Das ist unser Team für die Hallen-EM

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Sieben statt acht.

Nach der krankheitsbedingten Absage von Beate Schrott reist Österreich mit einem leicht dezimierten Aufgebot zu den Hallen-Europameisterschaften von Donnerstag bis Sonntag in Prag.

„Ich bin zufrieden, wenn wir das Ergebnis der Freiluft-EM in Zürich überbieten“, gibt ÖLV-Sportdirektor Hannes Gruber als Ziel aus. In der Schweiz waren zwei elfte Ränge durch Jennifer Wenth und Kira Grünberg das Maximum gewesen. Diesmal sollten es nach Möglichkeit zwei Top-Ten-Platzierungen werden.

LAOLA1 stellt das laufende, springende und werfende ÖLV-Septett ein wenig genauer vor:

Kira Grünberg - Der Rekordjagd letzter Akt?

Grünberg geht auf den letzten ihr noch fehlenden ÖLV-Rekord los

Wenn es um die Frage geht, wer in die Top-Ten vorstoßen kann, fällt der Name der 21-Jährigen. Die Tirolerin schraubte im Vorjahr ihre Bestleistung im Freien um sagenhafte 23 Zentimeter auf 4,45 Meter in die Höhe. In der Halle steht die Heeressportlerin bei 4,40, vier Zentimeter unter dem österreichischen Indoor-Rekord von Doris Auer aus dem Jahre 2001.

Knackt sie diese Marke, darf sie alle ÖLV-Bestmarken im Damen-Hochsprung von der U16 aufwärts ihr Eigen nennen. Für das Finale der besten Acht wird das jedoch kaum reichen. Dafür werden gemäß Grünbergs Einschätzung 4,50 bis 4,60 notwendig sein. „4,50 kann ich springen, aber es muss halt  alles passen“, meint Österreichs frischgebackene Leichtathletin des Jahres. (Hier geht’s zum Interview)

Andreas Vojta – Das Experiment

Vojta diesmal über 3.000m

Mit 25 Jahren gehört der Gerasdorfer schon zur routinierteren Sorte des ÖLV-Aufgebots. Vojta, der auf den 1.500m zuhause ist, unternimmt diesmal ein Experiment und startet bei der EM über die doppelte Distanz. „Gerade in der Vorbereitung laufe ich recht hohe Umfänge, um eine gute Grundlage für die Freiluftsaison aufzubauen“, gibt Vojta zu verstehen, dass der Schritt auf die 3.000m somit gar nicht so abwegig war. Zumal es diese im Freien – zumindest ohne Hindernisse – nicht gibt.

„Flach wäre die nächstlängere Distanz dann der 5.000er – und das ist mir dann doch zu weit.“ Entgegenkommen könnte dem Olympia-Starter von London auch die beim 3.000er etwas niedrigere Rempler-Quote im Pulk, schließlich war er in der Vergangenheit bei Titelrennen des Öfteren Opfer bzw. Täter bei Zwischenfällen gewesen. Auf eine angestrebte Platzierung wolle er sich beim Betreten des Neulands nicht versteifen, einen Finaleinzug habe er sich aber dennoch zum Ziel gesetzt.

Brenton Rowe – Engere Kreise ziehen

Brenton Rowe hat noch keinen Hallen-Wettkampf bestritten

Apropos Neuland: Für Rowe stellt die Hallen-EM eine ganz besondere Premiere dar. Dabei handelt es sich aber vielmehr um die 3.000m, sondern vielmehr, dass der „Austro-Aussie“ überhaupt noch nie einen Wettkampf unter geschlossenem Stadion-Dach absolviert hat. Am fünften Kontinent gebe es das laut Rowe auch gar nicht. „Bei uns ist das Wetter gut genug für Outdoor-Rennen“, verrät der 27-Jährige, der österreichische Großeltern hat.

Nachdem er den Jetlag einigermaßen überwunden hatte, absolvierte er zuletzt noch einige Trainingseinheiten im Dusika-Stadion, um sich an das engere Rund zu gewöhnen. „Aufgrund seiner guten taktischen Fähigkeiten traue ich ihm aber zu, dass er sich rasch umstellt“, ist Gruber optimistisch.

Jennifer Wenth – Verheißungsvoll für die Freiluftsaison

Wenth ist in guter Form

Wenth war es, die in Zürich neben Grünberg ebenfalls einen elften Platz erreicht hatte. Vor der Reise in die tschechische Hauptstadt strotzt das 23-jährige Leichtgewicht nur so vor Selbstvertrauen: „Ich bin so gut drauf, wie noch nie in meinen Leben.“

Das belege laut Gruber auch ihr eindrucksvoller ÖLV-Hallenrekord über 5.000m, den Wenth am 19. Februar in Stockholm auf 15:43,88 Minuten drückte. „Diese Zeit ist noch höher einzuschätzen als die 9:06,25 Minuten, mit denen sie sich über 3.000 für die EM qualifiziert hat“, schielt der Sportdirektor bereits mit einem Auge auf die Freiluftsaison. Eine Final-Qualifikation in Prag wird dennoch ein sehr recht schweres Unterfangen.

Markus Fuchs – Unverhofft kommt oft

Markus Fuchs kommt überraschend zu seinem EM-Debüt

Österreich hat wieder einen Sprinter. Markus Fuchs hat das EM-Limit von 6,70 Sekunden über 60m bei den Hallen-Staatsmeisterschaften in Linz zwar um eine Zehntelsekunde verpasst, aufgrund seiner Jugend und seiner Entwicklung entschied sich der ÖLV aber, den 19-Jährigen in Prag die Gelegenheit zu bieten, Erfahrung zu sammeln.

„Er ist das größte heimische Sprinttalent“, bescheinigt Gruber. Der Perchtoldsdorfer zeigte sich gleichermaßen überrascht wie erfreut über die Nominierung. „Ich muss zugeben, dass ich etwas nervös bin, dass ich mit den Großen nach Prag fahren darf“, meint der Läufer des ULC Riverside Mödling, dessen Hauptaugenmerk in dieser Saison aber nichtsdestoweniger auf der U23-EM in Tallinn (9.-12. Juli) liegt.

Lukas Weißhaidinger – Rückgriff auf Altbewährtes

Weißhaidinger braucht die Kugel

Der Werfer-Riese macht mit der Kugel-Qualifikation am Donnerstag (18 Uhr) den Anfang aus österreichischer Sicht. Dass der 23-Jährige, der sich im Vorjahr auf den Diskus spezialisierte, überhaupt noch einmal zur Kugel griff, mag auf den ersten Blick verwundern, ist aber durchaus schlüssig.

„Die IAAF (der Leichtathletik-Weltverband; Anm.) hat die Diskus-Limits für WM und Olympische Spiele enorm nach oben geschraubt hat. Ich mache nun deswegen wieder Kugelwettkämpfe, um mit der Hallen-EM ein internationales Ergebnis für das Bundesheer vorweisen zu können“, erklärt der Oberösterreicher im LAOLA1-Interview. Der Diskus wiederum wird in der Halle ja bekanntlich nicht geschleudert.

Andreas Rapatz – Minimalziel Semifinale

Semifinal-Garant Rapatz

Der Kärntner 800m-Läufer weiß, wie man in ein Halbfinale einzieht. Schon zweimal gelang dem 28-Jährigen der Sprung unter die besten Zwölf. „Das sollte für ihn auch diesmal das Minimalziel sein“, meint Gruber über Rapatz, der im Jänner mit 1:47,72 Minuten im Wiener Dusika-Stadion seine bisherige Saisonbestleistung ablieferte.

Wie der Großteil des ÖLV-Teams wird es auch für ihn am Freitag ernst. Nur Weißhaidinger (Freitag) und Fuchs (Samstag) beginnen an anderen Tagen.

Reinhold Pühringer

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