Schleppende Attentäter-Suche

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Suche nach Bombenleger(n): Polizei tappt im Dunkeln

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Nach dem ersten tödlichen Terroranschlag in den USA seit 2001 läuft eine gewaltige Großfahndung.

Doch auch mehr als 24 Stunden nach den Explosionen an der Marathonstrecke in Boston fehlt von dem oder den Tätern noch eine heiße Spur.

Die Sicherheitsbehörden bitten um Hilfe.

Polizei ist ratlos

Bei der Suche nach den Bombenlegern von Boston hoffen die Ermittler auf den entscheidenden Tipp aus der Bevölkerung.

"Irgendjemand weiß, wer dies getan hat", sagte Rick DesLauriers von der Bundespolizei FBI am Dienstag.

Konkret suche die Polizei nach Hinweisen zu schwarzen Nylontaschen, in denen die Sprengvorrichtungen wohl an den Ort der Explosionen transportiert worden seien.

Drittes Opfer identifiziert

Unterdessen sind nun alle drei Todesopfer des Terroranschlags identifiziert.

Neben einem achtjährigen Buben und einer 29 Jahre alten Amerikanerin starb auch eine Studentin aus China.

Präsident Barack Obama nimmt am Donnerstag an einem Gedenkgottesdienst für die Anschlagsopfer in Boston teil.

"Alle Freunde liebten sie"

Bei den Explosionen an der Marathonstrecke waren am Montag 176 Menschen verletzt worden.

Die 29-jährige Frau identifizierten US-Medien als Krystle Campbell.

"Sie war eine fröhliche, offene Person. Alle ihre Freunde liebten sie", sagte ihre Großmutter dem Fernsehsenders CNN.

In der Anfangsphase

Die namentlich nicht genannte chinesische Studentin besuchte die Boston University, teilte das Generalkonsulat der Volksrepublik in New York mit.

Ihre Familie habe um Anonymität gebeten. Eine weitere Chinesin, die Freundin des Todesopfers, sei bei der Explosion verletzt worden und befinde sich nach zwei Operationen mittlerweile in stabiler gesundheitlicher Verfassung, hieß es weiter.

Der FBI-Ermittler DesLauriers präsentierte mehr als 24 Stunden nach der Katastrophe kaum neue Erkenntnisse. "Die Untersuchungen sind noch in der Anfangsphase", sagte er.

Die für die Bomben verwendeten Materialien müssten genau im Labor untersucht werden, sagte er. Es seien Teile von Schnellkochtöpfen gefunden worden. Die Sprengsätze hätten Nägel und Metallkugeln gestreut.

1.000 Fahnder ermitteln

Die Bandbreite möglicher Täter und Motive sei groß, räumte DesLauriers ein. Bisher seien rund 2.000 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen.

Mehr als 1.000 Fahnder seien mit dem Fall befasst. Für Hinweise auf die Verantwortlichen hat die Feuerwehr 50.000 Dollar (38.000 Euro) Belohnung ausgesetzt.

Es ist der erste tödliche Anschlag in den USA seit den Terrorangriffen vom 11. September 2001.

Er hatte hat weltweit Bestürzung ausgelöst und die Angst vor Terror bei Großveranstaltungen neu entfacht.

Flaggen wehen auf halbmast

Obama sprach erstmals ausdrücklich von einem Terrorakt, machte aber klar, keine verlässlichen Hinweise auf den oder die Attentäter zu haben.

Der Präsident werde am Donnerstagvormittag den Gedenkgottesdienst in der Heiligkreuzkathedrale in der Ostküstenstadt besuchen, kündigte der Gouverneur von Massachusetts, Deval Patrick, an.

Die Flaggen an öffentlichen Gebäuden im Land wehen bis Samstagabend auf halbmast.

Kein internationaler Terror-Akt?

Im Fernsehen äußerten Experten die Vermutung, dass es sich wohl nicht um eine internationale Terroraktion gehandelt habe.

So sei der Angriff augenscheinlich zwar sorgfältig geplant, aber die Sprengsätze seien klein und nicht sehr ausgeklügelt gewesen. Sonst hätte es weitaus mehr Todesopfer gegeben.

Die Bomben waren am Montag um 14.50 Uhr Ortszeit binnen zwölf Sekunden in der Nähe der Ziellinie detoniert, die bereits Stunden zuvor von den ersten Läufern überquert worden war.

Spontane Gedenkfeiern

Hunderte Menschen haben bei kurzfristig organisierten Gedenkfeiern in Boston der Opfer der Bombenanschläge beim Marathonlauf gedacht.

Mit US-Fahnen und Plakaten versammelten sie sich am Dienstagabend an verschiedenen Orten der Stadt, um gemeinsam zu singen und zu trauern.

In einem Park nahe der Anschlagstelle zündeten viele Menschen Kerzen an und sangen die amerikanische Nationalhymne.

Bei einer speziell für das jüngste Todesopfer, den achtjährigen Martin Richard, organisierten Trauerfeier versammelten sich Hunderte Menschen in einem Park im Vorort Dorchester, wo Richard gewohnt hatte. Gemeinsam sangen sie "God Bless America".

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