Die Olympia-Kloake

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Olympische Kloake: 21 Tonnen Fisch-Kadaver

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Neue Horror-Meldung aus Rio de Janeiro, wo in rund 480 Tagen die 31. Olympischen Sommerspiele der Neuzeit stattfinden:

Am Montag werden 21 Tonnen Fischkadaver aus der Rodrigo-de-Freitas-Lagune, wo die Ruder- und Flachwasserkanu-Bewerbe stattfinden, geholt.

Während die Behörden starke Regenfälle und Hochwasser in Kombination für das Fischsterben verantwortlich machen, mehrt sich bei den Athleten die Skepsis, ob dort in rund einem Jahr überhaupt gefahren werden kann.

"Sollten die Bedingungen derart katastrophal sein, gehe ich davon aus, dass wir dort keine Rennen fahren werden", zeigt sich Österreichs Ruder-Ass Magdalena Lobnig besorgt.

Training ist unmöglich

Magdalena Lobnig wurde 2013 Vize-Europameisterin

Die Wasser-Verschmutzung vor Rio wurde zuletzt bereits thematisiert. Die Berichterstattung über umhertreibende Kühlschränke, Spritzen und tote Tiere beschränkte sich derweil jedoch auf das olympische Segel-Revier in der 380 Quadrat-Kilometer großen Guanabara-Bucht.

In Sachen Wasser-Qualität ist es aber um die Regatta-Strecke nicht viel anders bestellt.

Abwässer und Müll hinterlassen ihre Spuren. Algen und Bakterien finden guten Nährboden und verbrauchen den Sauerstoff im Wasser.

Das Verbrechen an der Natur stinkt im wahrsten Sinne des Wortes zum Himmel. "Wenn du dein Boot zu Wasser lässt und einatmest, möchtest du dich übergeben", erklärt ein brasilianischer Ruderer gegenüber dem "Guardian". Während seiner Trainings-Einheiten müsse er oft Pausen einlegen, weil ihm vom Gestank schlecht wird.

Bürgermeister macht wenig Hoffnung

Lobnig kennt bislang nur die Bilder aus den Medien. "Ich war selbst noch nicht in Rio vor Ort, aber was ich gesehen habe, sieht schrecklich aus", so die Projekt-Rio-Sportlerin.

"Natürlich macht man sich als Sportlerin Sorgen, vor allem wenn ich höre, dass der Bürgermeister gesagt hat, es geht sich bis zu den Spielen nicht aus, dass man dieses Problem in den Griff bekommt."

Der Ruder-Weltverband und eine Tierschutz-Organisation machen mit der Kampagne "Clean Water" mobil gegen das massive Problem. Bis zum August 2016 langjährige Versäumnisse zu bereinigen, erscheint jedoch als sehr schwieriges Unterfangen.

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