Eine silberne Geschichte

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Plank glücklich über historische Leistung

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„Es ist total lässig.“

Mit diesen Worten beschreibt Bettina Plank ihren neugewonnenen Status als Fixpunkt der österreichischen Sportgeschichte.

Die 23-jährige Vorarlbergerin holte kurz zuvor die erste Austro-Medaille bei den European Games. In der Kumite-Klasse bis 50 kg musste sich Plank nur der Weltranglistenersten Serap Özcelik beugen.

Ziel erreicht

„Es war ein schwerer Wettkampf. Ich habe es ehrlich nicht erwartet, ins Finale zu kommen“, gesteht die amtierende Europameisterin nach dem Bewerb im Vier-Augen-Gespräch mit LAOLA1.

Trotz Startschwierigkeiten gewann die Österreicherin ihre ersten zwei Kämpfe.

„Der erste Kampf ist immer der schwierigste – das erste Mal auf der Matte, dazu noch die Atmosphäre“, spricht Plank ihre erste große Hürde an. Ausgerechnet beim Auftakt traf sie in der an die Crystal Hall angeschlossenen Halle nämlich auf eine Lokalmatadorin. Das mit durchaus patriotischen Fans – immerhin war Karate wichtig genug, dass der umstrittene Präsident Ilham Aliyev dem ersten Sieger aus Aserbaidschan höchstpersönlich die Goldmedaille um den Hals hängte.

„Da war ich schon froh, ihn zu gewinnen. Im zweiten Kampf hat sich das zähe Gefühl fortgesetzt, aber zum Glück hat es auch da hingehaut“, erzählt die Heeressportlerin. Nach den zwei 1:0-Siegen folgte das erste Aufeinandertreffen mit Özcelik – eine 0:3-Niederlage, nicht ohne Grund verhältnismäßig hoch: „Ich habe viel riskiert, um Punkte zu bekommen.“

Es geht um Medaillen

Als Gruppenzweite stieg Plank ins Semifinale auf. Die Belohnung kam aus Frankreich und hieß Alexandra Recchia. Immerhin Weltmeisterin 2012 und Europameisterin 2013. Kein Problem für rot-weiß-rot, die Vertreterin des KC kleiner Drache Mäder ging mit einem 2:0-Sieg von der Matte. „Der Sieg war extrem wichtig, weil er die Medaille fixiert hat. Über den Kampf war ich extrem happy“, grinst sie im Nachhinein.

Im Finale dann wieder die Türkin, die Weltranglistenerste, die Weltmeisterin 2014. „Sie ist ein Wahnsinn, da tue ich mir extrem schwer. Ich war taktisch sehr vorsichtig und wollte nicht zu viel riskieren, jede Aktion kann die Entscheidung sein“, sagt Plank mit etwas Distanz zum Kampf und bekennt: „Sie war besser.“ Rechnerisch aber nur einen Schlag besser – den setzte Özcelik 28 Sekunden vor Schluss, nachdem sich die Kontrahentinnen zuvor nur abtasteten. Die Siegerin bezeichnete den Finalkampf als „den härtesten des Tages“.

Trotzdem steht unterm Strich die erste Europaspiel-Medaille Österreichs. „Im ersten Moment war ich enttäuscht, weil es mit 1:0 so knapp war…“, beginnt Plank. Und beginnt zu lachen: „…aber es ist im Karate immer knapp. Jetzt bin ich total happy, eine Medaille gewonnen zu haben."

Doch ein lässiger Arbeitstag.

 

Aus Baku berichtet Martin Schauhuber

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