US-Team von Trainingslager in Linz begeistert

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Sollten die US-Leichtathleten bei den Freiluft-Weltmeisterschaften in Moskau (10. bis 18. August) Glanzleistungen vollbringen, dann hat Linz ein ordentliches Stück dazu beigetragen.

80 Athleten und Athletinnen bereiten sich noch bis 5. August auf der Gugl auf das Saison-Highlight vor, ehe es per Charterflug nach Russland geht. Sie loben die Trainingsbedingungen, das Wetter und die Gastfreundschaft.

Chancen auf Bolt-Teilnahme in Linz Steigen

Sprinter Justin Gatlin wird am 26. August gleich wieder nach Linz kommen, um an den "Gugl Games" teilzunehmen. Auch die Zusage des jamaikanischen Weltrekordlers und sechsfachen Olympiasiegers Usain Bolt für die 100 m hat Meeting-Direktor Robert Wagner prinzipiell in der Tasche. Und die Chancen stehen nicht so schlecht, dass die 250.000 Euro Startgeld auch aufgebracht werden können.

"Die Chancen sind gestiegen, dass es mit Bolt was werden könnte. Sponsoren haben sich an mich gewandt, um Details zu erfragen und den Vertrag einzusehen. Eine Idee ist zum Beispiel eine Baustellenaktion. 250 Leuten zahlen jeweils 1.000 Euro. Sie dürfen das Rennen auf einer Sondertribüne mitverfolgen und werden bei diesem Megaereignis speziell behandelt", sagte Wagner zur APA.

"Es gibt ein paar Projekte. Und wir werden das Projekt, Bolt hierher zu holen, erst begraben, wenn nichts mehr geht."

Kein direktes Duell Bolt vs. Gatlin

Wagner wurde vonseiten des Bolt-Umfeldes signalisiert, dass die Entscheidung nicht unbedingt vor WM-Beginn fallen muss. "Im Moment denkt Usain sowieso nur an den 100-m-Start in Moskau", weiß Wagner.

Sollte der Start von Bolt Realität werden, würde das auch die Charakteristik des Meetings ändern bzw. würde Gatlin wohl auf die 200 m wechseln. Auch wenn Gatlin Kontrahent Bolt Anfang Juni in Rom eine Niederlage über 100 m zugefügt hat, werden sich die beiden in den Meetings nach der WM sicher aus dem Weg gehen.

Im Vorjahr war Gatlin bereits mit Fieber in Linz angekommen, musste wegen eines Kreislaufzusammenbruchs ins Krankenhaus und auf das Antreten verzichten.

Mit dem Pferdewagen ins Stadion

"Heuer gibt es davor definitiv kein Hühnersalat-Sandwich. Ich will bereit sein, schnell zu laufen", versprach Gatlin, der es sich trotz verdorbenen Magens aber nicht nehmen ließ, als Gladiator auf einem von zwei Pferden gezogenen Wagen ins Stadion einzuziehen. "Die Atmosphäre mit den Leuten und den Pferden, das war einfach großartig. Und es ist eine gute Bahn. Für uns ist es ein großartiger Platz, um zu trainieren. Das Wetter ist großartig und die Leute auch."

Verantwortliche im US-Team haben sich im Winter mehrere Städte angesehen, die als Vorbereitungscamp auf Moskau infrage kamen, die Entscheidung fiel schließlich im März auf Linz. Der 120-köpfige Tross wohnt im Hotel Schillerpark. Dass es an nichts fehlt, dafür sorgt persönlich Robert Wagner.

"Sie haben alles, was sie brauchen. Es gibt in den USA keine solche Anlage wie diese. Hier haben sie Stadion, Halle, Olympiazentrum - alles nahe beieinander. Sie haben schon gesagt, vor der nächsten WM in Europa kommen sie wieder her. Das macht ja auch Sinn, wenn man sich wo wohlfühlt und weiß, dass es funktioniert. Alle sind lustig und fidel, das ist üblicherweise ein gutes Zeichen", bemerkte er.

Auch Anti-Doping-Agentur zeigt sich

Tatsächlich waren Gatlin, Hürdensprint-Olympiasieger und -Weltrekordler Aries Merritt und Co. in den öffentlichen Trainings durchaus zu Späßen aufgelegt. Auch die Polizei-Präsenz im Stadion oder der Besuch der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) am Mittwoch im Hotel trübten Bild und Trainingseifer nicht.

"Die WADA war gestern im Hotel. Das ist gut für uns. Es soll ja nicht danach ausschauen, dass sie sich hier in Linz verstecken", begrüßte Wagner die Doping-Kontrollen.

Gatlin, der selbst bereits wegen Dopings gesperrt gewesen ist und seit zwei Jahren seine zweite Chance wahrnimmt ("Laufen ist Teil meiner Seele"), lässt sich von den jüngsten Dopingfällen in Jamaika und den USA nicht in seiner Vorbereitung stören. "Ich muss fokussiert bleiben und für die WM bereit sein. Die Show muss weitergehen. Ich denke, so nehmen das viele Athleten. Fokussiert bleiben und für das Land gewinnen, das zählt", sagte Gatlin zur APA.

"Ein wirklich friedlicher, schöner Platz"

Merritt kam angesichts der blauen Bahn auf der Gugl zum Schluss, dass man in deutschsprachigen Ländern blaue Laufbahnen bevorzuge, auch in Deutschland gäbe es einige.

"Wer deutsch spricht, liebt blaue Bahnen. Aber es ist wirklich eine schöne Szenerie hier. Die Bedingungen sind sehr gut, wir könnten kein besseres Training haben." Auch wenn er erst den Dom besichtigt und für Sightseeing sonst keine Zeit habe, hat er bereits bemerkt: "Die Leute sich sehr freundlich. Das ist ein wirklich friedlicher, schöner Platz."

400-m-Läufer Tony McQuay lobte "Stadion, Essen und Hotel". Und folgendes fiel ihm auf: "Es sind viele Leute auf der Straße, und es gibt viele große Hunde." Ein Athlet ließ sich während des Aufenthalts einen Wien-Trip nicht nehmen, ein paar machten eine kleine Einkaufstour durch Linz und besichtigten einen riesigen Gummibärchen-Shop.

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