Blaha schielt auf das EM-Podest

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Bei den Europameisterschaften diese Woche in Berlin könnte die Zeit von Constantin Blaha gekommen sein.

Mit den Finalrängen fünf vom 1-m- und neun vom 3-m-Brett hat Österreichs Vorzeige-Wasserspringer im vergangenen Sommer bei der Barcelona-WM massiv aufgezeigt, auf Europa-Ebene konnte ihm bei diesem Double kaum wer das Wasser reichen.

Nun heißt es, das Potenzial auch auf EM-Ebene umzusetzen.

Die WM öffnete neue Türen

Die beiden WM-Teilnahmen hatten für Blaha angenehme Folgewirkungen.

Auf dem Sponsoren-Sektor ist er abgesichert, er wurde in die "Hope-Kategorie" des Olympia-Kaders für Rio aufgenommen und hatte für die vergangene Saison die 3-m-Teilnahme an der hochwertigen World Series in der Tasche.

In Peking, Dubai, London, Moskau, Windsor/Kanada und Monterrey musste er jedoch noch sportliches Lehrgeld zahlen, verpasste jeweils den Aufstieg.

Viel auf Achse, viel Erfahrung

"Ich habe in diesem Jahr aber viel an Erfahrung dazugewonnen", erklärte Blaha.

"Ich habe auch viel an Substanz gelassen, war viel auf Reisen und wenig zu Hause."

Die im Vergleich mit früheren Saisonen klar verstärkte Wettkampfpraxis soll sich nun positiv auswirken, auch wenn der SU-Wien-Athlet aufgrund der Stärke der Konkurrenz nicht so sehr mit Top-Platzierungen verwöhnt wurde.

Der nächste Schritt soll folgen

Schon beim EM-Auftakt im Berliner Europasportpark am Dienstag (10.00 Uhr) wartet die vielleicht größere Chance auf ein Top-Abschneiden und vielleicht sogar die erste rot-weiß-rote Wassersprung-EM-Medaille seit Anja Richters Silber vom Turm in Budapest 2006.

Denn 2010 ebenso in Budapest landete "Coco" in der 1-m-Konkurrenz auf EM-Rang fünf, 2013 in Rostock gar auf Position vier.

Nun ist er für den nächsten Schritt, den auf das Podest, bereit.

Bekanntes Problem

Aber auch wenn der 26-Jährige in der WM-Konkurrenz zweitbester Europäer war, er geht mit wenig Praxis in den Bewerb vom niedrigeren der beiden Bretter.

Das geht allerdings allen so. "Vom 1 m gibt es das Jahr über kaum Wettkämpfe."

Andererseits stellen manche Verbände Spezialisten, die bereiten sich nur auf eine Konkurrenz vor. "Ich sollte aber ganz gut aufgestellt sein, auch vom 3 m."

Größere Dichte

Die olympische Disziplin steht am Donnerstag (12.00) auf dem Programm, da war Blaha bei den Weltmeisterschaften sechstbester Europäer.

"Vom 3 m ist die Dichte in Europa viel größer", meinte er.

"Ich erwarte mir aber bei beiden das Finale, Ziel sind dann die Top sechs. Der Kreis der Medaillenanwärter ist aber sehr groß. Klar, dass ich mit einer Medaille sehr glücklich wäre. Jedenfalls bin ich hungrig darauf, rauszuhauen, was ich drauf habe."

   Die Europameisterschaften sind für Blaha auch so etwas wie Heim-Titelkämpfe, ist er doch auf der Anlage schon seit Jahren mit dem OSV-Team öfters auf Trainingslager. Auch erst vor kurzem wurde da am Feinschliff gearbeitet. "Ja, die EM ist für mich ein halbes Heimspiel. Außer in Berlin war ich seit der WM zwischen den Wettkämpfen außer in Wien auch drei, vier Monate in Amerika. Am besten war es aber bei den World Series, da habe ich mit den Besten der Welt trainiert."

   Am Freitag (10.00) geht es für Blaha mit OSV-Kollegen Fabian Brandl in den 3-m-Synchron-Bewerb. Erst seit kurzem trainieren sie daran. Blaha sieht darin kein großes Problem: "Die Sprünge können wir ja individuell üben, es geht dann nur um das Timing und die Synchronität." Brandl ist der Bruder von Synchronschwimmerin Nadine Brandl, auch er wird in beiden Einzelkonkurrenzen antreten. Bei einer für ihn optimalen Leistung sollte ein Finaleinzug möglich sein.

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