Jukic soll ins Ausland

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"Ich empfehle ihm, dass er Österreich verlässt"

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Für Dinko Jukic ist ein abgehakt geglaubtes Kapitel doch noch nicht ad acta gelegt.

Wegen einer am 31. August wegen Abwesenheit des Schwimm-Stars nicht zustande gekommenen Dopingkontrolle warf ihm die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) in einem Schreiben nun einen "missed test" vor.

Gegenüber der APA hatte die NADA den Fall vor zwei Wochen jedoch als erledigt angesehen.

Kein Sonderstartrecht 

Als Grund dafür war von Geschäftsführer Michael Cepic angegeben worden, dass Jukic zum beabsichtigten Testzeitpunkt kein Startrecht über den österreichischen Schwimmverband (OSV) hatte, da ihm dieser mit Ende Juli das Sonderstartrecht aberkannt hatte.

Ein solches ist für Jukic nötig, da sein Verein SC Austria Wien vom OSV im Jänner 2013 ausgeschlossen worden ist. Dieser Fall ist in der zweiten Instanz gerichtsanhängig.

"Wir waren damals nicht in Kenntnis davon", bezog sich Cepic am 12. September auf das nicht vorhandene Sonderstartrecht. "Da Jukic zu diesem Zeitpunkt kein Mitglied des OSV war, wird das (versäumte Kontrolle) von uns in diesem Fall auch nicht weiter verfolgt."

Cepic begründete seine Haltung mit einem Entscheid der unabhängigen Schiedskommission in einem ähnlichen Fall im April, als für Jukic entschieden worden ist.

Anderes Gesamtbild

Von dieser Sichtweise ist im diesen Mittwoch an Jukic gesandten Schreiben aber nichts mehr zu merken. "Dinko Jukic hat eine versäumte Kontrolle zu verantworten", heißt es da.

Nun wird Jukic' "Mitgliedschaft" im Olympia-Projekt Rio 2016 so gedeutet, dass er ein Interesse daran habe, Lizenznehmer des OSV zu werden. Das sei für die NADA ausreichend, ihn als Sportler im Sinne des Gesetzes anzusehen.

Von dieser Änderung in der Auffassung darauf angesprochen, meinte Cepic am Freitag zur APA, dass sich eben in der Zwischenzeit durch weitere rechtliche Fakten ein anderes Gesamtbild ergeben habe.

"Das ist aber ein ganz normaler Verlauf bei einem 'missed test'", versuchte der NADA-Chef die Lage zu kalmieren. Die Entscheidung der Rechtskommission sei nun abzuwarten. Jedenfalls: "Jukic ist ein Sportler wie jeder andere."

Unerträglicher Zustand

Vom 25-jährigen Sportler wie auch von Krankl wird aber bezweifelt, dass Jukic vom OSV und von der NADA auch wirklich als solcher gesehen bzw. behandelt wird.

Die Anklage von Jukic durch die NADA trotz fehlender Grundlage ist für Krankl ein weiterer Beleg dafür. Ein Anprangern des aus Krankl-Sicht unerträglichen Zustands in einem Brief an Sportminister Gerald Klug blieb laut Krankl unbeantwortet.

Der Rechtsanwalt schrieb das Regierungsmitglied daher am Freitag noch einmal an, sein Vorschlag an Jukic steht aber schon. "Ich empfehle ihm, dass er Österreich verlässt."

Der Olympia-Vierte soll sich so besser auf den Schwimmsport konzentrieren können und sich nicht wie derzeit mit Klagen herumschlagen müssen.

Unbeschriebenes Blatt im Ausland

Krankl denkt aber nicht daran, dass sein Mandant Österreichs Schwimmsport ganz "adieu" sagt. "Wenn er im Ausland trainiert und für einen ausländischen Verein startet, ist er dort ein unbeschriebenes Blatt", führte der Jurist aus.

Demzufolge würde er von der dann dort zuständigen nationalen Anti-Doping-Agentur neutral behandelt. Bei Unterbieten der Limitzeiten könnte er auch dann auch so für Österreich antreten.

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