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Wien bekommt sein Leichtathletik-Zentrum

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In Wien sind am Dienstag die Pläne für das angekündigte neue Trainings- und Wettkampfzentrum für Leichtathleten präsentiert worden.

Dieses wird in der Sportanlage Meiereistraße gegenüber dem Ernst-Happel-Stadion entstehen.

Der Wiener Leichtathletikverband (WLV) und die Stadt Wien haben sich auf ein 800.000 Euro umfassendes Sanierungskonzept für das Areal geeinigt, wie WLV-Präsident Walter Ottmann und Wiens Sportstadtrat Christian Oxonitsch (S) berichteten.

Der WLV wird damit erstmals in seiner Geschichte über ein eigenes Leichtathletikzentrum verfügen.

Aufflammende Sportstätten-Debatte

Die neue Heimat für Sprinter, Weitspringer & Co. ist wohl indirekt ein Resultat der Volksbefragung, bei der die Wiener im Frühjahr unter anderem darüber entscheiden durften, ob sich die Bundeshauptstadt für Olympische Spiele bewerben soll.

Das Ansinnen wurde zwar mit großer Mehrheit abgelehnt, in den Wochen vor der Befragung wurde jedoch eifrig über die Wiener Sportstätten diskutiert - wobei es Kritik am Zustand mancher Einrichtungen gab und auch das Fehlen geeigneter Anlagen beklagt wurde.

An vielen Ecken erneuert

Jedenfalls für die Leichtathleten dürfte sich die Situation bald bessern: Während des Sommers sollen die Arbeiten für das neue Zentrum erfolgen, die Eröffnung ist im Herbst geplant.

Das Gelände wurde vom bisherigen Pächter, dem "Vienna Cricket And Football Club", übernommen. Die bestehende Leichtathletikanlage wird umfassend saniert und ausgebaut.

So wird der Belag in allen Bereichen erneuert, auch zwei zusätzliche 100-Meter-Bahnen (für jeweils acht Starter, Anm.) werden errichtet.

Alle Disziplinen verfügbar machen

Weiters werden jeweils doppelt ausgeführte Anlagen für Weit-, Hoch- und Stabhochsprung sowie Speerwurf vorhanden sein.

Die jeweiligen Anläufe können aus beiden Himmelsrichtungen erfolgen. Zudem stehen Abwurfkreise für Kugelstoßen und Diskus zur Verfügung.

"Das Ziel ist, dass alle Disziplinen ausgeübt werden können", betonte Ottmann. Zudem wird das Garderobengebäude aufgestockt und unter anderem mit einer Kraftkammer ausgestattet. Auch die vorhandene Tribüne wird komplett überdacht.

Österreichische Meisterschaften wohl nicht möglich

Im neuen Zentrum soll vor allem trainiert werden, doch auch als Austragungsort für Wettkämpfe - etwa für Landesmeisterschaften - soll es sich etablieren.

Ob dort auch Österreichische Meisterschaften stattfinden werden, ist hingegen eher fraglich.

Denn die Anlage verfügt nur über sechs und nicht wie bei Staatsmeisterschaften inzwischen üblich über acht Bahnen. Auch die Tribüne dürfte dafür wohl zu klein sein, hieß es heute.

Nachwuchs im Fokus

Ein Schwerpunkt wird auch im Bereich Nachwuchsförderung liegen, wie Ottmann betonte.

Am Vormittag werden Schüler die Gelegenheit haben, sich dort sportlich zu betätigen. Auch Schwerpunktwochen in Zusammenarbeit mit dem Stadtschulrat sind geplant.

Thematik bleibt heiß

"Der Ausbau von Trainingsmöglichkeiten ist in Wien immer wieder ein Thema. Von daher war es ein logischer Schritt, dass wir den WLV in diesem Bereich unterstützen", betonte Sportstadtrat Oxonitsch.

Die Schaffung von Trainingsinfrastruktur und die Heranführung junger Menschen an den Sport habe Priorität. Hingegen sei vorerst nicht geplant, internationale Bewerbe - etwa Meetings wie in Götzis oder in Linz - nach Wien zu holen.

Was vor allem an "finanzielle Hürden" liege, wie der Ressortchef betonte.

Dem Leichtathletiksport in Wien soll das neue Zentrum jedenfalls Auftrieb geben, wie Verbandspräsident Ottmann betonte: "Mein Wunsch ist es, Wien zur Leichtathletikhauptstadt Österreichs zu machen."

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