Quo vadis, Wien-Marathon?

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Ein windiges Marathon-Resümee

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Dank Teilnehmerrekord mit 42.742 Aktiven in allen fünf Bewerben sowie dem reibungslosem Ablauf des unter dem Motto "We are Europe" laufenden Wien-Marathons bilanzieren die Macher des 32. VCM positiv.

"Der Spitzensportbereich war nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben, aber Sieger Sisay Lemma hat unter den Bedingungen eine Weltklasseleistung gezeigt", sagte Organisator Wolfgang Konrad.

Der Äthiopier Lemma kämpfte mit dem zeitenweise doch starkem Wind und war zudem ab Kilometer 26 und damit über eine weite Strecke der 42,195 km solo unterwegs, seine 2:07:31 Stunden waren aber die drittschnellste je in Wien erzielte Zeit.

Sein Landsmann, Vorjahressieger und Streckenrekordler Getu Feleke war wegen muskulärer Probleme früh ausgestiegen.

Nichts zu meckern bei den Damen

"Wir haben alles auf Getu gesetzt, das ist nicht aufgegangen. Wir hätten natürlich gerne mehr Leute unter 2:10 gehabt", sagte Konrad beim Bilanz-Pressegespräch am Montag.

Der zweitplatzierte Kenianer Duncan Koech hatte fast fünf Minuten Rückstand. Deshalb meinte Konrad: "Das Herrenrennen war nicht wirklich spannend, über das Damenrennen brauchen wir nicht meckern, wenn in kurzer Zeit die ersten fünf ins Ziel kommen."

Die Schweizer Gewinnerin Maja Neuenschwander benötigte 2:30:09.

Inszenierung passte

Konrad meinte, dass man sich überlegen müsse, ob man die finanziellen Ressourcen in Topstars investiere, wie eben heuer der Fall, oder ob man günstiger viele Läufer einkaufe und hoffe, dass einer "rausschieße".

Er merkte aber freilich an, dass der Topsportbereich "nicht das Allerwichtigste" bei diesem Event sei.

"Die Inszenierung ist uns hervorragend gelungen. Mit 'We are Europe' haben wir eine gute Idee aufgegriffen, um das gesamte Spektrum des Laufens reinzubringen."

Lemma will Rekord angreifen

Unter welchem Motto die nächste Auflage am 10. April 2016 in Szene gehen wird, wird erst in einer Klausur entschieden.

"Unser Wunsch ist, dass uns die Kreativität erhalten bleibt", sagte Konrad. Lemma kündigte an, gerne wieder dabeisein zu wollen, er will den Streckenrekord von 2:05:41 von Feleke attackieren.

"Bei guten Bedingungen ist das möglich, die Strecke lässt es zu", sagte der 25-jährige Lemma, der Sohn einer Bauernfamilie ist.

Zunächst barfuß gelaufen

Für Sport konnte er sich in jungen Jahren nicht begeistern, erst mit 17 Jahren begann er in der Schule zu laufen.

"Ich hatte aber keine Ahnung von Laufschuhen oder Sportbekleidung. In den ersten vier Monaten bin ich barfuß gelaufen. Aber bei unserer Graslandschaft ist das kein Problem", sagte Lemma, der u.a. Haile Gebrselassie und Kenenisa Bekele als seine Vorbilder bezeichnete.

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