Team mit kleiner Chance auf Olympia-Qualifikation

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Victoria Max-Theurer macht sich am Freitag auf den Weg zu den Dressur-Europameisterschaften nach Rotterdam.

Das ist nicht selbstverständlich, hat die Topreiterin doch erst vor einem Monat wegen einer Lungenembolie akut behandelt werden müssen. Die 25-Jährige muss sich noch schonen und hat sich auf die Arbeit mit ihrem Paradepferd, dem elfjährigen Hengst Augustin, konzentriert, mit dem sie in den Niederlanden in die Top Ten möchte.

Weiters für Österreich sind Peter Gmoser und Renate Voglsang am Start.

Großer Schrecken

Sie habe sich selber, erzählte Max-Theurer am Donnerstag im Gespräch mit der APA, einen großen Schrecken eingejagt.

Anfänglich habe sie die Atembeschwerden nicht ernst genommen, wollte sich aber doch vor dem CHIO in Aachen noch einmal untersuchen lassen. Aus dem Arztbesuch wurde wegen einer massiven Lungenembolie ein Krankenhausaufenthalt, mittlerweile wird sie mit Blutverdünner therapiert.

"Es ist viel besser geworden, manchmal merke ich es aber schon noch mit der Luft."

Sie gehe davon aus, dass es bei einem einmaligen Ereignis bleibt, achtet aber derzeit noch darauf, sich nicht zu sehr zu belasten.

"Top Ten wäre schön"

Augustin bescheinigt Max-Theurer, "recht gut drauf" zu sein. "Wir sind recht ordentlich vorbereitet und freuen und auf die EURO. Ins Finale zu kommen ist das Ziel, Top Ten wäre schön. Aber das wird irrsinnig schwierig, die Konkurrenz aus Deutschland, Niederlande, England, Schweden, Dänemark, aber auch Spanien ist sehr stark", zählte die Athletin vom RC Schloss Achleiten auf.

Hauptsache für sie sei aber, wieder dazubeisein. "Die Gesundheit geht total vor, aber dass wir nicht in Aachen reiten konnten, ist schon ein Wermutstropfen."

"Kleines, aber feines Team"

Zum EM-Auftakt stehen am kommenden Mittwoch und Donnerstag die Grand-Prix-Bewerbe auf dem Programm, am Samstag folgt der Grand Prix Special mit den Top 30, am Sonntag die Grand Prix Kür mit den besten 15.

Vergeben werden EM-Einzeltitel in Special und Kür sowie Medaillen im Mannschaftbewerb.

Für diesen rechnet sich Dressur-Reitreferent Thomas Lang durchaus Chancen aus: "Wir sind ein kleines, aber feines Team. Vici und Augustin sind Weltklasse, keine Frage. Peter und Cointreau sind, wie bei der WM 2010 in Kentucky bewiesen, immer wieder für Spitzenplatzierungen gut und auch bei Renate und ihrem temperamentvollen Hengst Fabriano sehe ich Potenzial."

Der Weg nach London 2012

Max-Theurer hat Olympia im Visier, nach London gelangt sie über die Einzel-Weltrangliste, wobei bis Frühjahr 2012 die besten acht Resultate aus den vorhergegangenen zwölf Monaten herangezogen werden.

Vor ihrer Erkrankung lag die Oberösterreichern an sechster Stelle, derzeit ist sie mit Augustin Neunte. Es gehe darum, die Ergebnisse, die rausfallen, gleich wieder durch ebensolche zu ersetzen, damit man unter den ersten Zehn, Zwölf bleibe.

"Es gäbe auch die Möglichkeit mit dem Team, aber das wird sehr schwierig, auch wenn wir ein recht solides Team sind mit konstanten Leistungen derzeit."

Aller guten Dinge sind drei

Gmosers Pferd Cointreau hat nach einer Huf-Infektion lange pausieren müssen, ist laut Aussagen seines Reiters aber "gut in Schuss". Toll wäre die Qualifikation der Mannschaft für die Olympischen Spiele, meinte Gmoser.

Nur die drei besten Teams der EM neben den bereits qualifizierten Nationen Großbritannien, Deutschland und den Niederlanden lösen ein Ticket.

Die geborene Münchnerin Voglsang sattelt Fabriano: "Er ist noch jung. Ich hoffe, dass er sich von der Atmosphäre und den vielen Zuschauern nicht ablenken lässt, sondern sich auf seine Aufgaben fokussiert. Wenn ihm das gelingt, dann steht einem Erfolgserlebnis nichts im Wege."

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