Schwimm-Geschichte aufgestiegen.

Wendepunkt Ostia

Fünf Jahre später war all der Glanz abgebröckelt. Rogan war vier Monate davor nach der Prügel-Affäre in einer Diskothek in Ostia bei Rom untergetaucht und mit der Mitteilung wieder aufgetaucht, seinen Trainingsschwerpunkt von Rom nach Los Angeles zu Star-Trainer Dave Salo verlegt zu haben.

Die Lagen waren seine neue Disziplin, nicht mehr die Rückenlage.

In Istanbul trat der damalige Kurzbahn-Weltmeister über 200 m Rücken mit dem Anspruch an, mit EM-Gold wieder sportlich von sich reden zu machen.

Die Umkehr geschafft

Das gelang ihm schließlich eindrucksvoll in neuer Europarekordzeit, seine damalige Marke steht heute noch in der kontinentalen Bestenliste.

Wieder hat Rogan dem Druck standgehalten, diesmal aber wollten ihm zumindest gleichviele scheitern wie gewinnen sehen.

Der damals 27-Jährige war jedenfalls schwimmerisch wieder wer, auch wenn seine plötzliche Abreise nach dem Gold-Gewinn nicht überall auf Verständnis fiel.

Übermächtige Konkurrenten

Diesmal ist Rogan als Co-Favorit angereist.

Auch wenn es auf der Kurzbahn war, eine Topleistung war eine Voraussetzung, um im Sommer bei Olympia auf dieser Strecke die Position als einer der härtesten Herausforderer der US-Asse - voraussichtlich Ryan Lochte und Michael Phelps - einnehmen zu dürfen.

Es wurde nur knapp nicht Platz eins, womit er primär wie schon 2009 am Bosporus seine Serie von zumindest einer Medaille pro Jahr prolongiert hat. Fortsetzung 2012 erwünscht.

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