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Die Tops und Flops der LA-WM

Die 13. Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Daegu (Südkorea) sind am Sonntag zu Ende gegangen. 47 Entscheidungen standen auf dem Programm - ein Überblick über Großartiges, Kurioses und Tragisches der Welttitelkämpfe in der olympischen Kernsportart:

Bolt nimmt aus Daegu zwei Goldene mit

Populär: Er ist der Popstar unter den Leichtathleten und wurde in Daegu auch als solcher gefeiert. Kreischende Teenager verfolgten jede Regung des jamaikanischen Supersprinters Usain Bolt im Stadion. Sie litten bei dessen Disqualifikation mit und jubelten ihm bei seinen Goldläufen zu. Als Schlusspunkt knallte Bolt mit seinen Teamkollegen einen Weltrekord mit der 4x100-m-Staffel auf die blaue Mondo-Bahn.

Hochklassig: Nahe an den Weltrekord herangekommen ist auch die australische Hürdensprinterin Sally Pearson, der bei ihren 12,28 Sekunden auf die Topmarke nur 7/100 fehlten. Im hochklassigen Speerwurf lag die russische Siegerin Maria Abakumova nur um 29 Zentimeter unter dem Weltrekord.

Kemboi legt eine flotte Sohle auf das Parkett

Erfolgsverwöhnt: Für Usain Bolt mit einem heißen Siegertänzchen in die Bresche sprang der Kenianer Ezekiel Kemboi nach seinem Triumph über 3.000 m Hindernis. Der frühere DJ auf Schulpartys hat einen von sieben Weltmeistertitel für Kenia gewonnen - so erfolgreich ist das afrikanische Land bisher noch nie gewesen. Das ergab Platz drei im Medaillenspiegel mit 7 Gold, 6 Silber und 4 Bronze. Es gewannen die USA (12/8/5) vor Russland (9/4/6).

Aufgetaucht: Erstmals in den Medaillenspiegel bei Leichtathletik-Weltmeisterschaften scheinen Botswana, Grenada, Iran, Simbabwe, Kolumbien, Sudan und Lettland auf. Insgesamt 41 Nationen der 212 Mitglieder-Nationen des Weltverbandes (IAAF) trugen sich in die Gold-Silber-Bronze-Statistik ein.

Isinbayeva kann ihren Titel nicht verteidigen

Untendurch: Kein WM-Gastgeber hat in der WM-Geschichte schlechter abgeschnitten als Südkorea. Das höchste der Gefühle war ein sechster Platz im Gehen. Das Negativ-Ranking angeführt hatten bisher die Schweden (Göteborg 1995) und Kanadier (Edmonton 2001) mit jeweils fünften Rängen.

Verflucht: Die 13. WM brachte vielen Titelverteidigern kein Glück, sieben Männer und vier Frauen holten sich nach Berlin 2009 erneut den Titel. Unter einem regelrechten Fluch standen jene Sportler, die auf dem täglichen Programmheft des Veranstalters abgebildet waren. Nichts wurde es für Gold mit Steve Hooker (Stabhochsprung), Usain Bolt (100 m), Dayron Robles (100 m Hürden), Jelena Isinbayeva (Stabhochsprung), Yargelis Savigne (Dreisprung), Carmelita Jeter und Allyson Felix (200 m). Aufgegangen ist der Tipp hingegen bei Olga Kaniskina (20 km Gehen), Sally Pearson (100 m Hürden) und Usain Bolt (Staffel).

Pistorius sorgte für ein absolutes Novum

Beäugt: Prothesenläufer Oscar Pistorius und seine südafrikanische Landsfrau Caster Semenya sind in Daegu im Blickpunkt gestanden. Der 24-jährige Pistorius hatte als erster beinamputierter Athlet an einer WM teilgenommen. Er kam über 400 m ins Halbfinale und erhielt Staffel-Silber, weil er im Vorlauf für sein Land angetreten war. Semenya verteidigte ihren 800-m-Titel nicht - war aber mit Silber überglücklich. Und genoss den Moment mehr als den Gold-Moment vor zwei Jahren, denn danach hatte sie wegen ihrer männlichen Erscheinung zahlreiche Test über sich ergehen lassen müssen.

Haarig: Ihre zum Pferdeschwanz gebundenen langen Haare haben Nastassia Mirontschik-Iwanowa im WM-Weitsprung den Titel gekostet. Der dritte Satz der Weißrussin wurde - regelkonform - beim letzten Abdruck gemessen. Und den hatte ihre wehende, dunkle Haarpracht hinterlassen. Mit den ermittelten 6,74 Metern wurde sie Vierte, tatsächlich aber sprang sie 6,90 m. Das wäre der Titel gewesen.

Verspätet: Nur langsam kamen die Organisatoren in Schwung und verbesserten zumindest die Verpflegung im Stadion für Zuschauer und Medienvertreter. Das neue nebenan mit zahlreichen Restaurants und Cafes errichtete Einkaufscenter öffnete erst an den letzten WM-Tagen.

Die Baumaßnahmen hatten sich wegen starker Regenfälle verzögert. Ebenfalls ein Minus gab es für Transportsystem und Quartiere, die teilweise über eine Stunde Busfahrt entfernt lagen oder Liebeshotels waren.

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