Das Mekka des Rudersports

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Wimbledon ist es im Tennis.

Kitzbühel im Skisport.

Und Boston ist es im Rudern - das Mekka einer Sportart.

Das „Head of the Charles“-Rennen feiert am Wochenende Jubiläum, die Veranstalter laden zum 50. Mal zur Ruder-Regatta des Jahres.

Rund 11.000 Athleten zwischen 14 und 85 Jahren nehmen teil, mehr als 400.000 Zuschauer werden erwartet, wenn im Einzelzeitfahr-Verfahren alle 15 Sekunden ein Boot die 4.800 Meter lange Strecke, die unter sieben Brücken hindurch führt, in Angriff nimmt.

Mittendrin statt nur dabei ist auch die Elite des Österreichischen Ruderverbandes. Neben Präsident Horst Nussbaumer, der im „Men’s Master Eights (40+)“ an den Start geht, nehmen auch die Sieber-Brüder Bernhard und Paul sowie Magdalena Lobnig teil.

Doppelte Titelverteidigerin

Letztere ist doppelte Titelverteidigerin und nimmt neben dem Doppel-Zweier auch den Achter und also die Königsklasse in Angriff.

Dabei sitzen – mit Ausnahme von Weltcupsiegerin Emma Twigg aus Neuseeland – acht der besten Ruderinnen gemeinsam in einem Boot.

Im Vorjahr ließ man den US-Achter, immerhin mit WM-Gold dekoriert, hinter sich und setzte ein Ausrufezeichen.

Die Lokalmatadorinnen kündigten bereits Revanche an, seither liefern sich die beiden Boote auch in den sozialen Netzwerken ein Verbal-Scharmützel, das am Charles River in Massachusetts im sportlichen Showdown münden soll.

Krasse Umstellung

„Gefühlt ist es die fünffache Geschwindigkeit“, erklärt Lobnig den Unterschied zum Einer, ihrer Spezialdisziplin, in dem sie zahlreiche Erfolge feierte.

Die technische Umstellung ist für das 24-jährige Allroundtalent kein Problem, auch die Distanz – für gewöhnlich „nur“ zwei Kilometer – stellt kein allzu großes Hindernis dar.

Spannend sind mögliche Berührungspunkte im Rennen – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. „Überholmanöver gehören dazu“, grinst die Kärntnerin. „Es ist brutal, wie knapp es zugeht.“

Im Vorjahr wäre es beinahe ins Auge gegangen. Lobnig und ihre Kolleginnen verhinderten nur mit Mühe eine Kollision und schrammten um Haaresbereite am Brückenpfeiler vorbei.

„Sieber Bros“ begeistert

In eine der 61 Bootsentscheidungen sind auch die „Sieber Bros“ involviert. Bernhard und Paul schwärmen vom Event („Das ist Rudern pur!“) und freuen sich auf ihre Premiere.

Das Brüder-Paar stellt sich mit drei weiteren „leichten Zweiern“ dem Achter, startet aber auch im Leichtgewichts-Doppelzweier und schwärmt von der Atmosphäre. „Da geht nichts drüber. Die ganze Stadt lebt an diesem Wochenende den Rudersport.“

Mit entsprechenden Erfolgen wollen sie die Welle der Begeisterung bis nach Österreich überschwappen lassen.

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