Bach würde Spiele in Österreich begrüßen

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„Ich würde eine Bewerbung Österreichs für Winterspiele begrüßen.“

IOC-Präsident Thomas Bach ermutigte bei seinem Abstecher nach Wien das ÖOC, sich künftig wieder an einer Kandidatur zu versuchen.

Das Hoffnungmachen des Deutschen darf angesichts der jüngsten Bewerbungs-Krise – für 2022 stehen nur noch die „klassischen“ Wintersporto-Orte Almaty und Peking zur Auswahl – nicht nur als höfliche Gepflogenheit abgetan werden.

„Außerdem sehe ich die Agenda 2020 als Vorteil für ein Land wie Österreich, wo die Infrastruktur bereits besteht“, untermauerte der Höchste aller Olympier, dass ihm seine Intention sehr wohl ernst sei.

Gastgeber Karl Stoss nahm die Steilvorlage seines Chefs im Rahmen der Pressekonferenz im Haas-Haus im Schatten des Steffls brav auf und ergänzte, dass er sehr gerne eine Olympia-Bewerbung erarbeiten möchte.

Dabei zog der Vorarlberger eine länderübergreifende Veranstaltung in Betracht, welche durch die Agenda 2020, einem im Dezember verabschiedeten Reform-Programm des IOC hin zu mehr Nachhaltigkeit, ermöglicht wird. „Mit dem EYOF vergangenen Jänner in Vorarlberg und Liechtenstein haben wir ein derartiges Pilot-Projekt ja bereits gemacht. Nun müssten wir schauen, ob sich das auch in groß realisieren ließe“, so Stoss, der freilich auf die Initiative einer Region angewiesen ist.

„Auf geht’s!“, kommentierte Bach diesen Vor-Stoss.

Kein Vorbeikommen

Leo Wallner erhält von Thomas Bach den Olympischen Orden

Bach führte eine Ehrung nach Wien. Dem IOC wurde der Toleranz-Preis der Akademie der Wissenschaften verliehen, welchen der Präsident am Mittwoch-Nachmittag entgegennahm.

„Toleranz ist ein Grundpfeiler im Sport. Nur im Sport gibt es ein Grundrecht, das weltweit für alle gilt“, kommentierte Bach die Auszeichnung. Im Rahmen seines Besuchs überreichte Bach außerdem dem früheren ÖOC-Präsident und ehemaligen IOC-Mitglied Leo Wallner mit dem Olympischen Orden die höchste olympische Auszeichnung.

Trotz der Ehrungen war EIN Thema nicht auszublenden: Der überraschende Rücktritt von FIFA-Rücktritt Joseph S. Blatter.

„Ich hatte bei der Eröffnung des FIFA-Kongresses in Zürich die FIFA aufgefordert, die Vorwürfe voll aufzuklären. Nur so kann man die Glaubwürdigkeit zurückerlangen“, sagte Bach, der vor Blatter dennoch Hut zieht, dass dieser den Weg letztlich frei gemacht habe, womit die dringend notwendigen Veränderungen nun eingeleitet werden können.

Eine Frage der Transparenz

Die Frage, ob er eine ähnliche Krise im IOC für denkbar halte, umschiffte Bach. Stattdessen merkte er an, dass das IOC aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt habe. „Vor 15 Jahren hatte das IOC Probleme mit Korruption bei der Vergabe von Spielen.“ Reformen hätten die Organisation jedoch auf den neuesten Stand in Sachen Compliance und Transparenz gebracht.

Punkte, die jedoch Marius Vizer erst kürzlich dem IOC vorgeworfen hatte. Der Präsident von SportAccord, der Vereinigung der Welt-Sportverbände, hatte aufgrund der heftigen Reaktionen auf seine Kritik erst am vergangenen Sonntag seinen Sessel geräumt.

Auf die Konfrontation mit Vizer angesprochen, schien Bach deren Bedeutung herunterspielen zu wollen. Es sei kein großes Ereignis, meinte er. „Es ist eine Meinung, die er exklusiv hatte. Das hat er nun gesehen und die Konsequenzen daraus gezogen“, wiederholte Bach seine Worte von vor wenigen Wochen.

Blatter scheidet aus IOC aus

Konkrete Verbesserungs-Vorschläge ortete Bach bei der FIFA vor allem bei der Bestellung des Exekutiv-Komitees. „Bei der Wahl der FIFA-Regierung sehe ich ein erhebliches Struktur-Problem. Dort sollten nicht nur die Kontinental-Verbände, sondern auch die Länder mitspracheberechtigt sein.“

Wie Bach bestätigte, wird für Blatter mit seiner Amtszeit als FIFA-Präsident auch sein Sitz als IOC-Mitglied erlöschen. Dabei hatte der 79-jährige Schweizer schon davor das bei 70 Jahren liegende Alterslimit im IOC klar überschritten.

 

Reinhold Pühringer

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