Das Champions Race als "Format der Zukunft"

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7:52 Minuten. Sind 492 Sekunden. Oder rund zwei Kilometer.

So groß wird der Vorsprung sein, mit dem die Britin Paula Radcliffe am Sonntag ins „Champions Race“ gegen Haile Gebrselassie gehen wird.

Denn 7:52 Minuten sind die Differenz zwischen den persönlichen Bestzeiten der beiden Lauf-Superstars über die Halbmarathon-Distanz.

58:55 Minuten ist die Bestmarke des 39-jährigen Äthiopiers, 66:47 Minuten jene von Marathon-Weltrekordlerin Radcliffe.

Und in 7:52 Minuten sollten sich etwas mehr als zwei Kilometer ausgehen.

 

Ausgehandelt war die Zeitdifferenz bei der offiziellen Pressekonferenz am Freitag schnell.

„Ich würde vorschlagen, wir nehmen die Differenz zwischen unseren persönlichen Bestzeiten“, so der Vorschlag der 38-Jährigen.

„Ich habe keine andere Wahl“, lachte Gebrselassie, hatte aber gleich einen Tipp für seine Kontrahentin.

Wien ist eine wunderschöne Stadt, schau dich beim Laufen ruhig ein bisschen um.“

Wichtiger Test für Olympia

Zu viel Zeit möchte sich die „Lauf-Göttin“ (O-Ton VCM-Veranstalter Wolfgang Konrad, Anm.) aber nicht lassen.

Nach zwei Trainingslagern in Kenia und einem fünfwöchigen Aufenthalt in Albuquerque wurde die Britin zuletzt von einem Virus, der zur Bronchitis auswuchs, außer Gefecht gesetzt.

„Deshalb weiß ich nicht, wie gut meine Form tatsächlich ist. Aber das Rennen ist ein wichtiger Test für mich – und wenn ich unter 1:10 Stunden bleibe, bin ich zufrieden.“

Unterstützung vom Wetter?

Radcliffe eröffnet am Sonntag um 8:50:38 Uhr den Vienna City Marathon als allererste Läuferin, Gebrselassie hängt sich um 8:58:30 Uhr an ihre Fersen.

30 Sekunden später starten die Eliteläufer auf die 42,195 km, um punkt 9:00 Uhr geht es für die mehr als 35.000 Hobbyläufer los.

Der im Vorjahr entthronte Weltrekordler weiß, dass es schwer wird, die schnellste Langstreckenläuferin der Welt einzuholen.

Auch weil sich der Wetterbericht alles andere als vielversprechend liest. „Es hängt viel vom Wetter ab. Für Paula sind Regen und Kälte kein Problem, ich mag das nicht. Aber ich werde alles versuchen, wünscht mir Glück.“

"Hat es noch nie gegeben"

Eine glückliche Fügung war es, dass dieses einzigartige Duell zwischen Mann und Frau überhaupt zustande gekommen ist.

Radcliffe wollte vor den Olympischen Spielen unbedingt zumindest einen schnellen Halbmarathon laufen, als man ihr die Idee vorstellte, war sie sofort Feuer und Flamme.

„So etwas hat es noch nie gegeben, aber das Format hat sicher Zukunft“, ist die Britin überzeugt.

Haile wünscht sich mehr Show

Auch Gebrselassie, der sich nach verpasster Olympia-Qualifikation auf großer Abschiedstour befindet, brauchte keine lange Bedenkzeit. Er wünscht sich schon länger mehr Rennen dieser Art.

„Dem Sport würde es sehr gut tun, wenn es mehr Show-Elemente wie dieses Champions Race geben würde. Die Leute lieben das!“

Am Samstag vor genau zehn Jahren haben beide ihre internationale Marathon-Premiere gegeben und den Sport in weiterer Folge nachhaltig verändert.

Vielleicht bereiten sie mit dem Champions Race jetzt die Zukunft …

Stephan Schwabl

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