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Harting jubelt, 18-Jähriger trumpft auf

Das Bild kannte man schon von der Leichtathletik-WM in Berlin.

Der Deutsche Robert Harting gewinnt den Diskuswurf, stemmt sich vor den Fotografen in Pose, zerreißt mit einem Brüllen sein Trikot und zeigte seine Muskeln.

Ein anders Bild wird einer ganz sicher nie vergessen, der US-Amerikaner LaShawn Merritt.

Als Olympiasieger und WM-Titelverteidiger über die 400 m wurde der ehemalige Dopingsünder im Finish von einen 18-jährigen aus Grenada niedergesprintet. Der Name zum Merken: Kirani James.

Provokante Notiz

"Drei Spritzen ins Knie heute, drei Spritzen morgen - das geht schon", hatte Harting nach der Qualifikation versprochen. Ein Teamkollege erzählte, dass der wortgewaltige Kraftprotz im Appartement im Athletendorf einen Zettel hingehängt hatte: "Die anderen sind hier, um zu verlieren."

Erster Verlierer war der Pole Piotr Malachowski, der Qualifikationssieger kam nicht in die finale Entscheidung der Top Acht.

Harting hatte im vierten Versuch mit einem Wurf auf 68,97 m alles klar gemacht.

"Ich bin selbst überrascht. Es tat so weh heute, das hat mich tierisch genervt", meinte Harting. Silber ging an Olympiasieger Gerd Kanter aus Estland, mit dem Iraner Ehsan Hadadi auf dem Bronzerang hatte wohl niemand gerechnet. Er holte die erste Medaille für sein Land in der WM-Geschichte.

Verfrühtes Geburtstagsgeschenk

Dasselbe vollbrachte auch James, der Grenada in den Medaillenspiegel brachte. Und dem österreichischen Manager Robert Wagner eine Goldmedaille verschaffte.

Am Donnerstag wird der mehrfache Nachwuchsweltmeister 19 Jahre alt, es wird wohl die beste Feier seines Lebens werden. James siegte in persönlicher Bestzeit von 44,60 vor Merritt (44,63), der erst kürzlich nach einer 21-monatigen Dopingsperre zurückgekehrt war.

Er hatte drei positive Tests auf das anabole Steroid DHEA abgegeben, die er auf die Einnahme eines Medikamentes zur Penisvergrößerung zurückgeführt hatte.

Chernova stürzt Ennis

Zur Königin der Leichtathletik krönte sich die Russin Tatyana Chernova, die bei Olympia in Peking Dritte geworden war, mit der Jahresweltbestleistung von 6.880 Punkten.

Platz zwei ging an die britische Titelverteidigerin Jessica Ennis (6.751) und drei an die Deutsche Jennifer Oeser (6.572).

Im Stabhochsprung stürzte die Russin Yelena Isinbayeva bei ihrem Comeback auf großer Bühne als Sechste ab, die Brasilianerin Fabiana Murer setzte sich mit 4,85 m gegen die Deutsche Martina Strutz (4,80) durch.

Mit Jahresweltbestzeit

Hindernis-Weltmeisterin wurde in der Jahresweltbestzeit von 9:07,03 Minuten die Russin Yulyia Zaripova (RUS).

Über die 800 m der Männer gewann der kenianische Weltrekordler David Rudisha seinen ersten großen Titel, der 22-Jährige ließ in 1:43,91 Minuten Hallen-Weltmeister Abubaker Kaki aus dem Sudan (1:44,41) und den Russen Juri Borsakowski (1:44,49) stehen. Es war sein 24. Finalsieg in Folge.

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