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Meine letzten Vorbereitungen laufen

Markus Rogan wäre nicht Markus Rogan, würde er mit dem 21. Platz über die 200 m Freistil zufrieden sein. Ich tue mir aber ehrlich gesagt schwer, die Burschen-Leistungen richtig einzuschätzen.  Doch Markus hat halt einmal etwas Neues ausprobiert. Ich glaube nicht, dass er deswegen jetzt an sich zweifelt. Sein Fokus wird nach wie vor auf den 200 m Lagen liegen.

Auch ich lasse mich von den bislang mauen Team-Ergebnissen nicht verunsichern. Wozu auch? Schwimmen ist und bleibt eine Einzelsportart.

Mit Dienstag habe ich noch einen Tag Schonfrist, bevor es für mich ernst wird. Da stehen die letzten Vorbereitungen auf dem Programm. Im Abschlusstraining werde ich noch einmal den Wettkampf-Ablauf durchspielen. Im Hotel folgt dann noch das schon rituelle Rasieren. Ja, am ganzen Körper. Porentief versteht sich, da muss die oberste Hautschicht auch dranglauben. Damit es so richtig schön brennt. Das Prozedere dauert rund eine halbe Stunde, also im Vergleich zu den Burschen nicht so lange.

Ein letztes Mal werde ich mich mit meinem Trainer Robert Michlmayr kurzschließen, mir letzte Tipps von ihm holen. Dies alles aber freilich nach wie vor via E-Mail, da er bekanntlich keine Akkreditierung bekommen hat.

Den Wirbel um die Akkreditierung von Mirna Jukic, die laut Medienberichten noch eine auf den letzten Drücker vom Verband bekommen hat, möchte ich nicht kommentieren. Erstens weiß ich nicht genau, wie sie zu ihrer gekommen ist und zweitens ist Mirna der letzte Mensch, dem ich so eine nicht vergönne.

Generell finde ich die Berichterstattung der Schwimm-WM nicht okay. Wir bekommen hier ja nicht viel mit, aber das Bild, welches die Medien von unseren Leistungen zeichnen, ist teilweise sehr verfälscht.

Da laufen Journalisten herum, die keine Ahnung haben, was wir für unseren Sport alles investieren. Ich trainiere praktisch zwölf Monate für gerade einmal zwei Saison-Höhepunkte. Und hier spreche ich nicht von lockeren Einheiten wie sie beispielsweise viele Fußballer absolvieren.

Letztendlich habe ich gerade einmal 28 Sekunden Zeit, um meine Form abzurufen. Erwische ich aber just einen schlechten Tag, habe ich einfach Pech. Dann verlasse ich geknickt wie es meine Team-Kollegen momentan tun das Bad und muss am Abend Berichte im Internet lesen, wo ich merke, dass diese nicht mehr viel mit den realen Leistungen zu tun haben, sondern sie nur noch das sind, was dem Journalisten in diesem Moment in den Sinn gekommen ist. Doch das ist es letztendlich, was den Menschen zu glauben vorgesetzt wird.

Nicht genug, dass der eigene Traum zerplatzt ist, wird auch noch darauf herumgetrampelt. In vielen Fällen geht das zu weit.

Zurück zu mir: Mich plagt wegen der vielen Klima-Anlagen ein leichter Schnupfen. Und das trotz 36 Grad Außentemperatur (Wir bekommen jeden Tag im Hotel eine Wettervorhersage ans Bett geliefert!). Von der Hitze kriegen wir allerdings nicht viel mit. Unser Tagesablauf: Vom Hotel in den Shuttlebus, via unterirdischem Eingang in die Halle, Training und das Ganze wieder retour. Da bist du nicht viel im Freien. Und überall sonst lauern Klimaanlagen. Mittlerweile sitze ich schon mit der Haube im Bus.

Gut behütet – oder in meinem Fall „behaubt“ – kann das erste WM-Rennen kommen!

Eure Fabienne

 

Fabienne Nadarajah geht bei der Schwimm-WM in Shanghai über 50 m Rücken (Vorlauf am Mittwoch) und über 50 m Delphin (Vorlauf am Freitag) an den Start. Die 26-Jährige holte in ihrer Karriere bereits eine WM-Silbermedaille bei den Kurzbahn-Weltmeisterschaften 2006 in Shanghai.

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