OSV hat von Jukic die Nase voll

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Präsident Meidlinger legt Jukic OSV-Austritt nahe

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"Wer nicht mitschwimmen will, sollte das Becken verlassen."

Christian Meidlinger legt Dinko Jukic den Austritt aus dem Schwimm-Verband (OSV) nahe. Der Olympia-Vierte hatte den OSV-Präsidenten im Interview mit LAOLA1 schwer angegriffen.

Etwas, das sich der Verbands-Boss nicht gefallen lassen will, nicht gefallen lassen kann, und deshalb in einer Aussendung Kontra gibt.

"Angesichts wiederholter gehässiger Anfeindungen und ungerechtfertiger Vorwürfe gegen Funktionäre und Sportler des OSV, schlage ich Jukic und seinem Umfeld vor, die Konsequenzen aus ihrer Unzufriedenheit zu ziehen. Die Masche, mit medialem Wirbel von eigenen Problemen abzulenken, ist über Gebühr strapaziert", heißt es dort.

Keine Urlauber

Meidlinger möchte dabei die vielen ehrenamtlichen OSV-Funktionäre in Schutz nehmen. "Sie haben es nicht notwendig, sich als 'Nehmer', 'Abkassierer' oder gar als 'Idioten' bezeichnen zu lassen."

Jukic' Anektoten über Funktionäre, die Reisen zu internationalen Meetings als "Urlaub" nützen, tut Meidlinger schlicht als "Unwahrheit" ab. Der Wiener Landtagsabgeordnete spricht von einer entstandenen Verunsicherung bei den OSV-Mitarbeitern.

"Offenbar ist es in wiederholten Fällen zu Verletzungen der Privatsphäre von FunktionärInnen gekommen. Ohne rechtliche Abdeckung haben Kontoabfragen stattgefunden. FunktionärInnen berichten von Drohungen sowie von Fällen von Verleumdung und Denunziation. Allen Betroffenen kann ich nur empfehlen, Klagen zu prüfen und nach Möglichkeit einzubringen."

Streitpunkte Demokratie und Transparenz

Medlinger und dem OSV reiche es nun. Vor allem da Jukic keinen Wert auf "die im OSV gelegte Demokratie und Transparenz" lege. Zwei Dinge, die Jukic und einige andere Schwimmer allerdings im Verband massiv bemängeln.

Den Vorwurf, Österreichs bester Schwimmer bei den Olympischen Spielen in London wären vor der WM in Barcelona zu wenig Trainingszeiten zugestanden worden, will man von OSV-Seiten nicht gelten lassen.

Diese seien "ausreichend" gewesen und der Athlet hätte sich nicht einmal die Mühe gemacht, die Mails zu beantworten.

Die Sache mit der Ablenkung

Die eingangs erwähnte Strategie, "mit medialem Wirbel von eigenen Problemen abzulenken", scheint auch Meidlinger zu verfolgen. Schließlich lässt er in einem Nebensatz fallen: "Außerdem hat Dinko Jukic anscheinend wieder Probleme mit der NADA." Ohne darauf näher einzugehen.

Laut Recherchen der APA handelt es sich hierbei um einen Verstoß der Meldepflicht. Erst bei drei derartiger Fälle innerhalb von 18 Monaten könne es zu Sanktionen kommen.

Dies ist nicht die einzie Spitze Meidlingers in Richtung Jukic.

"Wenn er nicht wettkampfmäßig schwimmt, hat er auch Zeit, über die Ableistung seines Grundwehrdienstes beim Bundesheer nachzudenken, dem er sich bisher erfolgreich entzogen hat."

Ein weiteres rechtliches Gefecht

Besonders schmerzt Meidlinger Jukic' Vorwurf, dass er sein Präsidentenamt nur aus persönlichem Interesse ausüben würde, damit sein Sohn Dominic einen Platz im Heeressportzentrum bekam.

"Das ist unerträglich und vollkommen aus der Luft gegriffen", sagt der OSV-Boss dem "Kurier". Er prüfe nun sogar rechtliche Schritte.

Im gleichen Zeitungs-Artikel versucht er auch die WM-Akkreditierung seiner Gattin zu rechtfertigen. "Meine Frau ist privat vor Ort, das wird alles von mir persönlich bezahlt."

Was allerdings nicht erklärt, wozu dafür eine Akkreditierung durch den OSV notwendig ist, die ihr unter anderem Zugang zum Pool, zum Vorbereitungs-Areal der Athleten und zum Shuttle Bus verschafft.

Salzburger Landesverband bekommt recht

Für den OSV setzte es indes eine juristische Niederlage. Der vom Verband vollzogene Ausschluss des Salzburger Schwimm-Verbands sei gemäß der ersten Instanz nicht zurecht erfolgt.

Wie bereits bei der im März verhängten Sperre gegen Jukic hat das Wiener Landesgericht für Zivilrechtssachen aufgrund der klaren Rechtslage ohne Aufnahme des Beweisverfahrens entschieden.

Ob der OSV wie bei der Jukic-Sperre erneut in Berufung geht, ist noch nicht bekannt. Stein des Anstoßes war die Ausrichtung eines zum Anwerben von Nachwuchst-Athleten veranstaltetes Weihnachtsschwimmen zum Jahreswechsel 2011/12, welches nicht gemäß den Wettkampfbestimmungen abgewickelt sein worden soll.
 

Reinhold Pühringer/Stephan Schwabl

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