OSV: Vom Regen in die Traufe?

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Meidlinger-Nachfolge: Vom Regen in die Traufe?

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Christian Meidlinger ist als Präsident des Schwimm-Verbands offiziell Geschichte.

Nach dem jüngsten Hick-Hack rund um seine Auseinandersetzung mit Dinko Jukic, die WM-Akkreditierung seiner Gattin und das Gerichts-Theater mit dem Salzburger Landesverband möchte man meinen, dass es für den heimischen Schwimm-Sport eigentlich nur besser werden kann.

Möchte man meinen.

Doch Signale, die aus OSV-Kreisen kommen, lassen nichts Gutes erahnen. Aktive und Insider befürchten eine Verschlimmerung.

Die Favoritin auf eine Meidlinger-Nachfolge

Am Montag kommt es im OSV zu einer Präsidiumssitzung, in der erste Weichen für die Zukunft gestellt werden. Die Präsentation eines interimistischen Nachfolgers darf erwartet werden.

Gemäß LAOLA1-Informationen gilt Birgit Fürnkranz-Maglock, neben Peter Putzgruber und Richard Kössler eine von drei Vize-Präsidenten, als heißeste Kandidatin als vorübergehendes OSV-Oberhaupt.

Die Gattin von Erich Maglock, Chef des niederösterreichischen Landesverbandes, ist jedoch für zahlreiche Athleten ein rotes Tuch. „Schlimmer als Schauer und Meidlinger zusammen“, bringt es ein Schwimmer, der nicht genannt werden will, auf den Punkt.

Auf Kriegsfuß mit Jukic

Fürnkranz-Maglock war einst selbst Schwimmerin (mehrere Staatsmeistertitel) und ist Mitglied der ÖVP-nahen Union. Zwei Punkte, von denen sich der OSV erhoffen könnte, Jukic Wind aus den Segeln zu nehmen. Schließlich hatte der Teilzeit-Politiker (ÖVP) immer wieder die mangelnde fachliche Kompetenz der OSV-Führung kritisiert.

Innerhalb des Schwimm-Lagers gilt Fürnkranz-Maglock jedoch als ausgesprochene Jukic-Gegnerin. Eine Befriedung des zuletzt ausufernden Konflikts mit dem Olympia-Vierten ist unter ihr praktisch unmöglich.

Ursache für ihre Antipathie gegenüber dem 24-Jährigen sind mediale Rundumschläge von Jukic, die in der Vergangenheit auch niederösterreichische Athleten betroffen haben.

Ein kleines Schlupfloch

Bei der Frage nach der Länge der Dauer der interimistischen Meidlinger-Nachfolge lassen die OSV-Statuten Interpretations-Spielraum zu. Im Paragraph 27, Absatz 5 heißt es:

„Im Falle eines vorzeitigen Ausscheidens des Präsidenten ist von den Vize-Präsidenten innerhalb eines Jahres vom Zeitpunkt des Ausscheidens ein außerordentlicher Verbandstag (…) einzuberufen. Fällt in diesem Zeitraum ein ordentlicher Verbandstag, ist der Präsident bei diesem Verbandstag zu wählen.“

Auch wenn der Abschnitt die Bestimmung eines neuen OSV-Präsidenten beim bevorstehenden außerordentlichen Verbandstag am 6. September impliziert, schreibt er es nicht ausdrücklich vor.

Einige Funktionäre und Athleten befürchten nun, dass das findige Vorstandsmitglieder als Schlupfloch nutzen könnten, um eine interimistische Nachfolgerin namens Fürnkranz-Maglock für die nächsten drei Jahre zu installieren.
 

Reinhold Pühringer/Stephan Schwabl

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