Top-16 als Ziel: So geht Jakub Maly ins WM-Debüt

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Am Montag bekam Jakub Maly im OSV-Camp in Barcelona einen „Überraschungsbesuch“.

Trainer Walter Bär, der Felix Auböck und Sascha Subarsky im rund 50 Kilometer entfernten Callela auf die Junioren-WM vorbereitet, schaute für ein gemeinsames Mittagessen bei seinem Schützling vorbei.

Man traf sich allerdings nicht im WM-Stadion, sondern in der Stadt.

Denn: Bär liegt mit dem OSV und vor allem mit Delegationsleiter Moschos Tavlas im Clinch und wurde deshalb nicht für die Schwimm-WM akkreditiert.

Obwohl der Athlet die finanziellen Mittel für Flug und Hotel selbst aufgebracht hätte (LAOLA1 hat berichtet).

Formkurve zeigt nach oben

Mittlerweile hat sich WM-Debütant Maly mit der Trainer-Situation abgefunden, oder besser gesagt arrangiert: „Ich war auch schon bei anderen Großveranstaltungen ohne meinen Trainer. Aber besser wäre es natürlich, wenn er dabei wäre.“

Die Vorbereitung, erzählt Maly im Gespräch mit LAOLA1, ist "den Umständen entsprechend" gut verlaufen.

Bei den Staatsmeisterschaften in Kapfenberg holte er sich den Titel über 400 m Lagen und die Bestätigung, dass die Formkurve in die richtige Richtung geht. „Wettkämpfe sind das beste Training!“

Am Mittwoch springt Maly nun über 200 m Lagen erstmals ins WM-Becken, am Donnerstag stehen die 200 m Brust am Wettkampfprogramm.

Höhepunkt am Sonntag

Die besten Chancen rechnet sich der Burgenländer aber die 400 m Lagen am Sonntag aus. „Da erwarte ich mir am meisten.“

Weil es bei Weltmeisterschaften keine Semifinal-Heats mehr gibt, sind die „imagniären Top-16“ das Ziel. Für die braucht man sehr wahrscheinlich eine Zeit unter 4:19 Minuten, glaubt Maly.

„Wenn ich die Top-20 knacke, bin ich zufrieden. Wenn es die Top-16 werden und eine Zeit unter 4:19 Minuten, bin ich absolut zufrieden.“

Neue Zeitrechnung

Nicht zufriedenstellend wird die OSV-Bilanz am Ende dieser Schwimm-WM ausfallen. Der Verband muss in naher Zukunft wohl kleinere Brötchen backen.

Das weiß auch Maly: „Zuletzt ist immer nur gesprochen worden, dass Markus (Rogan; Anm.) und Dinko (Jukic; Anm.) nicht dabei sind. Ja, Dinko ist einer der besten Sportler Österreichs. Ja, wir waren schon einmal mehr. Aber jetzt sind eben David (Brandl; Anm.) und ich die besten Jungs in Österreich – und für uns wären die Top-16 ein Erfolg!“

Für die Zukunft wünscht sich Maly, dass der Verband vor allem die Jahrgänge 1992, 1993 und 1994 pusht.

„Es gibt genügend Athleten, die den Sprung schaffen könnten. Vielleicht werden sie keine Medaillen gewinnen, aber sie könnten sich zum Beispiel für eine Kurzbahn-EM qualifizieren. Das wäre ein Anfang!“

Ab ins Schlaraffenland

Für Maly geht es von Barcelona zurück nach Österreich und dann Ende August weiter in die USA, wo er in den nächsten Jahren trainieren, studieren und leben wird.

Im Vergleich zu Österreich wartet an der University of Minnesota ein Schwimm-Schlaraffenland auf den Youngster.

Starke Trainingspartner und sieben bis zehn Trainer, ein 50-m-Becken mit Tribünen und ein 25-Yard-Becken, Kraftkammer mit Fitness-Coach und vieles mehr.

„Dort kann ich schwimmen und mich voll und ganz auf den Sport konzentrieren und muss nicht ständig nachdenken, was ich darf und was nicht.“

Stephan Schwabl

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