Fix: Niki Lauda wird neuer Schwimm-Präsident

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UPDATE: "Das ist völliger Schwachsinn. Ich hab ja nichts zu verschenken!"

So könnte die Reaktion von Niki Lauda auf den Artikel ausfallen - unserem April-Scherz 2015.

 

Im Österreichischen Schwimm-Verband (OSV) bleibt kein Auge trocken.

Nachdem der vor vier Wochen zurückgetretene Stefan Miklauz sein in den OSV-Statuten verankertes Recht, bis zu einer Nachfolger-Wahl weiterhin als Verbands-Präsident in Amt und Würden zu sein (LAOLA1 berichtete exklusiv), durchgesetzt hatte, überrascht er nun, indem er Niki Lauda als diesen installiert.

"Seit unserer Zusammenarbeit beim Smart-Verleih LaudaMotion ist der Kontakt niemals abgerissen“, schildert Miklauz mit stolzer Stimme. "Nach meinem sehr unschönen Rücktritt als OSV-Präsident hat er sich gemeldet, woraufhin die Idee entstanden ist.“

Lauda, Österreichs Experte für alles, zeigt sich in einem ersten Statement hoch motiviert, eine Wende einzuleiten: "Was hier in letzter Zeit passiert ist, ist alles Schwachsinn. Es ist mir absolut unverständlich, dass der Schwimm-Verband derartig abgesoffen ist. Darum hab ich gesagt: Stefan, lass uns da was auf die Beine stellen.“

Die Ziele von "Niki nationale"? "Die Antwort ist relativ einfach: Wir müssen wieder competitve werden. Dafür müssen wir klare Decisions treffen. Und die ganzen Raunzereien der letzten Jahren interessieren mich überhaupt nicht, das ist klar. Das war alles kompletter Schwachsinn."

Alter Vorstand schwimmt mit

Ziehen nun auch im Schwimm-Verband an einem Strang: Miklauz und Lauda

Die OSV-Führung, die in der Vorwoche im Rahmen einer Pressekonferenz bereits durchblicken ließ, dass man noch keinen Kandidaten habe, ist von der prominenten Verstärkung spürbar überrascht, willigte aber ein.

„Per Umlaufbeschluss haben wir uns durchgerungen, dass wir ihn bei der nächsten Vorstandssitzung am 20. April ganz offiziell einsetzen werden“, erklärt Vize-Präsident Peter Rothbauer. Einzig Mastersreferent Wolfgang Raber sei nicht erreichbar gewesen, weil dieser laut Rothbauer „eine abhörsichere Mobil-Box“ habe. Egal, das Ding ist durch.

Miklauz knüpfte das Engagement von Lauda allerdings an die Bedingung, dass Stefan Opatril, aus dem Vorstand ausscheide. Der Vize-Präsident hatte die Opposition beim Rücktritt des Wieners angeführt.

Miklauz wird nun den freigewordenen Stellvertreterposten Opatrils einnehmen. Weshalb es ihm wichtig ist, zurück im Vorstand zu sein, liegt an einer Abmachung mit der SPÖ Wien. Bei einer erfolgreichen Beendigung des Schwimm-Skandals wurden ihm für jenen Auto-Verleih, für den der Unternehmer noch Regionalleiter ist, mehr Gratis-Stellplätze von der Stadt Wien versprochen.

Delphin-Fischen als Opernball-Scouting

Miklauz ist auf der Hut

Miklauz war vor seinem Rücktritt unter anderem sein autokratischer Führungsstil vorgeworfen worden. Viel beabsichtige er sich als nunmehriger Vize aber ohnehin nicht mehr in die Vorstandsarbeit einzubringen – und das aus gutem Grund:

„Ich lasse die Fabienne nur sehr ungern alleine daheim. Wir haben ja einen gefährlichen Nachbarn, einen Jungspund – den Richard Lugner. Der wohnt vis-a-vis. Der wechselt die Frauen wie die Hemden.“

Aus Sicht des 35-Jährigen sei mangelnde Anwesenheit bei OSV-Sitzungen aber ohnehin kein Problem, schließlich habe er in den vergangenen Monaten bei einigen Vorstandskollegen gesehen, dass das gehe.

Kopf voran

Trotz der Schulden des OSV und einer durch Schadenersatzforderungen drohenden Insolvenz lässt sich Lauda von seinem Vorhaben nicht abschrecken. Selbst wenn eines Tages der Exekutor deswegen an seine Tür anklopfen sollte, ließe ihn das kalt: „Schließlich habe ich ja nichts zu verschenken.“

Hinzu kommen seine familiären Motive. „Mir gefällt es sehr gut, wie Vorstandsmitglieder im OSV ihre Kinder pushen können. Da habe ich mir gesagt: Niki, das wäre doch ein super Betätigungsfeld für dich und deine Zwillinge.“ Diese wolle er als Synchronsprung-Duo aufbauen lassen.

Budget für Synchronschwimmen massiv erhöht

Der Name Lauda zieht. Vermittelt durch den Wiener Landesschwimm-Verbandspräsidenten Gregor Almassy konnte bereits ein Deal mit Samsung ausgehandelt werden.

Der koreanische Elektronik-Riese stellt nun das Kopier-Gerät im OSV-Büro zur Verfügung. Freilich nicht gratis, sondern für 600 Euro pro Monat. Die Kostenersparnis zum alten Gerät beläuft sich im Jahr damit auf 1.800 Euro. „Das geben wir der Nadine Brandl für weitere Massagen“, denkt Lauda auch an die Sparte Synchronschwimmen.

Auch seine Fluglinie „FlyNiki“ wird künftig den OSV unterstützen. Damit sollen verbandsinterne Streitereien, weil wie zuletzt Nachwuchsschwimmer nicht mit dem Zug zu Wettkämpfen fahren wollen, der Vergangenheit angehören.

„Außerdem bestehe ich darauf, dass es bei den Österreichischen Staatsmeisterschaften nicht mehr 100m Butterfly, sondern 100m FlyNiki heißt“, schwebt dem Unternehmer ein völlig neuartiges Marketing-Konzept vor.

Mehr Aufwand für BSO-Gremien

Hat Lauda die richtigen Einsager?

Die Reaktionen aus den heimischen Sportinstitutionen fallen zunächst verhalten, aber keineswegs abweisend aus.

BSO-Chef Herbert Kocher erklärte zwar, dass ihm die neuen roten Badehauben gut gefallen, trauert jedoch auch ein wenig früheren OSV-Tagen nach. „Mit dem alten Vorstand hatten wir wesentlich weniger Arbeit, schließlich haben sich die ihre finanziellen Gebarungen ja immer selbst kontrolliert“, will der Funktionär mit dem knappen BSO-Budget möglichst gut wirtschaften.

Sportminister Gerald Klug war noch zu keiner Stellungnahme erreichbar. Er weilt wegen des Wahlkampfes für die Wien-Wahl gerade bei einer Sommerrodelbahn-Eröffnung im Tiroler Unterland.

Zuckersüße Rollwende

Dass Lauda beim OSV aufräumen wird, untermauert die Tatsache, dass kurz nach seinem defacto Amtsantritt die über eine Million Euro Sponsorengelder, welche die Bäckerei Ströck über Jahre in den Verband gepumpt hat, plötzlich am längst geschlossen geglaubten Konto des Pool-Vereins aufgetaucht sind.

Bäckerei-Chef Gerhard Ströck, der in einer ersten Reaktion mit „Welcher Schauer hat denn das Geld dort verlegt?!“ zitiert wird, soll sich letztlich aber gefreut haben wie ein Kipferl.

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