Neff - wer sonst?

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Jolanda Neff schreibt gerne Geschichte.

2014 wurde sie mit 21 Jahren zur jüngsten Mountainbike-Weltcupsiegerin aller Zeiten.

Nun setzte die Schweizerin mit dem Gewinn der ersten Goldmedaille bei European Games in Baku noch eines drauf. „Es ist absolut großartig“, wusste sie ihre Leistung schon nach dem Rennen korrekt einzuordnen.

Großartig war auch ihr Rennen: Zwei Runden lang ließ Neff die Konkurrenz mitspielen, in der dritten von sechs Runden machte sie ernst und zog davon. Die Ziellinie überquerte die 22-Jährige nach 1:31:05 Stunden, ihre zweitplatzierte Landsfrau Kathrin Stirnemann hatte da schon eine Verspätung von 2:03 Minuten. Knapp dahinter schnappte sich Maja Wloszczowska die Bronzemedaille.

2013 und 2014 trainierte die Polin noch mit Neff und sah ihren Aufstieg zur Dominatorin des Sports aus nächster Nähe. „Ich war ihre Mentorin, aber der Erfolg gehört nur ihr selbst“, sagt die um neun Jahre ältere Wloszczowska.

Früh übt sich,...

Es war ein Erfolg, den Neff schon als junges Mädchen zu schmieden begann. Rennen mit sechs Jahren, Trophäen, Trophäen, Trophäen, zwei gewonnene Weltcup-Rennen mit 17, U19-Europameisterin, dreifache U23-Weltmeisterin, nun auch European-Games-Siegerin – das ist die Kurzfassung der Biographie der 22-jährigen Schweizerin. Aus einem Wunderkind wurde eine Wunderathletin.

Blonde Locken und ein aufgewecktes Grinsen sorgen für Wiedererkennungswert. In der frühsommerlichen Hitze von Baku hätte sie den gar nicht gebraucht, der mittlere Platz am Podium ist eigentlich genug. In den Momenten ihrer persönlichen Geschichtsschreibung streckte Neff die Arme in die Luft – beim Überqueren der Ziellinie und nach dem Umhängen der Medaille.

„Sie ist einfach eine Klasse für sich, das zeigt sie auch immer wieder im Weltcup. Momentan ist sie noch unerreichbar“, sagt ihre österreichische Konkurrentin Lisa Mitterbauer.

Mitterbauer mit Rennen zufrieden

Nur knapp drei Wochen nach ihrem Debüt im Elite-Weltcup fuhr die 23-Jährige auf den 12. Rang unter 26 gestarteten Damen. „Es war richtig hart. Am Anfang war alles extrem knapp zusammen – das hat viel Kraft gekostet, bis ich meinen Rhythmus gefunden habe. Es war aber ein wirklich gutes Rennen für mich.“

Mitterbauers unfreiwilliges Andenken von ihrer Premiere spielte bei den European Games keine Rolle mehr: „In Nove Mesto hatte ich ein Cut am Knie, aber ich konnte glücklicherweise schon eine Woche danach wieder trainieren. Es ist wirklich schnell verheilt, ich habe es überhaupt nicht gespürt.“

Also ein voller Erfolg für alle rot-weiß(-roten) Beteiligten.

 

Aus Baku berichtet Martin Schauhuber

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