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Bolt: "Habe Lektion gelernt"

Das Lachen hatte er nur kurz verloren. Seine Sprache hatte es ihm da schon etwas länger verschlagen.

Doch nach seinem WM-Gold über die 200 Meter macht Usain Bolt den Mund wieder auf und spricht erstmals öffentlich über seinen Fehlstart im 100-m-Finale in Daegu (KOR).

"Es war meine Schuld“, erklärt der 25-Jährige auf einer Pressekonferenz.

Kein Zucker

Schuldzuweisungen, wonach ihn sein Nebenmann Yohan Blake, der in 9,92 Sekunden Gold holte, durch eine Bewegung zum Fehlstart verleitet hätte, hält Bolt für Unsinn.

„Die Leute sagen, dass Yohan gezuckt hat, aber das war nicht der Fall", nimmt der Jamaikaner seinen Landsmann, der auch sein Trainingskollege ist, in Schutz.

„Wenn irgendjemand den Titel verdient, dann Yohan. Ab dem Moment, wo er zu uns gekommen ist, hat er hart an sich gearbeitet.“

Lektion gelernt

Bolt, der trotz der Disqualifikation auch in den 200-m-Vorrunden wieder seine vom Publikum heißgeliebten Faxen zeigte, gibt sich nach seinem Fauxpas ein klein wenig demütig.

"Der Fehlstart hat mir die Lektion erteilt, zu warten und zu horchen, weil das Kommando gibt die Pistole."

Der Start bleibt damit Bolts Achillesferse. Bereits bei der WM 2009 in Berlin wurde dem endschnellen Mann aus der Region Trelawney keine guten Startzeiten attestiert.

„Ich habe die ganze Saison hart an meinem Start gearbeitet. In der ersten Runde der 100 m war er perfekt, im Halbfinale war er okay. Aber im Finale hatte ich wohl Angst. Ich war bereit, auf die Bahn zu gehen und zu laufen. Ich denke aber, dass Angst das Beste aus mir herausholt.“

Nicht in Top-Form

Während bei der letzten WM in Berlin – nicht zuletzt dank Bolt – einige Weltrekorde fielen, erhärtet sich der Verdacht, dass Daegu ohne neuen Weltrekord zu Ende geht. Der Fabelsprinter hat eine Erklärung dafür.

„Es ist schwierig hier. Den Großteil der Zeit gibt es Gegenwind, außerdem war ich nicht in meiner besten Form. Daher denke ich, dass die 19,40 eine wunderbare Leistung sind.“

Auch bei seinen Kollegen ortet er viele, die nicht in Top-Form sind. Dies liege vor allem an den Olympischen Spielen im nächsten Jahr.  „Der Fokus liegt woanders.“

Reinhold Pühringer

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