Olympia 2028: Jetzt sprechen die Funktionäre - Teil 3

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RADSPORT

(18/je 9 Männer und Frauen; Straße, Bahn, Mountainbike, BMX) - ÖRV (Generalsekretär Rudolf Massak):

 "Aus sportlicher Sicht würde ich Olympia in Wien befürworten. Die Straßenbewerbe wären inklusive des Zeitfahrens kein Problem, da könnte man auch den Umkreis von Wien miteinbeziehen. Für die Bahnbewerbe ist das Dusikastadion von der Konzeption her aber nicht für Olympia zu verwenden. Da ist eine neue Halle nötig. Auch BMX ginge derzeit nicht, da brauchen wir ein Supercross-Stadion."

RUDERN

(14 - 8 Männer, 6 Frauen) - ÖRV (Präsident Helmar Hasenöhrl):

"Wir unterstützen die Bemühungen um Olympia. Wir haben an der Neuen Donau eine tolle internationale Regattastrecke. Für 2028 würde das Leistungszentrum sicher erneuert gehören, aber das sicher ohne gigantischen finanziellen Aufwand. An der Böschung an der Strecke können viele zuschauen, im Zielbereich wäre noch auf beiden Seiten eine temporäre Zuschauertribüne für VIPs. Das sehe ich unproblematisch. Für Olympia würde ich das gemeinsam mit Kanu als ideales Wassersportzentrum sehen."

RUGBY

(2016 neu im Programm) - ÖRV (Generalsekretärin Alexandra Langer-Hansel):

"Für uns ist es eine ziemlich rasante Entwicklung. Erst vor sechs, sieben Jahren sind wir in die BSO gekommen, 2016 sind wir jetzt schon olympisch. Vieles ist für uns neu. Schon allein zu Liga-Spielen in den großen Rugby-Ländern kommen zig-tausende Zuschauer, damit ist natürlich auch bei Olympia zu rechnen. Es kann ein Fußballstadion sein, nur müssen die im Rugby erforderlichen internationalen Bedingungen wie die Ausmaße gegeben sein. Im Vergleich mit Ländern wie Frankreich und England ist der Stellenwert von Rugby in Österreich sehr unbedeutend. Wir müssen unsere Matches in Wien auf der Hohen Warte spielen. Eine Olympia-Bewerbung könnte uns da natürlich helfen."

SCHIESSEN

(15 - 9 Männer, 6 Frauen) - Österreichischer Schützenbund ÖSB (Generalsekretär Florian Neururer):

"Ich würde einer solchen Bewerbung positiv gegenüberstehen. Aber es gibt keine Schießstätte in Österreich, die nur annähernd der der London-Spiele entspricht. Die kann auch temporär sein, wenn es gut funktioniert. Eine abgespeckte Version davon könnten wir in Österreich danach gut brauchen. Der Gedanke an Olympische Spiele belebt jedenfalls."

Austria Sportschützen Fachverband ASF (Wurfscheibe-Bundestrainer Josef Hanakamp):

"Unsere Anlage in Leobersdorf ist auch für olympische Bewerbe geeignet, sie hat vier Stände. Klar müsste man noch bauliche Maßnahmen durchführen, aber das ist nicht so schlimm. 2028 wäre dann wahrscheinlich auch eine neue Wurfmaschine nötig. Olympia in Wien wäre ein Wahnsinn."

SCHWIMMEN

(46/22 Herren, 24 Damen; Becken-Schwimmen, 10 km Freiwasser, Wasserspringen, Synchronschwimmen) - OSV (Generalsekretär Thomas Gangel):

"Wir haben in Wien keine geeignete Anlage, die für die Schwimmbewerbe geeignet wäre. Die müsste eine Kapazität von 15.000 Zuschauern haben. Eine temporär errichtete Halle wäre sicher eine Lösung, das hat es schon gegeben. Man braucht aber auch eine eigene Halle für die Wasserballbewerbe. Die Frage ist, wie bei einem Bau der Ablaufplan ist: ob erst ab Zuschlag oder schon vorher. Die 10 km könnte man in der Neuen Donau machen. Da wäre sicher auch genügend Platz für Zuschauer."

SEGELN

(10/6 Herren, 4 Damen, Programm wechselnd) - OeSV (Präsident Herbert Houf):

"Organisatorisch könnte Wien so eine Veranstaltung sicher abhalten. Für Segeln bietet sich von der Größe und dem Wind her der Neusiedlersee an. Die Frage aber ist, wie sieht das olympische Segelprogramm 2028 aus? Der Neusiedlersee ist nicht für alle Klassen möglich. Auch der Attersee wäre grundsätzlich geeignet. Um die Segelbewerbe im benachbarten Ausland zu veranstalten, würde es eine internationale Zusammenarbeit brauchen. Eine theoretische Kooperation wäre da möglich, wir wären dann dort aber nur Gast. So eine Großveranstaltung wäre eine Triebfeder für die Infrastruktur. Allerdings wäre der Nutzen für unseren Verband nicht übertrieben groß, da wir auch dann 90 Prozent unserer Vorbereitung am Meer absolvieren würden. Denn dort werden auch die Wettkämpfe ausgetragen."

TAEKWONDO

(8/je 4 Männer und Frauen) - ÖTDV (Generalsekretär Martin Danler):

"Wir haben als Verband in Wien nicht so viel Einblick, da wir in Tirol stationiert sind. Aber ich denke, dass es schon möglich sein sollte, Taekwondo etwa in einer Halle wie dem Dusika-Stadion durchzuführen. Eine gemeinsame Halle für die Kampfsportarten wäre aber auch denkbar. Für unseren Verband hätte eine Bewerbung langfristig sicher positive Auswirkungen."

TENNIS

(5/je 2 Herren und Damen, dazu Mixed) - ÖTV (Generalsekretär Peter Teuschl):

"Für ein olympisches Tennisturnier fehlt die Infrastruktur in Wien komplett. Man muss auch bedenken, dass es in London für die Paralympics noch eine eigene Tennisanlage gegeben hat. Kaum vorstellbar, wie große die Bedeutung von Olympia in Wien wäre. Wichtig ist die Nachhaltigkeit, es muss ein Großteil der Sitzplätze temporärer Natur sein. Es darf jedenfalls kein fertiges Stadion sein, dass dann nach den Spielen vor sich hinrottet. Das wäre fahrlässig."

TISCHTENNIS

(4/Herren und Damen jeweils Einzel, Mannschaft) - ÖTTV (Sportkoordinator Fritz Svoboda):

"Die Werner Schlager Academy gemeinsam mit dem Multiversum wäre als Welttrainingszentrum für das Sportliche natürlich ausreichend, aber von der Zuschauerkapazität nicht. Da braucht man unter 8.000 bis 9.000 Leuten gar nicht rechnen. Wir stoßen da heuer mit der EM schon an die Grenzen, die Kapazität von 3.000 Zuschauern sollte aber reichen. Für Olympia müsste man in eine andere Halle gehen. Von der Organisation her wäre das wegen der geringeren Teilnehmerzahl viel leichter zu organisieren als die EM. Und dann stellt sich die Frage der Nachnutzung."

TRIATHLON

(2 - Herren und Damen) - ÖTRV (Generalsekretär Herwig Grabner):

"Die Donauinsel ist für den Schwimmteil gut geeignet, schon alleine von der Wasserqualität her. International üblich ist eine Wechselzone, das könnte vielleicht ein kleines Problem sein. Mit der Radstrecke könnte man in die Stadt am Prater vorbei, ich könnte mir da eine 6-km-Schleife vorstellen. Auch die Verkehrsanbindung wäre mit der U-Bahn sehr gut. Ohne riesigen finanziellen Aufwand wäre auch die Zuschauerfrage zu lösen, sicher müsste man aber ein mobile Tribüne aufstellen."

TURNEN

(18/je 9 Herren und Damen; Kunstturnen, Trampolin, Rhythmische Gymnastik) - ÖFT (Generalsekretär Robert Labner):

"Wenn es gelänge, Olympia nach Wien zu holen, wäre es schon schön. Das würde die Stadt ordentlich verändern. Aber es gibt aktuell in Wien keine Sportanlagen, die olympia-tauglich sind. Und ich bin etwas skeptisch, ob wir das auf die Beine stellen können. Wir würden zumindest ein Riesenstadion brauchen und zur Stadthalle noch eine Multifunktionshalle. Dann noch eine Tennisanlage. Das Dusika-Stadion ist für Olympia nicht geeignet. Aber persönlich und natürlich für den Turnsport würde ich mich freuen, wenn es klappt."

VOLLEYBALL

(4 - Herren und Damen, Halle und Beach ) - ÖVV (Präsident Peter Kleinmann) :

"Die Stadthalle ist für Olympia-Volleyball zu klein. Da brauchen wir eine Halle für 13.000 bis 15.000 Zuschauer, dort könnte dann auch das Basketball stattfinden. Organisatorisch wäre es kein Problem, das haben wir mit der EM 2011 gezeigt. Beach-Volleyball sollte an einem schönen Platz in Wien vor toller Kulisse stattfinden. Olympia in Wien wäre ein mörderischer Impuls für die österreichische Jugend. Ein wichtiger Punkt bei einer Bewerbung wäre, dass sich die Stadt Wien und die Bevölkerung zum Sport bekennt."

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