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Eine Kraul-Staffel mit Perspektive

Die Herren-Staffel über 4 x 200 m Kraul hat bei den Schwimm-Weltmeisterschaften in Shanghai nach den Final-Teilnahmen von Markus Rogan und Dinko Jukic für die erfreulichste österreichische Leistung gesorgt.

Platz neun des perfekt eingestellten OSV-Quartetts gibt für diesen Prestige-Bewerb gute Perspektiven.

Bei der Antwerpener Langbahn-EM Ende Mai 2012 sollten die Österreicher zu den Medaillenkandidaten zählen.

Schon 2008 in Eindhoven hatte es mit EM-Bronze geklappt.

Viel Potenzial vorhanden

Als fünftbeste europäische Nation hatten David Brandl, Christian Scherübl, Markus Rogan und Dinko Jukic diesmal nur 19/100 Sekunden Rückstand auf Großbritannien, lediglich 3/100 waren es auf die letztlich viertplatzierten Deutschen.

Die schwammen im Endlauf knapp fünf Sekunden schneller als im Heat, eine derartige Steigerung sollte mittelfristig sicher auch für die Österreicher möglich sein.

"Ich sehe bei uns sehr viel Potenzial", meinte Jukic bestätigend.

Ablösen trainiert

In der Vorbereitung hätte alles geklappt, der Egoismus sei nach Aussage des 22-Jährigen hintangestellt worden.

Im Gegensatz zu früheren Staffel-Abenteuern hatte sich der Verband heuer schon frühzeitig auf eine Nominierung festgelegt, wie auch bei den Damen.

Die Aufstellung war lange Zeit fixiert gewesen, im Pekinger Vorbereitungscamp und später in der Wettkampfstätte Oriental Sports Center wurden fleißig Ablösen trainiert.

Beste Wechselzeit

Dass sich das voll rentiert hat, zeigt die Ergebnisliste. Scherübl übernahm von Brandl mit einer Reaktionszeit von 16/100, Rogan von Scherübl mit 6/100 und Jukic von Rogan mit 9/100.

31/100 war die inklusive Finale klar beste Leistung aller Staffeln, kein Team hat besser gewechselt. Zudem feuerten die vier Österreicher einander an, motivierten den auf den Start wartenden Kollegen.

Das strich etwa Scherübl positiv hervor.

Großes Versprechen

Vom zweifachen Jugend-Europameister wird man noch einiges hören, mit erst 17 Jahren war er jeweils nur rund drei Zehntel langsamer als Rogan und Jukic.

"Chrisi ist die Zukunft des Schwimmsports", erwähnte Rogan seinen Teamkollegen äußerst lobend.

Der jüngere der Scherübl-Schwimmbrüder (Markus ist der ältere) sollte in den kommenden Jahren noch einiges von seiner Zeit abzwacken und auch auf der 200-m-Einzelstrecke eine sehr gute Rolle spielen können.

Letzter Unsicherheitsfaktor

Mit dem 29-jährigen Rogan ist nur ein älterer Athlet dabei, mit den anderen kann der Verband für die Staffel fix über Olympia 2012 hinausplanen. Jukic ist 22 Jahre alt, Brandl 24.

Bei Jukic bleibt nun noch abzuwarten, was am Mittwoch seine Anhörung vor der Nationalen Anti-Doping (NADA) infolge einer am 24. Mai nicht zustande gekommenen Dopingkontrolle ergibt.

Davon hängt auch das Staffel-Ergebnis und die mit Rang neun geschaffte direkte Olympia-Qualifikation ab.

Große Namen abgehängt

Die gute WM-Vorstellung an sich ist aber nicht mehr wegzudiskutieren, wie auch OSV-Sportkoordinator Moschos Tavlas anmerkte. "Jeder der vier Athleten hat eine ausgezeichnete Leistung erbracht", sagte der Grieche.

"Starke Nationen, wie der amtierenden Europameister Russland, Kanada oder Südafrika sind hinter uns geblieben."

Für die EM könnte übrigens auch eine Lagen-Staffel ein Thema werden, sind doch mit Stichtag 1. Juni 2012 über die Zeit noch vier Olympia-Plätze zu vergeben.

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