WM-Hürdensprint im Rampenlicht

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Daegu - Was die Flach-Sprinter nicht schaffen, weil dem jamaikanischen Superstar Usain Bolt die Gegner ausgegangen sind, das erledigen die Athleten über 110 m Hürden.

Einen Wettkampf mit den stärksten Athleten, die die Welt bisher hervorgebracht hat.

Mit dem Kubaner Dayron Robles, dem Chinesen Liu Xiang und dem US-Amerikaner David Oliver stehen die drei schnellsten Hürdensprinter aller Zeiten und der heurigen Saison an der WM-Startlinie in Daegu.

Trio enttäuscht bei WM 2009

Die Top-Liste 2011 führt Oliver mit 12,94 Sekunden vor Liu mit 13,00 und Robles mit 13,04 an. Die stärkste Saison von Robles war 2008, als er in Ostrava in 12,87 neuen Weltrekord markierte und sich in Peking zum Olympiasieger krönte.

Bei den Welt-Titelkämpfen 2009 in Berlin waren alle drei völlig daneben. Der frühere Weltrekordler und 2004-Olympiasieger Liu und der Peking-Dritte Oliver fehlten verletzt, Robles gab im Halbfinale schmerzgeplagt auf, womit sich Ryan Brathwaite aus Barbados den Titel holte.

"Vielleicht braucht es einen Weltrekord"

Das soll sich in Südkorea nicht wiederholen, zumindest einer aus dem Star-Trio sollte Gold erobern.

2007 in Osaka bestritten die drei das gleiche Halbfinale, doch Robles, Liu und Oliver in einem Finale bei einem Großevent, das wäre am Montag eine Premiere (14.25 Uhr/MESZ). Und ein echter Showdown.

"Ein Fehler und du bist tot", weiß Robles, dass er sich nichts erlauben darf, hat er von den Top-Favoriten doch die schwächste Zeit heuer stehen. "Vielleicht braucht es einen Weltrekord, um hier zu gewinnen. Alles ist möglich."

Start wird entscheidend

Entscheidend wird der Start auf der blauen Mondo-Bahn sein, und da hat die Konkurrenz Vorteile.

"Mit meinem Start passt etwas nicht, David kommt sehr schnell raus und Liu ist auch schneller als ich. Ich  muss ebenfalls schneller werden, denn vielleicht ist der Start hier sogar siegbringend."

Robles kann das Defizit mit seiner feinen Technik gutmachen, denn auf diesem Gebiet zählt er wie früher sein Landsmann Anier Garcia (Olympiasieger 2000) zu den Besten seines Fachs.

"Niemand erinnert sich an Zeiten"

Oliver, der im Juli 2010 in Paris an die schnellsten Zeiten der Geschichte von Robles (12,87/2008) und Liu (12,88/2006) in 12,89 bis auf eine bzw. zwei Hundertstel-Sekunden herangekommen ist, blickt in Südkorea nicht Richtung Weltrekord, sondern allein Richtung Gold.

"Ich gehe da raus und will Gold. Niemand erinnert sich an Zeiten", sagte Oliver, der einen Weltrekord freilich nehmen würde. "Wenn das passiert, großartig! Es sind einige, die unter 13 Sekunden rennen können. Es wird also wohl sehr schnell werden."

Oliverr genießt das Rampenlicht

Alles was er brauche, sei, den Start hinzubekommen, um das Finish mache er sich dann keine Sorgen. Obwohl er heuer im Endspurt ein paar Niederlagen hat einstecken müssen, nachdem im Mai in Shanghai Liu seine 18 Rennen dauernde Siegesserie beendet hatte.

Dass das Hürdenrennen sogar den Flachsprint in der Gunst um Aufmerksamkeit herausfordert, gefällt ihm.

"Es ist cool, im Rampenlicht zu stehen. Wir haben die drei schnellsten Leute im Bewerb, wir verdienen diese Kulisse. Ich glaube nicht, dass ein anderer Bewerb so eine Qualität an Athleten am Start hat."

Lius langer Weg zurück

Liu hat sich im November 2010 mit bei den Asienspielen (13,09) auf der großen Bühne zurückgemeldet.

Nach seinem Ausscheiden bei den Olympischen Spielen in Peking im August 2008 hat er wegen einer Achillessehnenverletzung und Operation lange gebraucht, um wieder auf den schnellen Weg zu kommen. Mit einer Technikumstellung gelang ihm dies.

"Früher habe ich acht Schritte bis zur ersten Hürde gemacht, jetzt sind es sieben. Das war die wichtigste Verbesserung." Seinen bisher letzten großen Titel hat er bei der WM 2007 in Osaka geholt.

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