Noch viel Arbeit bis Olympia

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Kurzbahn-Europameister Dinko Jukic fehlt doch noch einiges zu einem Langbahn-WM-Podest.

Nach Vorlaufrang eins und Platz vier im Semifinale war die Medaillenhoffnung über 200 m Delfin sicher berechtigt, doch in der Entscheidung reichte es wie vor zwei Jahren in Rom nicht.

Der 22-Jährige kam trotz Platz sieben dem Podest aber näher als er es 2009 als Sechster gewesen war und will in Blickrichtung Olympische Spiele in London noch härter arbeiten. Allerdings kündigte auch die Konkurrenz an, aufrüsten zu wollen.

Wo es noch hapert

Besonders an den Tauchphasen und den Wenden gilt es für Jukic zu feilen. "Ich hole immer im Schwimmen auf, verliere an der Wende", erklärte er.

Kurzbahn-Wettkämpfe sind da eine gute Übung, daher hat er für die EM im 25-m-Becken vom 8. bis 11. Dezember in Stettin geplant.

Dazu kommt es natürlich nur, wenn er in der anhängigen NADA-Causa infolge einer am 24. Mai nicht zustande gekommenen Doping-Kontrolle keine Sperre ausfasst.

Substanz fehlt

Auf den letzten etwa 15 der insgesamt 600 Delfin-Meter sah Jukic seinen Traum von einer Medaille zerplatzen, es ging ihm die Kraft aus.

Auch hier will der Student ansetzen, um bei den Spielen in London seine traditionell stärkere zweite Rennhälfte durchzuhalten.

"100 Meter bin ich mein eigenes Rennen geschwommen. Doch dann sind die drei Rennen in zwei Tagen mir schon an die Substanz gegangen. Ein Semifinale und ein Finale erlauben aber keine Fehler."

Vergleich mit US-Stars

Wichtig wäre, dass Jukic noch vor Olympia einen Vergleich mit einigen der Weltbesten hat. Und da bietet sich mit dem "Duel in the Pool" am 18./19. Dezember in Atlanta zwischen einer US- und einer europäischen Auswahl eventuell eine Möglichkeit.

"Markus (Anm.: Rogan) und ich sind im vorläufigen Kader", verriet der Athlet des SC Austria Wien.

Es wird die zweite Auflage dieses Vergleichs, nachdem im Dezember 2009 in Manchester die USA gewonnen hatten.

Zum fünften Mal

Ob Michael Phelps an diesem Kurzbahn-Wettkampf teilnimmt, bleibt abzuwarten. Nur selten wagte sich der 26-Jährige in jenes Becken mit den nicht-olympischen Maßen.

Auf der Langbahn fühlt er sich aber daheim, und da besonders über 200 m Delfin. Nach Fukuoka 2001, Barcelona 2003, Melbourne 2007 und Rom 2009 hat er sich den WM-Titel in Shanghai auf dieser Strecke zum fünften Mal geschnappt.

2005 in Montreal war er nicht genannt. Dazu kommen Olympia-Gold von Athen 2004 und Peking 2008.

Wieder Mut geschöpft

In 1:54,34 Minuten war der 14-fache Olympiasieger im Donnerstag-Finale jedoch nur um 1/100 schneller als bei seinem Erfolg vor acht Jahren in Barcelona.

Das allein zeigt, dass Phelps seinen besten Zeiten noch etwas hinterherschwimmt. "Ich weiß, dass da noch mehr gehen muss", erklärte er.

"Doch ich habe das Gefühl, dass ich dorthin zurückkomme, wo ich schon einmal war." Noch im zweiten Halbjahr 2010 hatte er diesen Glauben nicht gehabt.

Auf der letzten Länge

Aber auch bei den Nächstbesten wird Jukic bei Olympia wohl mehr als nur seinen Rückstand vom WM-Finale aufzuholen haben.

Silbermedaillengewinner Takeshi Matsuda etwa wird von Phelps als sein härtester Konkurrent eingeschätzt. "Er hat ein sehr starkes Finish."

Der Japaner hatte sich schon diesmal Siegeschancen ausgerechnet, wollte Phelps schlagen. "Ich bin ein bisschen enttäuscht. Aber auf den letzten 50 Metern bin ich müde geworden und habe gespürt, wie Phelps an mir vorbeigeschwommen ist."

Prioritäten woanders

Bronzemedaillen-Gewinner Wu Peng überraschte mit der Aussage, die WM gar nicht so wichtig genommen zu haben. Olympia sei wichtiger, hatte er seinen Landsleuten vor der Heim-WM mitgeteilt.

Der in den USA trainierende Asiate lässt sich auch nicht von seinen beiden heurigen Erfolgen über Phelps blenden, weiß um seine Defizite.

"Da war ich sicher der Glücklichere. Wir haben beide davor hart trainiert", wollte Wu diese Siege nicht überbewertet wissen. Viel zählen würde ein solcher freilich bei Olympia.

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