Schrott schwitzt in Japan für Peking-WM

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Als Einzige aus dem fünfköpfigen ÖLV-Team für die Leichtathletik-WM ab Samstag in Peking akklimatisiert sich Beate Schrott in Asien.

Die Niederösterreicherin reiste vergangenen Dienstag nach Japan, in der 40 Minuten von Tokio entfernten Millionenstadt Chiba arbeitet sie am speziellen Hürdentraining.

"Ich weiß definitiv, wo meine Schwächen liegen, und kann gezielt daran arbeiten", sagte Schrott.

"Noch nie so geschwitzt"

Mit Tages-Höchsttemperaturen zwischen 31 und 33 Grad ist es ähnlich heiß wie in Peking, jedoch liegt die Luftfeuchtigkeit bei 97 Prozent, das ist bedeutend höher als in der Olympiastadt von 2008.

"So geschwitzt wie hier beim Training habe ich noch nie in meinem Leben - es ist unglaublich schwül. Das Training ist aber gut", berichtete die Olympia-Achte und EM-Dritte von 2012 über 100 m Hürden.

Auf Hitze eingestellt

Mit der Hitze hat Schrott generell aber kein Problem. "Ich hatte heuer schon viele Läufe in der Hitze. Ich weiß jetzt, wie ich mich aufwärmen muss, damit ich mich nicht verausgabe", meinte sie im Gespräch mit der APA.

Die Hürden-Einheiten absolviert Schrott mit der ebenfalls von Coach Rana Reider betreuten britischen Weltklasseathletin Tiffany Porter.

Neben der Hürden-Technik gilt ein Hauptaugenmerk auch dem Starttraining. Auch Fitnesstraining steht für die 27-jährige Schrott noch auf dem Programm.

"Alles richtig zusammensetzen"

"Ich hatte heuer schon zweimal einen recht guten Start und hinten raus war es schwach. Bei den Staatsmeisterschaften waren die ersten drei Hürden nicht so berauschend und hinten raus habe ich sehr stark aufgeholt. Jetzt muss ich einmal alles richtig zusammensetzen. In Bellinzona hat beides super gepasst, dementsprechend war die Zeit schön."

Mit den 12,92 Sekunden am 21. Juli in der Schweiz knackte sie das Limit für die WM und für Olympia 2016 in Rio de Janeiro von 13,00.

Ereignisreiche Zeit

Nach ihrem so erfolgreichen Jahr 2012 hatte Schrott 2013 zugunsten der Freiluft-Saison auf die Hallen-EM in Göteborg verzichtet, musste ihr Antreten bei den Weltmeisterschaften in Moskau wegen einer Oberschenkelverletzung aber absagen.

2014 kam sie bei der Hallen-WM in Sopot über den Vorlauf über 60 m Hürden nicht hinaus, zur Freiluft-EM in Zürich reiste sie nach neunwöchiger Pause wegen einer Oberschenkelverletzung und ohne große Wettkampfpraxis. Die Vorbereitungszeit war zu kurz gewesen, als Letzte ihres Vorlaufes schied sie als Gesamt-27. aus.

Im folgenden Dezember gab Schrott die Trennung von ihrem langjähriger Trainer Philipp Unfried bekannt und schloss sich der Trainingsgruppe des US-Amerikaners Reider an.

Seitdem verbringt sie öfters mehrere Wochen am Stück in Arnheim in den Niederlanden, die längste Phase bisher waren sechs Wochen. "Es gefällt mir dort sehr gut. Es taugt mir irrsinnig, ich fühle mich in dem Zimmer wohl, aber es ist eben nur ein Zimmer in einem Haus, das der niederländische Verband für Athleten gemietet hat."

"Daheim tanke ich Kraft"

Während sie in Arnheim den Fokus hundertprozentig auf die Leichtathletik legt, könne sie daheim bei der Familie abschalten und einfach nur Mensch sein.

"Daheim habe ich eine eigene Küche, den Garten, in den ich raus gehen kann. Daheim tanke ich Kraft", erklärte sie. "Aber Arnheim war der richtige Schritt. Ich habe ihn noch keinen einzigen Tag bereut."

Endlich wieder verletzungsfrei zu sein, ist für Schrott eine Erleichterung. "Das ist so wichtig für den Kopf, wieder Wettkämpfe zu rennen. Ich hatte ja zwei Jahre lang keine wirkliche Saison." Bereits am Dienstag reist sie mit ihrer Trainingsgruppe nach Peking weiter.

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