An einem Strang in Richtung Rio

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An einem Strang in Richtung Rio

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Mit Philipp Unfried und Gregor Högler hat der österreichische Leichtathletikverband seit kurzem zwei Trainer hauptamtlich angestellt.

"Den neuen Verband macht aus, dass in allen Gremien Trainer sitzen, die sehr nah am Athleten sind. Es macht großen Spaß, weil man sieht, dass man was bewegen kann", sagte Wurftrainer Högler, der seit März als Vizepräsident Leistungssport neu im ÖLV-Vorstand ist.

Aus Weinburg gekommen

Unfried fungiert seit 1. April als Cheftrainer, er folgte auf den Deutschen Jürgen Mallow, der im August 2013 aus persönlichen Gründen seine Tätigkeit beendet hatte.

Unfried kam vom STKZ Weinburg, wo er als sportwissenschaftlicher Mitarbeiter tätig war und Athleten aus verschiedenen Sportarten betreute.

Darunter Hürdensprinterin Beate Schrott, die nach wie vor sein Schützling ist. "Ich kann mir jetzt die Zeit für das Training zu hundert Prozent einteilen. Früher musste ich doch immer auf andere Dinge etwas mehr Rücksicht nehmen", meinte Unfried.

Breites Spektrum kennengelernt

Er habe eine sehr lehrreiche Zeit hinter sich, habe Einblick in viele Sportarten bekommen. "Davon profitiere ich, aber es ist schön, mich nun auf eine Sache konzentrieren zu können", sagte Unfried.

Er sieht sich mehr als Optimierer, denn als Chef. "Wir arbeiten in einem System mit großteils ehrenamtlichen Trainern. Du musst sie in ihrem Umfeld aufsuchen und helfen, wenn du gebraucht wirst. Ich probiere, ihnen eine Unterstützung zu sein und nicht supergescheit. In vielen Disziplinen gibt es einfach die Heimtrainer, die kennen sich hundertmal besser aus als ich."

Fokus liegt auf Kommunikation

Der ÖLV hat mehrere Teamleiter (Lauf, Sprung, Mehrkampf etc.) installiert, die mit den Heimtrainern und Athleten kommunizieren.

Unfried versucht, regelmäßig Kontakt zu halten, er bemüht sich auch, "gerade bei denen nachzufragen, wo es nicht gut rennt. Da wo einfach alles funktioniert, da wird meistens eh relativ wenig gebraucht", meinte er. "Aber wenn jemand eine schwere Zeit durchmacht oder verletzt ist, ist es wesentlich wichtiger, dass man sich darum kümmert."

Auch im Bereich von Konzepten gehöre einiges gemacht, berichtete Unfried. "Wenn ich nicht auf dem Sportplatz stehe, habe ich versucht, mir einen Gesamtüberblick zu machen.

Die Trainerausbildung mit den dafür von der Bundessportakademie Verantwortlichen durchzuüberlegen bzw. neu zu konzipieren. In puncto Nachwuchstraining mal wirklich Dinge auszuarbeiten, den Trainern etwas in die Hand zu geben, womit sie arbeiten können."

Verluste reduzieren

Im Bereich der Nachwuchsarbeit sei in den vergangenen Jahren schon relativ viel passiert.

Die Gründe, warum es zuletzt bei internationalen Meisterschaften in der allgemeinen Klasse öfters sehr kleine ÖLV-Teams gegeben hat, kennt er: die Athleten gingen auf dem Weg zur Elite verloren.

"Jetzt haben wir eine gute Basis, die wir in die allgemeine Klasse bringen müssen. Und dann sollte es auch, denke ich, dort funktionieren. Das ist jetzt unsere Aufgabe."

In eine Richtung ziehen

Auch Högler hat neue Aufgabengebiete, die aktuelle Einigkeit aller Beteiligten soll ein Beispiel zeigen.

"Wir haben einen Generalsekretär, Helmut Baudis, der nebenbei - dafür bekommt er nichts - 40 Kinder trainiert. Ein- bis zweimal die Woche. Das zeigt schon, dass alle da an einem Strang ziehen wollen", erläuterte der ehemalige Speerwerfer, der auch das Engagement von ÖLV-Präsident Ralph Vallon ("Der haut sich rein") nicht unerwähnt ließ.

Zehn Stunden täglich

Sicher brauche alles seine Zeit, aber Auswirkungen sehe man bereits.

"Wir hatten jetzt zehn Leute bei der U20-WM und 3 in den Top 10. In der Leichtathletik geht halt nichts von heute auf morgen. Das ist nicht so, dass du einen neuen Trainer holst und gleich alles gewinnst. Wir bemühen uns, die Guten weiterhin gut oder noch besser zu betreuen, und das Mittelfeld und den Unterbau zu stärken. Ich glaube, dass ich sehr gut beurteilen kann, was man braucht, weil ich jeden Tag zehn Stunden auf dem Platz stehe."

Nicht zu wichtig nehmen

Dass Gutes herauskommt, wenn man gemeinsam an einem Strang zieht, sieht man am Beispiel des Mehrkämpfers Dominik Distelberger.

Von Herwig Grünsteidl seit Jahren sehr gut betreut, scheute das Gespann nicht, Högler zusätzlich ins Boot zu holen.

"Wenn alle Spezialisten eng zusammenrücken und sich keiner selbst wichtig nimmt, sondern nur den Athleten, dann geht ganz viel. Das muss ein Trainer aber auch zulassen und Herwig tut das. Es ist ein gutes Beispiel, aber auch notwendig, weil wir auch im Mehrkampf viel Spezialisierung brauchen", weiß Högler.

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