Beach-Girls im Test: LAOLA1 trennt Silber-Duo

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Die fünfte Silber-Medaille, die Österreich bei den Europaspielen in Baku holte, hatte einen leicht bitteren Beigeschmack. Zumindest anfänglich.

Lena Plesiutschnig und Katharina Schützenhöfer hatten nach dem Beachvolleyball-Finale ihre Gesichter unter ihren Handtüchern vergraben. Zu weh tat der erste Moment der Enttäuschung. Und zu sehr ärgerte der gegen die Schweizerinnen Nicole Eiholzer und Nina Betschart im entscheidenden dritten Satz bereits herausgeholte 12:9-Vorsprung.

„Wir werden uns wohl erst morgen so richtig drüber freuen können“, meinte eine schon wieder gefasste Schützenhofer im Nachhinein gegenüber den Medien. Kein Wunder, schließlich handelt es sich um den bislang größten Erfolg bei den Erwachsenen der ehemaligen U20-Europameister.

Nur der Hubschrauber fehlt

Vier Jahre lang spielt die Paarung schon zusammen. Nur eine Saison war das Duo, das sich im Augenblick mit Stefanie Schwaiger und Barbara Hansel um die Nummer eins im österreichischen Damen-Beachvolleyball matcht, getrennt.

Auf dem Feld wirken die beiden als eingeschworene Einheit. Doch wie gut kennen sie einander wirklich?

Um dieser Frage nachzugehen, wurden sie nach ihrem Silber-Gewinn von LAOLA1 in guter alter „Herzblatt“-Manier getrennt voneinander befragt. Das Ergebnis ist mehr oder weniger eindeutig:

LAOLA1: Welchen Stellenwert hat die Silberne für dich?

Lena Plesiutschnig: Einen sehr, sehr hohen. Es ist unsere erste Medaille in der allgemeinen Klasse. Es ist Wahnsinn, bei den Großen auf dem Podest zu stehen. Auf der anderen Seite ist es natürlich enttäuschend, das Finale zu verlieren und das Turnier mit einer Niederlage abzuschließen. Aber wir haben eine Medaille gemacht, also müssen wir echt zufrieden sein.

Katharina Schützenhöfer: Es ist unsere erste Medaille bei den Erwachsenen. Das hätten wir uns nie erwartet.

LAOLA1: Ihr habt mit Russland und den Niederlanden die Favoriten rausgekickt. Was war ausschlaggebend, dass es so gut gelaufen ist?

Plesiutschnig: Schwierig zu sagen. Wenn ich das wüsste, würden wir es bei den nächsten Turnieren einfach genauso machen. Auf alle Fälle waren wir bei jedem Spiel voll fokussiert und haben einen großen Siegeswillen gezeigt.

Schützenhöfer: Wir haben gewusst, dass wir alle Teams schlagen können. Es hat sich viel im Kopf abgespielt. Siegeswille und Kampfgeist waren da.

LAOLA1: Was ist eure größte Stärke?

Plesiutschnig: Wahrscheinlich der Zusammenhalt, dass wir uns auf dem Feld gegenseitig rausreißen.

Schützenhöfer: Unser Zusammenhalt und dass wir nie aufgeben.

LAOLA1: Euer größtes Manko?

Plesiutschnig: Das ist unsere fehlende Konstanz. Wir spielen einige Bälle sehr gut, erzeugen gut Druck. Dann lassen wir uns wie im Finale aber selbst wieder unter Druck setzen.

Schützenhöfer: Die mangelnde Konstanz. Phasenweise spielen wir super Volleyball, dann unterlaufen wieder dumme Fehler.

LAOLA1: Ihr bezieht ja oft gemeinsam ein Zimmer. Wer ist ordentlicher?

Plesiutschnig: Mmmh…Kathi (schmunzelt). Ich würde jetzt nicht sagen, dass ich unordentlich bin, aber sie ist halt schon noch einen Tick ordentlicher.

Schützenhöfer: Ich (lacht), wobei wir ziemlich gleich sind.

LAOLA1: Was flüsterst du der anderen auf dem Feld ins Ohr, wenn sie gerade einen Hänger hat?

Plesiutschnig: Du bist super oder du kannst es.

Schützenhöfer: Ich weiß, dass du es kannst. Manchmal sage ich ihr auch, wie sie angreifen soll. Oder, dass wir nur Ruhe bewahren müssen.

LAOLA1: Welche Eigenschaft der anderen war ausschlaggebend, dass du mit ihr zu einem Team zusammengegangen bist?

Plesiutschnig: Einfach alles, ihre ganze Person.

Schützenhöfer: Dass ich ihr sowohl auf als auch außerhalb des Feldes voll vertrauen kann. Wir verstehen uns einfach super.

LAOLA1: Vervollständige folgenden Satz: In einem Jahr sind wir…

Plesiutschnig: …im Hauptbewerb auf der World Tour.

Schützenhöfer: …voll dabei auf der World Tour.

 

Das LAOLA1-Fazit: Plesiutschnig und Schützenhöfer sind ein Herz und eine Seele!

 

Aus Baku berichtet Reinhold Pühringer

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