Nadarajahs letzter Anlauf

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Olympia und Fabienne Nadarajah haben bis jetzt keine gute Beziehung gehabt, doch das soll sich jetzt ändern.

Nachdem die meist auf nicht-olympischen Distanzen starke Wienerin die Qualifikation für die Spiele 2004 in Athen und 2008 in Peking verpasst hatte, hat sie nun einen wohl letzten Anlauf genommen.

Denn bei den Spielen 2016 in Rio de Janeiro wird sie als dann 31-Jährige vermutlich nicht mehr aktiv sein. Die Wende zum olympischen Guten solle eine vollzogene totale Trainingsumstellung bringen.

Neue Ausrichtung

Unter ihrem früheren Trainer Robert Michlmayr stieg sie eher spät vor den Spielen und nicht mit vollem Fokus auf die Olympia-Distanzen 100 m Delfin und 100 m Rücken um.

Unter ihrem Neo-Coach Zeljko Jukic ist das anders. Nachdem sie in den vergangenen Jahren meist stärkere Rücken- als Delfin-Ergebnisse gehabt hatte, wurde die mittlere Rückenstrecke ins Visier genommen.

So richtig los ging es erst vor knapp einem halben Jahr, nachdem die 26-Jährige im Herbst von einer Schulterblessur behindert gewesen war.

Vertrauen ist da

"Ich vertraue ihm zu 100 Prozent und hinterfrage es nicht", meinte Nadarajah über ihren Trainer und blickte auf ihr Mittwoch-Rennen voraus.

"Es ist erst das zweite Mal, dass ich international die 100 m Rücken schwimme. Training und 'Taper' dafür waren für mich neu."

'Taper' bedeutet die Gestaltung und Dauer der Erholungsphase zwischen hartem Training und Wettkampf. Als Sprinterin musste sie darauf nicht viel Augenmerk legen. Je länger die geschwommenen Strecken aber sind, desto wichtiger wird die 'Taper'-Phase.

Verschiedene Quali-Wege

Um das Olympia-Limit über 100 m Rücken zu knacken, muss aber schon eine klare Steigerung her. Ihr am 3. März bei den Staatsmeisterschaften in Graz fixierter österreichischer Rekord steht auf 1:03,16 Minuten, ein Olympia-Ticket wäre ihr nur bei zumindest 1:00,82 sicher.

Wenn Nadarajah - möglichst weit - unter 1:02,95 käme, wäre wenigstens die Voraussetzung geschaffen, dass sie das Olympia-Feld per Einladung des Weltverbandes (FINA) auffüllen darf.

Hier wird wohl die Weltrangliste entscheiden.

An das Training angepasst

An das für sie neue, geänderte Training hat sich die Delfinsprint-Vizeweltmeisterin 2006 mittlerweile schon gewöhnt.

"Die Serien waren ja nicht viel kürzer als die von Dinko (Anm.: Trainingspartner Dinko Jukic). Aber je öfter ich schwimme, desto leichter geht es. Nur am Anfang bin ich auf Strecken geschwommen, die ich vorher nicht einmal geschwommen bin."

Darunter waren u.a. Wettkämpfe über 200 m Kraul und 200 m Rücken, um mehr Stehvermögen zu haben. Denn das könnte entscheidend sein.

Duell mit Halbreiner

Auch im Duell mit Uschi Halbreiner um einen Platz in der Staffel über 4 x 100 m Lagen am Sonntag. Da Rücken die erste Staffel-Lage ist, bietet sich da noch eine Einzelchance.

Halbreiner hält den OSV-Rekord gemeinsam mit Nadarajah, was der Ausscheidung zusätzliche Brisanz verleiht.

Und dem nicht genug, schwimmen die beiden am Mittwoch im selben Vorlauf. Nadarajah wurde im dritten von sechs Heats auf Bahn zwei, Halbreiner auf Bahn sechs eingeteilt. Dass Desiree Felner da eingreifen kann, ist unwahrscheinlich.

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