OSV-Boss würde nicht berufen

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Meidlinger würde Entscheidung pro Jukic akzeptieren

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Schwimmverbandspräsident Christian Meidlinger hat sich interessiert gezeigt, die "Causa Dinko Jukic" ad acta zu legen.

Bei einem Informationsgespräch in Wien mit Journalisten merkte der OSV-Chef an, im Gerichtsverfahren gegen Jukic gegen ein etwaig für den Sportler ausfallendes Urteil nicht berufen zu wollen. Das Verfahren dreht sich um eine vom OSV-Verbandsgericht ausgesprochene zehnmonatige Sperre gegen Jukic.

Meidlinger würde Urteil akzeptieren

"Ich akzeptiere die österreichische Richterschaft, würde mich entsprechend einem Urteil verhalten und es respektieren", sagte Meidlinger. Allerdings würde in diesem Fall nicht er, sondern der OSV entscheiden.

Jukic-Anwalt Thomas Krankl bekräftigte aber gegenüber der Austria Presse Agentur, dass der OSV nach dem laufenden Gerichtsverfahren wegen Jukic' Verdienstentgang noch mit Schadenersatzforderungen zu rechnen habe.

Mit der von Krankl beim OSV eingebrachten Berufung gegen den am 25. Jänner ausgesprochenen Ausschluss des SC Austria Wien aus dem Verband habe sich das OSV-Verbandsgericht binnen der vorgesehenen vierwöchigen Frist bereits beschäftigt, mit einer Antwort kann es laut Statuten aber bis zu sechs Monate dauern.

Schadenersatzforderungen sind auch da möglich, da dem Klub immer mehr Aktive davonlaufen.

Austria-Ausschluss wegen unbeglichener Schulden

Meidlinger rechtfertigte den Ausschluss, da finanzielle Außenstände über einen längeren Zeitraum nicht gezahlt worden sind. Der dem OSV geschuldete Teil traf bis 6. Februar auf dem Verbandskonto ein, der Rückstand beim Wiener Verband von mehr als 7.300 Euro noch nicht.

"Hier hat Austria Wien aber mehrmals geforderte Rechnungen noch nicht erhalten", begründete Krankl, warum noch nicht gezahlt wurde.

Allerdings könnte der Verein auch bei einem sofortigen Bezahlen aller Außenstände laut Statuten frühestens erst am 1. Jänner 2015 wieder als Mitglied aufgenommen werden. Eine alleinige OSV-Mitgliedschaft sei nicht möglich. Meidlinger: "Ein Verein muss bei einem Landesverband sein, um vom OSV anerkannt werden zu können."

Massives Infrastrukturproblem

Der seit September amtierende OSV-Präsident räumte zudem ein, dass es - wie schon von Markus Rogan betont - in Österreich ein massives Infrastrukturproblem gebe.

Einerseits soll dem mit einem 50-m-Becken in Innsbruck begegnet werden, wobei dieses vom Land Tirol und von der Stadt zu je einem Drittel finanziert würde. Es fehle noch die Drittelzusage des Bundes. Außerdem sei in Wien ein Trainingszentrum in Planung.

Darüber hinaus seien einige Verbesserungsmaßnahmen in Umsetzung. So sei am 14. Februar auf Empfehlung von Wirtschaftsprüfern der viel kritisierte Pool-Verein liquidiert worden.

Was noch fehle, sei die Bestätigung der Vereinsbehörde. "Wir werden auch bilanztechnisch ein paar Dinge umstellen, die doppelte Buchhaltung kommt rückwirkend mit 2012", gab Meidlinger bekannt.

"Es wird alles hinterfragt"

Schließlich sollen mittels einer Kommission Verbesserungen bei den Statuten erarbeitet werden. Im Mai soll zwecks besserer Planung ein Vierjahresplan stehen.

"Es wird alles hinterfragt werden", gab der 39-Jährige an. Er sei zwecks Nachwuchsgewinnung im OSV auch in Mailkontakt mit Rogan. "Wir versuchen, höchstmöglichen Konsens zu haben, auch wenn es nicht möglich ist, alle Wünsche zu befriedigen."

Ein Wunsch der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) wurde nicht erfüllt, nämlich die OSV-Zahlung von exakt 18.790,04 Euro. Es sind das die Kosten der NADA-Rechtskommission im von ihr gegen Jukic 2011 geführten Verfahren.

Jukic war nicht gesperrt worden, die angefallenen Kosten soll der OSV tragen. Das ist gesetzlich vorgesehen. Der OSV als unbeteiligte Partei weigert sich aber und will dagegen vorgehen.

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