Eatons eindrucksvolle Rückkehr zum Zehnkampf

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Die magische Marke lautete 4:18,25 Minuten. Aber so schnell war Ashton Eaton über die 1.500 m erst einmal gelaufen.

"Du schaffst das", gab ihm auch seine Frau Brianne Theisen-Eaton mit auf den Weg.

Und der US-Amerikaner blieb in 4:17,52 sogar 0,73 unter der geforderten Norm, die für den Zehnkampf-Weltrekord bei der Leichtathletik-WM in Peking notwendig war. 9.045 Punkte heißt der neue Richtwert.

Groß abgeräumt

Nach drei Jahren und zwei Monaten markierte der 27-Jährige also seinen zweiten Weltrekord in dem Königsbewerb, er verbesserte die von ihm am 22./23. Juni 2012 in Eugene aufgestellte Marke um sechs Punkte.

Eaton hat seit 2012 groß abgeräumt, im Zehnkampf 2012 bei Olympia in London, bei Freiluft-Weltmeisterschaften 2013 in Moskau und nun 2015 in Peking, sowie bei Hallen-Weltmeisterschaften als Siebenkämpfer 2012 in Istanbul und 2014 in Sopot gewann er.

Spezielle Kühlhaube

"Ich habe nicht gewusst, ob ich es schaffen kann. Aber da waren viele, die an mich glaubten. Trainer, Freunde, meine Frau. Ich wusste die Zeit, die ich laufen muss, und habe es versucht", sagte Eaton nach vollbrachtem Gewaltakt.

Er war in Peking auch wegen seiner speziellen Kühlhaube ein Blickfang gewesen, die Mehrkämpfer plagten sich über zwei Tage bei Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit im Laufen, Springen, Stoßen und Werfen.

Hürden-Abstecher

Eaton absolvierte seinen ersten Zehnkampf seit der Moskau-WM vor zwei Jahren. Nach der Hallen-Saison 2014 versuchte er sich mit großer Akribie als 400-m-Hürdenläufer und gewann auch den Bewerb beim Diamond-League-Meeting in Oslo, zudem kam er in Glasgow auf Platz zwei. Er absolvierte 2014 und 2015 mehrere Dutzend Einzelstarts in vielen verschiedenen Disziplinen.

Eigentlich hatte er sein Comeback im Zehnkampf für heuer im Mai in Götzis geplant gehabt, reiste auch an, trat wegen Rückenproblemen aber nicht an. Der Ausflug nach Vorarlberg lohnte sich für ihn dennoch, sah er doch seine kanadische Frau im Siebenkampf siegen.

Er war ihr zwei Tage lang betreuend zur Seite gestanden. In Peking konnte er sich auf sie verlassen, hatte sie doch bereits selbst Siebenkampf-Silber in der Tasche und Zeit für ihn. "Ich hätte nicht geschafft, was ich getan habe. Ich will auch nicht ins Detail gehen. Aber es tut einfach gut, ihr Gesicht zu sehen."

Zehnkampf vermisst

Der WM hatte er gespannt entgegengeblickt. Er war sich nicht sicher gewesen, was die Rückkehr zum Zehnkampf bei ihm auslösen würde.

"Erst hier habe ich realisiert, wie sehr ich den Zehnkampf vermisst habe. Darum geht es in diesem Sport, diese Leute um sich zu haben. Ich versuche immer, mich selbst zu schlagen. Aber ich benütze die anderen dafür, wir brauchen uns gegenseitig", erklärte Eaton, der sich im abschließenden Bewerb vom Algerier Larbi Bourrada zu Platz zwei in seinem Lauf ziehen hat lassen.

Gegenseitig gepusht

Die bekannt gute Kollegschaft unter den Mehrkämpfern war auch in Peking spürbar. "Du gehst immer auf Gold los, aber wenn einer den Weltrekord bricht, darfst du dich nicht zu viel beschweren", sagte der kanadische Silbermedaillengewinner Damian Warner.

"Rico und ich haben uns vor dem Rennen gegenseitig gepusht, er brauchte ja auch eine gute Zeit, um den Medaillenplatz zu halten", meinte Eaton.

Und Bronzemedaillengewinner Rico Freimuth aus Deutschland sagte: "Als ich dann mitbekommen habe, dass es Weltrekord ist, habe ich Gänsehaut bekommen. In so einem legendären Moment dabeizusein, ist ein großartiges Gefühl."

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