Rogan erinnert sich: "War mein bestes Rennen"

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Am Samstag jährt sich einer der aufregendsten Momente im österreichischen Schwimmsport zum fünften Mal.

Am 13. April 2008 hat Markus Rogan bei den Kurzbahn-Weltmeisterschaften in Manchester für Österreichs bisher einzigen WM-Titel in der olympischen Kernsportart gesorgt, und das in Weltrekordzeit.

Im Finale über 200 m Rücken ließ der damals 25-Jährige den hoch favorisierten US-Superstar Ryan Lochte um 7/100 hinter sich.

Weltrekord pulverisiert

In 1:47,84 Minuten verbesserte Rogan den Weltrekord Lochtes um gleich 1,21 Sekunden bzw. seinen Europarekord um 2,02 Sekunden.

Dabei war der OSV-Star an diesem Sonntag in der "Manchester Evening News Arena" im Kampf um den Sieg krasser Außenseiter gewesen.

Über 100 m Rücken drei Tage davor hatte er sich mehr ausgerechnet und war dann nur Vierter geworden. Über den 200er spekulierte er in Folge sogar mit einem Startverzicht.

Starkes Finish

Als Zweitschnellster des Vorlaufes vom Vormittag dieses Schlusstages der Titelkämpfe war Rogan dann aber auf Final-Bahn fünf geschwommen, Lochte als Vorlauf-Schnellster auf Bahn vier.

Doch die erste Hälfte des Rennens bestimmte auf Bahn acht der Australier Ashley Delaney. Rogan wusste aber, dass er nur auf Lochte achten musste. Der war schon der WM-Superstar, hatte bis dahin alle seine drei Einzelrennen im WM-Verlauf gewonnen.

Bei der 150-m-Marke war "Österreichs Sportler des Jahres 2004" nur eine zehntel Sekunde hinter Lochte gelegen Zweiter und auch bei der letzten Wende nur minimal hinter dem US-Ass.

Nach einer langen Tauchphase tauchte Rogan auf der letzten Länge auf gleicher Höhe mit Lochte auf und fügte ihm letztlich mit dem besseren Finish und Anschlag dessen einzige Einzel-Niederlage im Rahmen dieser Weltmeisterschaften zu.

"Mein bestes Schwimmen"

"Danke für die schöne Erinnerung!", meinte Rogan, von der APA mit diesem Jahrestag konfrontiert. "Schwimmerisch war das mein bestes Rennen. Renntechnisch war es mein bestes Schwimmen."

Rückblickend sieht der 30-Jährige seinen Triumph nicht nur für sich bedeutend. "Ich glaube, mein Weltmeistertitel sollte unser Weltmeistertitel sein. Wir Österreicher sind nicht zu klein, um Weltmeister zu werden."

"Porto für meinen Ego-Höhenflug"

Bei Rogan selbst ging durch dieses WM-Gold der Schuss aber vorübergehend nach hinten los. Die Spiele 2008 in Peking sah er danach als Selbstläufer an.

"Ich dachte, dass ich eine Olympiamedaille fix in der Tasche hatte. Gleichzeitig hat mir die österreichische Post ja eine Briefmarke gewidmet und damit das Porto für meinen Ego-Höhenflug bereitgestellt."

Im Pekinger Olympia-Finale über 200 m Rücken wurde der Wiener schließlich Vierter.

"Habe versucht, ein Meisterwerk zu schaffen"

Noch heute erinnert er sich gerne an Manchester 2008.

"In meinem Studium zum klinischen Sportpsychologen denke ich oft, was die entscheidende Perspektive zum Sieg gegeben hat. Ich glaube, ich wollte in dem Moment nichts beweisen, mich mit niemandem vergleichen. Ich habe versucht, ein Meisterwerk zu schaffen, habe mich rein auf den Prozess konzentriert. Ich habe an diesem Tag meinen Sport respektiert und in purster Form ausgeübt."

Zweitschönster Moment seiner Karriere

Doch Rogan bezeichnet seinen Goldlauf nur als zweitschönsten Moment seiner Karriere, typisch für ihn mit einem Augenzwinkern.

"Es war für mich der zweitüberraschendste Sieg nach meinem Traumerfolg über Gernot Rauch bei den österreichischen Jahrgangsmeisterschaften 1994 über 100 m Brust in Rif. Ein fantastisches Rennen damals, er hoch favorisiert. Doch meine Bestzeit um fünf Sekunden auf 1:12 war eine Salzburger Bombenkugel."

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