Shelly-Ann Fraser-Pryce ist erneut Sprint-Königin

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Wie ihr Landsmann Usain Bolt darf sich nun auch Shelly-Ann Fraser-Pryce dreifache 100-m-Weltmeisterin nennen.

Die 28-jährige Jamaikanerin gewann am Montag in Peking in 10,76 Sekunden, Silber ging im Landesrekord von 10,81 an die Niederländerin Dafne Schippers, Bronze an Tori Bowie (USA/10,86). Stabhochspringer Renaud Lavillenie verpasste erneut sein erstes WM-Gold.

"Bin wirklich begeistert"

Fraser-Pryce, die vor zwei Jahren in Moskau das Sprint-Double erreicht hat, in Peking die 200 m aber nicht bestreiten wird, zeigte sich nach dem Finale "stolz", ihrer Sammlung einen weiteren Titel hinzugefügt zu haben.

"Jede Meisterschaft ist anders, ich bin wirklich begeistert", meinte die zweifache Olympiasiegerin.

Die ehemalige Mehrkämpferin Schippers ist die erste Europäerin seit dem Bronze der Französin Christine Arron 2005, die wieder eine WM-Medaille über 100 m gewonnen hat. "Das ist gut für das Land und gut für Europa", sagte die 23-Jährige.

Enttäuschung für Lavillenie

Shawnacy Barber jubelte über Stabhochsprung-Gold. Der 21-jährige Kanadier überquerte die 5,90 m im ersten Versuch und siegte vor Titelverteidiger Raphael Holzdeppe (GER/5,90). Renaud Lavillenie hingegen stand die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben, blieb dem Weltrekordler aus Frankreich doch abermals der Weltmeistertitel verwehrt.

Lavillenie, der bei Sommerspielen (2012), Freiluft-Europameisterschaften und mehrfach in der Halle bereits erfolgreich zugeschlagen hat, riss bei 5,90 m dreimal. Bei Weltmeisterschaften kam Lavillenie 2009 und 2011 auf den Bronzerang, 2013 wurde es Silber und nun 2015 ex aequo mit den beiden Polen Pawel Wojciechowski und Piotr Lisek erneut Bronze.

"Ich war in einer guten Form und weiß nicht, was falsch gelaufen ist. Ich kann meine Enttäuschung nicht verbergen. Das ist Stabhochsprung, du weißt es vorher nie", meinte Lavillenie.

"Was für ein verrücktes Jahr! Mein Vater war auch Stabhochspringer, glücklicherweise konnte ich in seine Fußstapfen treten", war Barber aus dem Häuschen.

"Ich liebe Dreisprung"

In Frauen-Dreisprung holte hinter Goldmedaillengewinnerin Carterine Ibargüen aus Kolumbien ("Ich liebe Dreisprung!"), die ihren Titel mit 14,90 m erfolgreich verteidigte, Hanna Knyazyeva-Minenko mit Silber die erste Medaille für Israels Frauen überhaupt (14,78).

Bei Olympia in London war sie noch für ihr Geburtsland Ukraine Vierte geworden.

Für den Sohn

Über 10.000 m war in Abwesenheit von Olympiasiegerin und Titelverteidigerin Tirunesh Dibaba aus Äthiopien (Babypause) der Weg frei für die Kenianerin Vivian Cheruiyot, die in 31:41,31 Minuten vor der Äthiopierin Gelete Burka (31:41,77) und der US-Amerikanerin Emily Infeld (31:43,49) siegte und ihren zweiten Titel nach 2011 holte.

"Das ist nun viel wertvoller für mich, weil ich vor einem Jahr Mutter geworden bin. Diese Medaille widme ich meinem Sohn", erklärte Cheruiyot.

Vierter Titel für Kemboi

Im 3.000-m-Hindernisrennen feierte Kenia einen Vierfachsieg durch Ezekiel Kemboi (8:11,28 Min.), Conseslus Kipruto (8:12,38), Brimin Kiprop Kipruto (8:12,54) und Jairus Kipchoge Birech (8:12,62). "Das ist mein vierter WM-Titel in Folge, ich bin so glücklich darüber. Auf der letzten Runde konnte mir niemand mehr folgen", meinte Kemboi.

Auch 100-m-Weltmeister Usain Bolt war Montagabend im Stadion, er durfte sich sein Gold bei der Siegerehrung abholen.

Zuerst betätigte er sich als Filmer, mit einer kleinen Videokamera hielt er die Momente fest, bevor er aus den Händen von Weltverbandspräsident Lamine Diack die Goldmedaille entgegennahm.

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