Publikumsliebling Hugo Simon muss passan

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Eine Aufstockung des Gesamtbudgets von etwa 1,5 Mio. auf 1,88 Mio. Euro und viel Arbeit im Hintergrund hat es möglich gemacht:

Das Wiener Pferdefest, das zum zweiten Mal von Sepp Göllner veranstaltet wird, geht erstmals als CSI5*- bzw. CDI4*-Turnier in Szene.

Trotz Zeiten der Finanzkrise ist es gelungen, das zum insgesamt 26. Mal ausgetragene Turnier in der Wiener Stadthalle nicht nur zu halten, sondern sogar noch wertvoller zu machen.

"Schwerer als gedacht"

Allerdings war dazu ein Kraftakt nötig.

"Es war wirklich noch schwerer als wir es uns gedacht haben. Es ist momentan auch mit allen anderen Veranstaltungen so, dass man das Geld gerade zusammenbekommt oder man greift alte Reserven an", schilderte Veranstalter Göllner am Donnerstag gegenüber der APA die Schwierigkeiten.

Eishalle umfunktioniert

Darum ist aber der Fünf-Stern-Status mit acht zur Springreiter-Weltrangliste zählenden Bewerben vorerst nur ein Versuchsballon.

"Wir schauen uns einmal an, ob es besser ankommt als ein Vier-Stern-Turnier."

Ziel sei es aber freilich, die fünf Sterne zu behalten. Neu ist dieses Jahr - zur Freude für Pferd und Reiter - auch die große Abreitehalle, wofür die Eishalle mit Maßen von 70 x 30 m umfunktioniert wurde.

"Eine enorme Aufwertung für das Turnier", sagte Göllner.

Olympiastars am Start

Die Stars geben sich freilich traditionell in Wien ein Stelldichein.

Herausragender Teilnehmer ist der Olympiasieger Steve Guerdat, der 28-jährige Schweizer hat erst vergangenen Montag auch die Spitze in der Weltrangliste übernommen. Ihm fehlt noch ein Sieg im Grand Prix von Wien.

Mit am Start sind u.a. der fünffache Wien-GP-Sieger Beat Mändli und auch der Deutsche Gerco Schröder, der sein auf 10 Mio. Euro geschätztes Ausnahmepferd Eurocommerce London nach Wien bringt.

Schröder hat bei den Olympischen Spielen gleich zwei Mal Silber geholt.

Simon muss passen

Ein Stammgast in der Stadthalle seit Jahrzehnten wird vom Publikum hingegen schmerzlich vermisst werden:

Hugo Simon. Der 70-jährige Evergreen hat sich vergangenes Wochenende in Linz bei einem Sturz mit dem Rücken in ein Hindernis eine schmerzhafte Rückenprellung zugezogen.

Göllner dazu: "Er ist ein großer Wien-Fan, aber er hat solche Schmerzen, dass es nicht geht. Er ist natürlich auch 70, es heilt alles nicht mehr so schnell."

Simon habe gesagt, mit einem jungem Pferd muss man hundertprozentig fit sein, momentan gehe er aber wie ein Hundertjähriger.

Durchaus möglich ist aber, dass Simon auf einen Besuch als Zuschauer in Wien vorbeischaut.

Rot-weiß-rote Hoffnungen ruhen auf Eder

Die Haupthoffnungen der sonst vollständigen antretenden Österreicher trägt Stefan Eder.

Mit zuletzt sechs Grand-Prix-Siegen bei neun GP-Antreten hat er sowohl mit Chili van Dijk als auch mit Concordija großartige Erfolge eingeritten.

"Es ist oft auch eine Kopfsache. Wenn man einen gewinnt, ist man dann noch ein Stück selbstbewusst und dann funktioniert es beim nächsten Mal", erklärte Eder gegenüber der APA.

Er hofft sowohl mit Concordija im traditionellen Hallen-Derby am Samstag (20.30) als auch mit Chili van Dijk im mit 150.000 Euro dotierten Grand Prix der Stadt Wien am Montag (20.15) zumindest im Grundparcours fehlerfrei zu bleiben, um dann im Stechen zuzuschlagen.

Wien auf einer Stufe mit Paris

Auch für die seit dem Vorjahr sportlich aufgewertete Dressur gab es mit der Verwandlung vom CDI3*- in ein CDI4*-Turnier ein weiteres Upgrade.

Stolz ist sowohl Göllner als auch Österreichs Springreit-Referent Thomas Istinger auf die Tatsache, dass Wien mit zwei Fünf-Stern-Turnieren (nach der Global-Champions-Tour im vergangenen September auf dem Rathausplatz) nahezu einzigartig auf der Welt ist.

Nur in Paris gibt es zwei so hochwertige Turniere in einer Stadt noch.

"Das ist das größte Glück, das mir passieren kann", freut sich Istinger, der damit im Gegensatz zu solchen Events im Ausland mehreren Österreichern Startplätze bieten kann.

Zukunft gesichert

Ob zwei Fünf-Stern-Events für Wien nicht zu viel sein könnten?

"Das ist überhaupt nicht das Problem, es könnte auf Dauer sogar einen Vorteil zum Beispiel für eine kontinuierlichere Medienberichterstattung sein", erklärte Göllner, der sich über die Global Champions Tour mit der tollen Rathaus-Kulisse sogar freut.

Das Pferdefest wird es auch in den kommenden Jahren zumindest als Vier-Stern-Event geben, garantiert Göllner.

Konkurrenz ist groß

Eher Gedanken macht ihm da die Konkurrenz am Veranstaltungs-Wochenende mit dem Weltcup in Verona und dem Turnier in Oldenburg.

Bei Letzterem ist übrigens auch wegen einer früher abgegebenen Verpflichtung Österreichs beste Dressur-Reiterin, Victoria Max-Theurer, am Start.

Ihre Mutter Elisabeth Max-Theurer, die gleichzeitig auch Verbandspräsidentin ist, fungiert in Wien als Richterin.

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