Schrott erhält nachträglich EM-Bronze von 2012

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Unverhofft ist Leichtathletin Beate Schrott am Dienstag nachträglich zu einer EM-Bronzemedaille gekommen, die ihr große Motivation für die kommende WM gibt.

"Das gibt mir viel Schwung für die laufende Saison", sagte die Niederösterreicherin. 2012 bei der Freiluft-EM in Helsinki über 100 m Hürden Vierte geworden, rückte sie nach der Dopingverfehlung einer Kontrahentin nun auf den Bronzerang vor.

Nur um eine Hundertstelsekunde war Schrott am 30. Juni 2012 in Helsinki am Podest vorbeigeschrammt. Die Goldmedaille war an die türkische Titelverteidigerin Nevin Yanit gegangen, die sich vor den Weisrussinnen Alina Talay (nun Gold) und Jekaterina Poplawskaja (nun Silber) durchgesetzt hatte.

Im April 2013 wurde ein Dopingskandal größeren Ausmaßes in der Türkei bekannt, der Weltverband (IAAF) bestätigte im Mai. u.a., dass Yanit gleich bei mehreren Kontrollen positiv getestet worden war.

Yanits Ergebnisse werden annuliert

Im August 2013 wurde Yanit vom türkischen Verband mit einer zweijährigen Sperre belegt, offiziell wegen eines positiven Befundes bei einem Meeting am 8. Februar 2013 in Düsseldorf, womit die Sperre erst zu laufen begann und sie ihre EM-Goldene 2012 behalten durfte. Die IAAF hatte allerdings noch die Möglichkeit, dies zu beeinspruchen.

Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) erhöhte die Sperre von Yanit im März 2015 von zwei auf drei Jahre und gab damit der Klage der IAAF gegen die Verschärfung der vom türkischen Verband im Sommer 2013 ausgesprochenen Strafe teilweise statt. Und am Dienstag gab es dann auch noch gute Nachrichten für den Österreichischen Leichtathletikverband (ÖLV).

"Heute, 30. Juni 2015 hat der Leichtathletik-Weltverband IAAF den Ausgang des Verfahrens bekannt gegeben. Die Ergebnisse von Yanit werden ab 28. Juni 2012 annulliert und sie wird für drei Jahre gesperrt (6.3.2013 bis 5.3.2016). Damit sind alle Resultate der Türkin von der EM in Helsinki ungültig, denn die Rennen über 100 Meter Hürden fanden am 29. und 30. Juni 2012 statt", teilte der ÖLV in einer Aussendung mit.

Es ist die erste Medaille für den ÖLV bei Freiluft-Europameisterschaften seit Budapest 1998, die achte insgesamt (2 Gold, 1 Silber, 5 Bronze).

"Hatte mit dieser Sache schon abgeschlossen"

"Es ist eine Riesenüberraschung! Ich freue mich total! Ich hatte mit dieser Sache eigentlich schon komplett abgeschlossen. Jetzt ist es einfach unglaublich cool, Bronze zu bekommen", erklärte Schrott, die damit nicht mehr gerechnet hatte.

"Als dieser Fall aufgetaucht ist, hat es geheißen, dass es keine rückwirkenden Sperren oder Disqualifikationen geben wird. Deshalb habe ich mich überhaupt nicht mehr damit beschäftigt. Es wäre sicher etwas anderes gewesen, die Medaille sofort zu bekommen und feiern zu können. Aber trotzdem ist es unglaublich toll."

Schrott befindet sich derzeit im Trainingslager in Arnheim (Niederlande), am Sonntag startet die ÖLV-Rekordlerin beim Meeting in La Chaux-de-Fonds in der Schweiz. Das WM-Limit für Peking beträgt 13,00 Sekunden.

Der ÖLV teilte mit, dass er mit European Athletics (EAA) wegen einer raschen Übergabe der Medaille bereits Kontakt aufgenommen habe.

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