ÖLV-Athleten auf Olympia-Kurs

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Etwas mehr als neun Monate trennen uns von der Eröffnung der Olympischen Spiele in London.

Das größte Sportereignis der Welt steht für Österreichs Top-Athleten schon jetzt im Zentrum der Aufmerksamkeit. In der heimischen Leichtathletik herrscht Aufbruchsstimmung. Bislang qualifizierten sich für London aber erst vier Athleten.

Was ist aber Stand der Dinge? Kann man mit weiteren Qualifikanten rechnen?

Diese vier Athleten haben das Ticket bereits in der Tasche

Olympia in der Tasche

Fakt ist, Beate Schrott (100 Meter Hürden), Elisabeth Eberl (Speerwurf), Andreas Vojta (1.500 Meter) und Gerhard Mayer (Diskuswurf) sind bereits für London qualifiziert. Nach eher mageren Leistungen bei der Weltmeisterschaft im August/September in Daegu (Südkorea), kommt das ÖLV-Team mit Motivation und  internationaler Erfahrung nach Hause. Eine wichtige Generalprobe für Österreichs Athleten und Hoffnungsträger.

Erstmals gab es, bereits im vor-olympischen Jahr die Möglichkeit, das Olympiaticket zu lösen. Zudem könnte sich das Team noch in diesem Monat vergrößern.

LAOLA1 macht den Athleten-Check:

Nach beendetem Studium, zurück zur Form

Österreichs 400-Meter-Hoffnung Clemens Zeller ist nach einer einjährigen Auszeit wieder zurück auf der Leichtathletik-Bühne. Nach beendetem Studium und körperlichen Problemen will Zeller wieder in Form kommen. Seine persönliche Bestleistung von 45,69 Sekunden (St. Pölten, 2010) liegt nur knapp unter dem Olympia-Limit von 45,70. Eine realistische Aufgabe für den 27-Jährigen.

Quali-Chance:

 

 

 

 

Das Duell der Speerwurf-Ladies

Im Speerwurf wird es eine sehr enge Angelegenheit. Nach dem bereits erbrachten Limit von Elisabeth Eberl will sich auch Elisabeth Pauer nach langwieriger Schulterverletzung zurückmelden.  Mit dem geworfenen B-Limit ist Eberl nur dann in London dabei, wenn keine weitere Athletin bis zum Quali-Ende weiter wirft. Es bleibt also spannend! Wunschszenario wäre natürlich, wenn beide im nächsten Jahr das A-Limit des Leichtathletik-Weltverbandes von 61,50 Meter übertreffen. Dann könnte das Trainingsteam  gemeinsam seinen Traum von Olympia verwirklichen.

Pauers Quali-Chance:

 

 

 

 

Knappe Geschichte

Die Geschichten der 800-Meter-Spezialisten Andreas Rapatz und Raphael Pallitsch gleichen sich bis ins Detail. Nach der Hallen-EM in Paris mussten beide mit Verletzungen kämpfen und fielen für die restliche Saison aus. Olympia 2012 ist für beide ein Thema, momentan jedoch in weiter Ferne. Die Bestleistungen beider Läufer liegen bereits ein Jahr zurück. Rapatz steht bei 01:47,82 Sekunden, Pallitsch bei 01:48,36. Für das 800-Meter-Limit benötigen sie 1:46,30.

Quali-Chance bis 800 m:

 

 

 

 

Ein Hammer

Seit Juni ist Benjamin Siart wieder beschwerdefrei. Sein Ziel beschreibt der vielfache Staatsmeister, der mit Bestleistungen von 72,29 Meter an dritter Stelle der ewigen ÖLV-Bestenliste steht, so: „Ich möchte fit bleiben. Sollte das gelingen, ist die Olympia-Qualifikationsmarke von 74,00 Meter nicht ausgeschlossen“. Eine Teilnahme am Großereignis ist in Reichweite.

Quali-Chance:

 

 

 

 

Lauf ums Marathon-Limit

Ende Oktober werden Österreichs Marathonrekordler Günther Weidlinger und Andrea Mayr in Frankfurt versuchen, das Ticket zu lösen. Für Weidlinger liegt die ÖLV-Norm bei 2:14:00 Stunden, für Mayr bei 2:35:00. Mayr lief bereits im Jahre 2009 eine Zeit von 02:30:43. Weidlinger hält den österreichischen Rekord mit 02:10:47 Stunden.

Quali-Chance im Marathon:

 

 

 

 

Könige der Leichtathletik

Mehrkämpfer Roland Schwarzl hat wegen Pfeiffer´schen Drüsenfiebers heuer keinen kompletten Zehnkampf absolvieren können. Nach einigen Tests entschloss sich der Salzburger, auf die WM zu verzichten und auf London hinzuarbeiten. Die persönliche Bestleistung des 31-Jährigen liegt bei 8.102 Punkten.

Schwarzls Quali-Chance:

Eine fast perfekte Saison lieferte Dominik Distelberger ab. Der 21-jährige Niederösterreicher gilt als eine der großen Hoffnungen der österreichischen Leichtathletik und überraschte zuletzt bei der U23-EM in Ostrava mit Platz sieben in der Königsdisziplin. Mit 7.840 Punkten ist er derzeit Nummer eins in Österreich.

Als Quali-Norm gelten 8.000 Punkte. Damit sich aber beide qualifizieren können, müssten sie jeweils 8.200 Zähler erbringen.

Distelbergers Quali-Chance:

 

 

 

 

Unser schnellster Mann

100-Meter-Sprinter Ryan Moseley ist in Bridgetown auf Barbados geboren, einem Inselstaat tief in der karibischen See. Ehe es ihn nach Österreich verschlug, startete er vor allem in Großbritannien. Er kennt also den englischen Boden und will über die 100 Meter in London an den Start gehen. Wie die letzte WM gezeigt hat, liegt die Latte in den Lauf- und Sprintbewerben global aber sehr hoch. Mit seiner Bestzeit (2010) von 10,18 Sekunden liegt er bereits unter der Qualifikationsnorm von 10,24 Sekunden. Heuer ist er allerdings erst auf 10,32 Sekunden gekommen.

Quali-Chance:

 

 

 

ÖLV-Damen-Quote soll steigen

„Olympia abschreiben? Nicht mit uns!“ Viktoria Schreibeis (100 Meter Hürden) und Jennifer Wenth (1.500 Meter) sind in Sachen Olympiaticket ebenfalls noch ein Thema.

Die EM-Semifinalistin Viktoria Schreibeis haderte zuletzt mit Achillessehnen-Problemen. Nach Beate Schrott will auch sie ihren Traum von Olympia leben. Über 100 Meter Hürden lief die Niederösterreicherin bereits 13,19 Sekunden. Damit liegt sie nur vier Hundertstelsekunden über dem Limit. Mit Beate Schrott hat Schreibeis eine starke Konkurrentin. Um in London dabei sein zu können, müssten beide das internationale A-Limit von 12,96 Sekunden laufen.

Schreibeis' Quali-Chance:

 

 

 

 

 

Jennifer Wenth lief in 4:11:07 Minuten einen neuen Österreichischen Junioren- und U23-Rekord über 1.500 Meter. Über diese Distanz ist die 19-Jährige momentan die schnellste Europäerin ihrer Altersklasse. Wenn 2012 in London das Olympische Feuer entzündet wird, will sie dabei sein. „Mir fehlen momentan vier Sekunden auf das wahrscheinliche Limit. Das kann ich schaffen."

Quali-Chance:

 

 

 

 

So bewertet LAOLA1:

= Sehen wir nächstes Jahr in London wieder

 

 

 

= Sollte sich August 2012 nichts vornehmen

 

 

 

= Noch ein langer Weg bis Olympia

 

 

 

= Braucht ein mittleres Wunder

 

 

 

 

Patricia Kaiser

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