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Olympiasieger, Witzfigur, Rückkehrer

LaShawn Merritt wird darauf gefasst sein, den ein oder anderen dummen Spruch zu hören.

Der US-Sprinter gibt am Freitag in Stockholm sein Comeback. Die vergangenen 21 Monate musste der 400-Meter-Spezialist aufgrund einer Dopingsperre passen.

Der Aufstieg

Dabei war bis dahin alles so gut gelaufen.

Im August 2008 trommelte der Leichtathlet aus Virginia die 400 Meter in sensationellen 43,75 Sekunden auf die Bahn des Pekinger Olympia-Stadions. Gold! Sein Stern war endgültig aufgegangen, der Staffel-Triumph noch eine Draufgabe.

Ein Jahr danach gelang Merritt bei der WM in Berlin abermals das Double. Es schien, als habe der Vizeweltmeister von Osaka 2007 die längste Sprintdistanz fest in seiner Hand.

Der Absturz

Doch dann kam der Rückschlag. Im Winter 2009/10 lieferte der Junioren-Weltmeister von 2004 drei positive Dopingtests ab.

Und wer den Schaden hat, braucht für den Spott bekanntlich nicht mehr zu sorgen. Das Steroid Dehydroepiandrosteron wurde in seinem Körper entdeckt. Klingt wenig spektakulär, die Herkunft ist es aber.

Die Scham

Ein Präparat namens „ExtenZe“ war es, das das Steroid enthielt, erklärte damals sein Anwalt Howard Jacobs. Ein Mittel zur Penis-Vergrößerung. Eine peinliche Angelegenheit.

„Ich hoffe, meine Sponsoren, Familie, Freunde und der gesamte Sport verzeihen mir diesen dummen, unreifen und egoistischen Fehler“, gab sich der Dopingsünder geknickt.

Wie lange er auch immer dafür gesperrt werden würde, er würde akzeptieren, meinte der US-Amerikaner damals. Denn: „Welche Strafe ich auch immer bekomme, sie wird nicht schlimmer sein als die Verlegenheit und Demütigung, die ich jetzt fühle.“

Die Schelte

Der Generalsekretär des US-Leichtathletik-Verbands USATF, Doug Logan, ging mit dem Sprinter hart ins Gericht: „Er hat sich selbst zur Witzfigur gemacht.“

„Persönlich bin ich angeekelt von dieser Episode“, so Logan weiter.

Die Rückkehr

Nun ist sie aber Geschichte. Am 27. Juli 2011 lief die Sperre ab. Nur zwei Tage später geht der 25-Jährige wieder an den Start. Und Fakt ist, seit Merritts Auftritt in Peking ist niemand mehr an diese Zeit herangekommen.

Ein Monat bleibt noch, bis die WM in Daegu startet. Dort darf Merritt seinen Titel verteidigen. Obwohl er bei den US-Trials gar nicht am Start war. Eine Ausnahmeregelung macht es möglich.

Und das Glücksgefühl darüber, wird ihn über so manchen dummen Spruch hinweg trösten.

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