Warum die Akkreditierung notwendig war

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Es geht auch um die Außenwirkung.

Christian Meidlinger bekam das in den vergangenen Tagen am eigenen Leib zu spüren. Der OSV-Präsident hatte die Schwimm-Weltmeisterschaften in Barcelona gemeinsam mit seiner Gattin Karin von der Tribüne aus verfolgt.

Ein Foto tauchte auf, welches zeigte, dass auch die Ehefrau akkreditiert worden war (LAOLA1 berichtete). Dies nährte Gerüchte, Frau Meidlinger hätte sich auf OSV-Kosten ein paar schöne Tage in Spanien gemacht.

Eine Nachrede, die der Wiener nicht hinnehmen kann und will. „Ja, meine Gattin war mit, aber es ging alles auf Eigenkosten“, sagt Österreichs höchster Schwimm-Funktionär. Das gilt auch für die 130 Euro teure Akkreditierung.

Eine Notwendigkeit

Karin Meidlinger und Gatte Christian auf der Tribüne

Um nach Barcelona reisen zu können, hatten Meidlinger und seine Gattin bei ihren Arbeitgebern – „wie normale Menschen auch“ – Urlaub beantragen müssen.

„Eine Akkreditierungskarte war für mich nicht geplant und vorgesehen, jedoch vor Ort nötig, um das Essen im Hotel zur gleichen Zeit einnehmen zu können, um die Fahrt im Bus zur Sportstätte nützen zu dürfen und auf einem Platz im Zuschauerraum sitzen zu dürfen“, stellt Karin auf der Homepage des ASV Wien klar.

Ihr Gatte reagiert mit Unverständnis auf die öffentliche Aufregung. „Dass die da jetzt hineingezogen wird, finde ich nicht okay.“ Er sieht es schließlich als sein Recht, seinen Urlaub mit seiner Frau verbringen zu dürfen.

Es gibt nicht nur schwarze Schafe

Der Missbrauch von Verbandsgeldern lege Meidlinger fern, was für all seine Handlungen für den OSV gelte. „Ich habe dem Verband keine einzige Kilometer-Abrechnung hingelegt und habe keine einzige Tages-Diät abgerechnet. Das geht alles auf eigene Kosten“, wehrt sich Meidlinger gegen Unterstellungen.

Das empfinde er als ordnungsgemäßen Ablauf, „weil in einem Sportverband das Geld lieber für Jugendarbeit ausgegeben werden soll.“

Das von den Medien suggerierte Bild von verschwenderischen Funktionären hält er als zu einseitig. „Wenn man immer davon spricht, dass es Pfründe unter den Funktionären gibt, dann könnte man auch einmal darüber schreiben, dass es auch anders passiert.“

Die Optik nicht ganz gerade gerückt

Die Weltmeisterschafts-Akkreditierung von Karin Meidlinger

Die dem OSV vorgeworfene schiefe Optik, dass statt der Präsidenten-Gattin lieber ein zusätzlicher Heim-Trainer eines der vier Athleten akkreditiert hätte werden sollen, kontert Meidlinger mit einer im vergangenen Herbst gefassten Entscheidung im Verband.

„Gemeinsam mit den Trainern der Leistungszentren haben wir entschlossen, dass bei einer Großveranstaltung ein Trainer auf vier Sportler kommen soll. Das ist auch internationaler Usus.“

Jedoch wurde neben Marco Wolf auch Lisa Zaisers Coach Ferdinand Kendi akkreditiert. „Aber als Delegationseiter“, weist der OSV-Boss darauf hin, dass der eigentliche Delegationsleiter, Moschos Tavlas, bereits am Dienstag wegen Verpflichtungen aus Barcelona abreisen musste und deshalb ein Ersatz notwendig war.

Dass man damit aber erst wieder die eigene Grundsatz-Entscheidung aushöhlte, kann jedoch selbst Meidlinger nicht vollends abstreiten: „Wir haben darauf reagiert, dass sich Lisa in der Vergangenheit bewährt hat, da sie auch zweimal das A-Limit für die WM geschwommen ist.“

„Unkontrollierter Sprechdurchfall“

Persönlich tief angegriffen zeigt sich Karin Meidlinger. Die Präsidenten-Gattin holt auf besagter ASV-Wien-Seite zum Gegenschlag gegen Dinko Jukic aus.

Das Vorstandsmitglied des Vereins bezeichnet es „als üble Wiederholungstat“ von Dinko Jukic, „vor, bei, während oder nach einem Großereignis weit den Mund aufzureißen und unter unkontrolliertem Sprechdurchfall meist nur Dreiviertel-Lügen und Halb-Wahrheiten herauszulassen.“

Sehr ausführlich geht sie auf diverse Vorwürfe und Verfehlungen des 24-Jährigen ein, an dem sie kein gutes Haar lässt.

„Die Tatsache, dass Dinko Jukic es sich herausnimmt, medial über die Gruppe an österreichischen Teilnehmer bei der WM in Barcelona dermaßen negativ herzuziehen, lässt darauf schließen, dass wir es mit der Person zu tun haben, welche an der weltgrößten Entbehrung an Persönlichkeit, menschlicher Größe und sportlicher Einstellung leidet.“

>> Das ganze Schriftstück zum Nachlesen <<

 

Stephan Schwabl und Reinhold Pühringer

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