Die erste Runde im Giganten-Duell

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Ryan Lochte hat genug. Genug vom Schattendasein.

Zwar sind drei Olympische Gold-Medaillen und 19 Weltmeistertitel, zwölf davon über die Langbahn, eigentlich Beweis genug, dass der aufgeweckte US-Boy auf Partys nicht bei den Mauerblümchen stehen muss, doch umso näher das Großereignis mit den fünf Ringen rückt, desto mehr rutscht Michael Phelps in den Mittelpunkt des Interesses.

Ob seiner 14 Gold-Medaillen ist das zwar durchaus nachvollziehbar, doch geht es nach Lochte, soll damit bald Schluss sein.

"Ich möchte als einer der größten Schwimmer aller Zeiten in die Geschichte eingehen. Wie viele Medaillen ich dafür gewinnen muss, weiß ich aber noch nicht", deutet Lochte seinen Angriff auf das lebende Denkmal an.

Wo die Luft dünner ist

Bei Phelps ist die Botschaft klar und deutlich angekommen. Der 26-Jährige tüftelte deshalb zuletzt bereits an neuen Wegen, seinen Widersacher in die Schranken zu weisen.

"Wir haben einige Sachen ausprobiert, wie das Schlafen in Höhenkammern." Dabei wird künstlich eine dünne Luft wie im Hochgebirge simuliert.

Im Fall von Phelps war es zuletzt eine Seehöhe von 2.700 m. "Das ist eine riesige Hilfe. Ich fühle mich viel besser im Wasser."

Phelps kehrt zurück

Das nächste Kräftemessen der beiden steht unmittelbar bevor. Am Wochenende werden sie in Indianapolis gegeneinander antreten - und dass auch über die 400 m Lagen.

Phelps hatte nach seinem Olympia-Sieg der kräfteraubenden Strecke abgeschworen. Lochte hatte die Abwesenheit ausgenutzt und sich 2009 und 2011 den Weltmeistertitel gesichert.

Der Weltrekord von 4:03,84 Minuten blieb allerdings im Besitz von Phelps, der in "Indy" erstmals seit fast vier Jahren über diese Strecke wieder angreifen möchte.

Schlechte Zeiten spielen "keine Rolle"

Bevor der für Olympia möglicherweise bereits richtungsweisende Showdown der beiden Superstars über die Bühne geht, steht hinter Lochtes Formkurve noch ein dickes Fragezeichen.

Seine miserablen Zeiten bei den US-Wintermeisterschaften sind noch bestens in Erinnerung. Der ebenfalls 26-Jährige will sich davon allerdings nicht verunsichern lassen.

"Es spielt keine Rolle, wo ich mit meinen Zeiten momentan stehe, ich werde auf den Block steigen und schwimmen - egal, ob gegen Michael oder irgendjemand anderen", lässt er via "Washington Post" ausrichten.

Drei Duelle in "Indy"

Lochte wird nicht müde, die positive Bedeutung der Rivalität mit einem derartig großen Athleten wie Phelps zu betonen. Für ihn sei es deshalb auch "Spaß", was eine Parallele zu seinem Kontrahenten darstellt.

"Es gibt Leute, die das Beste aus dir herauskitzeln und er tut das definitiv", zollt Phelps Respekt.

Neben den 400 m Lagen werden sie in Indianapolis auch über 100 m Freistil und 200 m Lagen die Klingen kreuzen, was ein Vorgeschmack für die US-Trials von 25. Juni bis 2. Juli in Omaha darstellt.

Reinhold Pühringer

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