Bolt führt Staffel zum Weltrekord

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Usain Bolt hat sich als Musterschüler bewiesen.

Erst hat er seine Lektion gelernt, dann ist er erst zum 200-m-Einzeltitel und als Krönung mit der Staffel zum Weltrekord gelaufen.

Es war der perfekte Schlusspunkt der Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Daegu.

Mit Nesta Carter, Michael Frater und 100-m-Weltmeister Yohan Blake gewann Bolt die 4 x 100 Meter in 37,04 Sekunden (vorher Jamaika 37,10/2008) und verwies Frankreich (38,20) und Saint Kitts und Nevis (38,49) auf die weiteren Medaillenränge.

Starker Schlussspurt

Nach dem Triple in Berlin 2009 hat Bolt nun fünf Goldmedaillen bei Weltmeisterschaften gewonnen - den gemeinsamen Triumph mit seinen Teamkollegen zelebrierte er.

Das US-Quartett war nach einem Sturz vor dem letzten Wechsel bereits ausgeschieden, als Bolt das Staffelholz übernahm, sich die Seele aus dem Leib rannte und die Stadionzuschauer einmal mehr zum Toben brachte.

"Ich wollte einfach nur schnell sein. Ich bin stolz auf mein Team und glücklich mit mir selbst. Ich habe es genossen, als Letzter zu laufen. Ich hatte ein kleines Problem mit der Achillessehne, ich konnte die Kurve nicht laufen", erzählte Bolt.

Erste Grenzen

Bolt ist der Größte - als Läufer und als Unterhaltungskünstler. Aber dem 25-Jährigen ist in Daegu auch eine Grenze aufgezeigt worden.

Der Mann, der scheinbar auf der Laufbahn nicht zu stoppen ist, hat erkannt, dass nicht alles allein in seiner Hand und seinen Beinen liegt, sondern Regeln auch für ihn gelten.

"Der Fehlstart über 100 Meter war zu hundert Prozent meine Schuld. Ich habe die Lektion gelernt, dass ich warten und zuhören muss, denn die Pistole gibt das Kommando", gab er sich gelehrig.

Mäßiger Start

Von Übermotivation war über die 200 m keine Spur, Bolt hatte im Finale die langsamste Reaktionszeit, lief in 19,40 Sekunden aber die viertschnellste Zeit der Geschichte und ist auf dieser Strecke seit 14. September 2007 in Endläufen unbesiegt.

Mit der Staffel im allerletzten WM-Bewerb gab es für ihn dann aber scheinbar kein Halten mehr.

Freude über Silber

Nach 800 Metern war das Lächeln aus dem Gesicht von Titelverteidigerin Caster Semenya nicht mehr wegzubringen - obwohl es nur Silber wurde.

Doch die Südafrikanerin hatte sich nach der WM 2009 in Berlin einem Geschlechtstest unterziehen müssen, sie war fast ein Jahr lang von Wettkämpfen ausgeschlossen und im sportlichen Abseits.

In Daegu ging sie auf der letzten Runde auf der Gegengeraden in Führung, wurde im Sprint aber noch von der Russin Maria Sawinowa abgefangen, die sich in der Jahresweltbestzeit von 1:55,87 Minuten den Titel holte.

Neues Wohlgefühl

"Es war ein gutes Rennen. Ich habe es viel mehr genossen als vor zwei Jahren. Ich weiß, ich habe in Berlin Gold gewonnen, aber ich fühle mich heute viel wohler", sagte Semenya, die ihre Freude teilte und mit den Konkurrentinnen herzliche Umarmungen austauschte.

Wie über 4 x 400 m siegte auch über 4 x 100 m die US-Frauenstaffel.

In Jahresweltbestzeit von 41,56 Sekunden ließen Einzel-Weltmeisterin Carmelita Jeter und Co. das Quartett aus Jamaika mit 200-m-Goldmedaillengewinnerin Veronica Campbell-Brown sowie die Ukraine hinter sich.

Farah überrascht

Die deutsche Hammerwurf-Weltrekordlerin Betty Heidler war im wichtigsten Saisonbewerb nicht ganz auf der Höhe und musste sich mit 76,06 m der Russin Tatyana Lysenko beugen, die das Gerät auf 77,13 schleuderte.

Bei 17,96 m (JWBL) landete der US-Amerikaner Christian Taylor im Dreisprung, hinter ihm klassierten sich der britische Titelverteidiger Phillips Idowu (17,77) und sein Landsmann Will Claye (17,50).

5.000-m-Weltmeister wurde der Brite Mo Farah in 13:23,36 Minuten vor Bernard Lagat aus den USA (13:23,64). Farah hatte über die doppelte Distanz das Nachsehen gegenüber dem Äthiopier Ibrahim Jeilan gehabt.

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