Brandl trotz Stirnhöhlen-Entzündung zu Bestleistung

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Was tun, wenn man als Synchronschwimmerin aufgrund einer Stirnhöhlen-Entzündung eigentlich gar nicht untertauchen darf? Richtig, die beste Saisonleistung und Rang drei im Vorkampf erschwimmen.

Nadine Brandl ist das bei den Japan Open in Amagasaki gelungen.

Für die 24-Jährige ein Erfolgserlebnis zum richtigen Zeitpunkt, denn die Saison verlief für sie bisher nicht so ganz nach Plan.

Druck in der Stirn

Dabei begann sie noch recht verheißungsvoll. Bereits bei der ersten Gelegenheit erbrachte Brandl im März in Bonn sowohl im Solo, als auch im Duett mit Charlotte Formanek, die Quali-Norm für die Europameisterschaften in Berlin in August.

Infolge kam ihr jedoch ihre Partnerin abhanden. Im Zuge der Einbürgerung der Alexandri-Drillinge hat Formanek mittlerweile dem Sport komplett den Rücken gekehrt, weshalb sich Brandl zumindest vorerst wieder auf Solo-Pfade konzentrieren musste.

Diese führten sie nun eben ins ferne Japan. Mit im Gepäck befanden sich allerdings noch einige Viren von einer kürzlich erst überstandenen Krankheit. „Vergangenes Wochenende bin ich noch mit Fieber im Bett gelegen“, schildert Brandl. Sie flog trotzdem.

Der Jetlag machte die Sache nicht besser. Bis zwei Tage vor dem Wettkampf konnte sie nicht trainieren. Die Rückkehr ins Wasser fiel mit dementsprechenden Begleiterscheinungen aus: „Ich schwimme noch immer mit Schmerzen wegen des Wasserdrucks und bekomme wenig Luft.“

Umso überraschter war sie nun über die 165.3253 Punkte im Vorkampf. „So gut war ich diese Saison noch nie!“ Wie das möglich ist? „Vielleicht liegt es an meinem erholten Zustand wegen des fehlenden Trainings“, meint sie mit einem Augenzwinkern.

Beinahe Start verpasst

Dabei ist Brandl am Freitag nur haarscharf an einem Fauxpas vorbeigeschrammt. Beinahe hätte sie ihre technische Kür verpasst. „In der Aufwärmhalle bekommst du nicht mit, wie weit fortgeschritten der Wettkampf ist und durch den Druck in der Stirn habe ich mich mit dem Aufwärmen zeitlich ein bisschen verkalkuliert.“

Brandl schaffte es gerade noch rechtzeitig. Netter Nebeneffekt: Ihre anfängliche Nervosität war durch die plötzliche Stress-Situation wie weggeblasen.

Das Finale am Sonntag beginnt wieder bei null. „Von Blech bis Silber ist alles realistisch.“

Reinhold Pühringer

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