Nadarajah hakt EM ab

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Für Nadarajah eine EM zum Abhaken

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Für Fabienne Nadarajah ist es eine Europameisterschaft zum Abhaken.

Ihr Auftritt in Debrecen über 100 m Rücken, wo sie auf die erstmalige Olympia-Qualifikation hoffte, ging in die Hose.

Mit schweren Beinen („Auf den letzten 25 Metern hat es in den Muskeln gebrannt wie noch nie.“) scheiterte die 26-Jährige am Mittwoch bereits im Vorlauf.

Nicht nur, dass sie mit 1:04,50 Minuten rund drei Sekunden über dem Limit für die Spiele lag, musste sie zudem auch mitansehen, wie ihr Teamkollegin Uschi Halbreiner (1:02,97) den bis dato gemeinsamen OSV-Rekord sowie den Platz in der Lagen-Staffel wegschnappte.

Anderer Formaufbau

Mit dem Rückschlag geht die Wienerin sehr nüchtern um. „Klar, bin ich jetzt alles andere als zufrieden damit, aber es ist halt so, dass meine Beine nach den Trainingslagern noch nicht ganz erholt waren“, erklärt Nadarajah im Gespräch mit LAOLA1. „Wenn von den Beinen kein Tempo kommt, dann liegst du automatisch tiefer im Wasser.“ Für eine Top-Zeit alles andere als förderlich.

Aus den Worten der Sprint-Spezialistin spricht zwar Ärger, aber keine Niedergeschlagenheit. Schließlich war auch die Trainingsplanung der Gruppe rund um Coach Zeljko Jukic nicht auf die EM ausgelegt.

"Ich bin jetzt schon dankbar für das, was Papa Jukic in den letzten acht Monaten mit mir gemacht hat. Ich werde dem Konzept treu bleiben."

Somit ist es für Nadarajah kein Beinbruch, jetzt noch nicht in der gewünschten Form zu sein. Die Chance, ein Limit oder zumindest eine niedrige „ÖOC Selection Time“ zu schwimmen, um auf eine Olympia-Einladung durch den Weltverband (FINA) zu hoffen, wird sie bei noch einigen anstehenden Events, wie etwa dem Ströck-Meeting oder der Mare-Nostrum-Serie, erhalten.

Blick geht nach vorne

Bei der EM geht Nadarajah am Freitag noch über 50 m Rücken an den Start. Dort werde sie aufgrund der bisherigen Darbietungen aber auch keine Bäume ausreißen. „Wir haben vor der EM kaum Schnelligkeit und Spritzigkeit trainiert, von daher erwarte ich nicht viel.“

Die einstige WM-Zweite auf der Kurzbahn schaut deshalb bereits nach vorne.

Am Wochenende danach wartet mit den Wiener Meisterschaften im Stadionbad die nächste Gelegenheit über die 100 m Rücken das Problem mit den schweren Beinen in den Griff zu bekommen.

„Von den Armen und dem Kreislauf her ist es mir bei der EM ja sehr gut gegangen. Kriege ich das mit den Beinen hin, komme ich sicherlich besser durch. Ich kann jetzt nicht sagen, welche Zeit ich dann schwimmen würde, aber definitiv besser als  1:04.“

Konkurrentinnen nur im Becken

Dass Halbreiner sie aus der 4x100-m-Lagen-Staffel geboxt hat, nimmt Nadarajah sportlich.

„So waren von Beginn an die Spielregeln.  Außerdem ist sie für mich nur in dem Moment eine Konkurrentin, in dem wir gegeneinander schwimmen. Ansonsten habe ich kein Problem damit. Das war eine gute Zeit von ihr.“

Reinhold Pühringer

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